Zwanzig Jahre lang habe ich nun schon als Gefängniswärter gearbeitet. Niemals hätte ich gedacht, dass ich irgendwann auf der anderen Seite der Gitterstäbe stehe und selbst einmal in einer Zelle lande. Doch hier bin ich jetzt in meinem Gefängnis. Und ich will auch nirgendwo anders sein. Nicht, weil ich eingesperrt sein will. Nein. Es geht um das, was ich aussperren will.
Ein Polizist im Einsatz erschießt einen jungen Mann. Im Nachhinein ist nicht einmal dem Schützen klar, wie es dazu kam. Auf der gemeinsamen Suche nach Antworten entdecken er und sein Kollege Kimmo Joentaa eine Familientragödie.
Hör-Collage mit zuweilen knackenden und rauschenden Original-Radio-Reportagen des Spiels Deutschland gegen Österreich in Argentinien bei der WM 78, Endstand 2 zu 3. Sorgfältig ausgewählt und gegeneinander geschnitten, wechseln sich die Kommentare des enthusiastischen Reporters Edi Finger für Österreich und die des nüchtern-sachlich rapportierenden Armin Hauffe für Deutschland ab. Die Dramatik des Spiels verdichtet sich zu einer aufschlussreichen Nabelschau auf die jeweiligen Befindlichkeiten der Nationen beider gegnerischen Mannschaften.
Von Ror Wolf
Mit Edi Finger und Armin Hauffe
Regie: Ror Wolf
hr 1979
Mailand, mitten im "Wirtschaftswunder" der 60er Jahre. Frisch aus der Haft entlassen, bekommt Duca Lamberti einen Job vermittelt: Er soll den Sohn eines Industriellen, der vor einem Jahr scheinbar grundlos zu trinken begonnen hat, vom Alkohol wegbringen - und gerät mitten hinein in die skrupellose Gesellschaft des organisierten Mädchenhandels.
Von Giorgio Scerbanenco
Übersetzung: Christiane Rhein
Mit Martin Reinke, Helmut Krauss, Christian Koerner, Klaus Manchen
Komposition: Cornelius Renz
Bearbeitung: Alexander Schnitzler
Regie: Leonhard Koppelmann
WDR 2005
• Doku-Hörspiel • She She Pop testen anhand von Shakespeares „König Lear“, wie belastbar die Eltern-Kind-Beziehung ist – gemeinsam mit ihren wirklichen Vätern. Sie verhandeln hart über ihr Erbe, zwischen Realität, Rollenspiel, Ökonomie und Gefühl.
• Erinnerungen • Während des Zweiten Weltkriegs überlebt Raymond Federman als Arbeiter auf einem Bauernhof die Verfolgung durch die Nazis im besetzten Frankreich. 50 Jahre später bereist er die Gegend als amerikanischer Tourist.
Wie gerecht ist die Welt heutzutage wirklich? Dieser Frage wird am Beispiel der Verdinglichung des Menschen nachgegangen. Konstantin Küspert widmet sich in seinem vertonten Theaterstück kolonialer Vergangenheit, Rassismus und geerbten Privilegien. Er hinterfragt das Recht der Wohlstandsgesellschaften, sie aufrechtzuhalten, und ermutigt dazu, die eigene Verstricktheit in diese Strukturen zu reflektieren.
Gleich zwei Hörspiele in voller Länge aus der Reihe Krimi am Freitag präsentiert Bastian Pastewka in dieser Doppelfolge. Im ersten taucht eine Moorleiche auf. Der Ermordete liegt schon seit 25 Jahren dort, noch ist die Tat nicht verjährt. Im zweiten Stück brennt es nachts in der Werft einer Fischereigenossenschaft. Der Verdacht einer Brandstiftung liegt nahe…
Bastian Pastewka präsentiert:
Tod im Moor
Von Gerhard Jäckel
und
Eisgänger
Von Achim Scholz
Mit Klaus-Joachim Nietz, Gerd Ehlers, Jürgen Frohriep u.a.
Regie: Wolfgang Brunecker und Achim Scholz
MDR (Rundfunk der DDR) 1979
Programmierte Spielwelten überlagern zunehmend unsere realen Lebenswelten. Sie verändern dabei fantasievoll, aber nachhaltig unsere Auffassung von real und virtuell, von Identität und Handlungsfreiheit. „NAVO“ thematisiert dieses spannende Übergangsstadium als Hör-Spiel und experimentell-paradoxe Navigation eines Videogames, durchflochten mit einem OVAL-Soundtrack. Eine geführte, sich komplex verzweigende, selbstbezügliche Erzählung durch ein Labyrinth voller Irrwege, Aussetzer und Kollisionen, die die Eindringlichkeit der virtuellen Spielwelten spürbar macht.
Hörspiel von Markus Popp
Mit: Vlatka Alec und Marc Hosemann
Komposition und Realisation: Markus Popp
SWR/Dlf Kultur 2020
Die deutsche Journalistin Rosa-Li Sauer fährt nach Kolumbien, um vor Ort über illegale Adoptionen zu recherchieren. Doch dann wird der Mitarbeiter einer deutschen Hilfsorganisation mitsamt seiner zweijährigen Tochter entführt. Rosa-Li begibt sich auf Spurensuche, recherchiert unter Kolumbiens Killern, Guerilleros und Paramilitärs und stößt auf eine grausame Intrige.
Von Christine Grän und Eva Karnofsky
Mit Sascha Maria Icks, Susanne Pätzold, Daniel Berger, Peter Davor u.a
Bearbeitung und Regie: Jörg Schlüter
WDR 2011
Den Hörmonolog „Der Hund des alten Mannes” von Oliver Kluck inszeniert Leonhard Koppelmann aus verschiedenen Haltungen eines Ichs heraus, das assoziativ unterschiedliche Themen und Zeiten miteinander verbindet: Ausbeutung; Ausreden (miese); Automobilindustrie; Autorsein; Brecht, Bertolt; Kulturprekariat; Ökonomisierung (total); Phrasen (lahme); Porsche, Ferdinand; Scheinheiligkeit (überall); Theater (als letzter totalitärer Ort in einer demokratischen Gesellschaft); Zwangsarbeit.
„Ich schreibe keine Stücke, sondern Texte. Diese haben den Charakter eines Versuchs.” (Oliver Kluck)
Hörspiel von Oliver Kluck
Nach seinem gleichnamigen Theaterstück
Mit: Andreas Grothgar
Musik: zeitblom
Regie: Leonhard Koppelmann
SWR 2016