Das deutsche Bildungssystem produziert jedes Jahr zehntausende Jugendliche, die ohne Abschluss von der Schule abgehen. In die Konkurrenzgesellschaft entlassen, beginnt für viele dieser Jugendlichen ein Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit.
Seit Jahrzehnten gibt es Kampfansagen aus der Politik, die Zahlen zu senken, seit Jahrzehnten bleiben sie gleich hoch. Was sind die Gründe, dass so viele Jugendliche das Bildungssystem ohne Schulabschluss verlassen - und wieso ändert sich nichts?
Featureautor Carlo Hoffmann begleitet mehrere Jugendliche auf ihrer Suche nach Perspektiven: Zidane mit seiner Hündin Kelly, der sich von einem unbezahlten Praktikum zum nächsten schleppte; Ioannis, der sich einen Ausbildungsplatz erkämpft hat; Helene, die Freunde an die Drogensucht verloren hat.
Das Radiofeature zeigt die Lebensrealitäten der Jugendlichen und folgt ihnen in ihrem Alltag: Wie lebt man, wenn der Schulabschluss fehlt? Wo findet man Orientierung und ein Bewusst...
Friedrich Hollaender war mit vielen Begabungen gesegnet und wusste sie auch weidlich einzusetzen: Er war Komponist und Textdichter, er war Regisseur und Pianist. In den 'Kabarettgeschichten' erzählt Karin Köbernick mit vielen Ausschnitten aus seinen Werken von einem ungewöhnlichen Musiker, der uns viele eingängige Melodien beschert hat, der nach seiner Emigration in Hollywood Weltruhm erlangte - und der den Zeitgeist immer wieder musikalisch und in Worten auf den Punkt brachte.
Friedrich Hollaender starb am 18. Januar 1976, vor genau 50 Jahren.
Wie schön wäre es, wenn wir anstandslos das tun würden, was eigentlich gut
für uns wäre, was wir immer schon in Angriff nehmen wollten oder sollten.
Doch lieber schieben wir unsere Pläne auf die lange Bank. Disziplin genießt
bei uns seit langem kein großes Ansehen. Zu stark haftet ihr das Stigma von
Abrichtung und Drill an. Doch wie es schon bei Marc Aurel heißt: Der Mensch
muss von innen mit Säulen und Bögen gestützt sein, sonst zerfällt der
"Tempel" zu Staub. Das Feature wirft einen Blick auf die alte, aber nicht
veraltete Tugend.
Die Erfindung der Uhr, eines mechanischen Zeitmessers, hat unser Verhältnis zur Zeit grundlegend geändert. Doch die objektiv messbare Größe der Zeit unterscheidet sich mitunter beträchtlich vom subjektiven Zeitbewusstsein des Menschen. Untrennbar mit unserem Zeitbewusstsein verbunden ist unser Todesbewusstsein, das Wissen darum, dass unsere Wegstrecke endlich ist. Zeit als Möglichkeit, als Entwurf, Zeit in der Geistesgeschichte und in der Naturwissenschaft, Zeit in den Religionen und Zeit in der Kunst, Zeit als Alltagserfahrung oder im Rückblick des Lebens. In diesem Feature geht die Autorin Sabine Appel der Frage nach: Was ist und wie erleben wir Zeit?
In der kleinen südenglischen Ortschaft Havant existiert ein ganz besonderes Lokalradio. Vor zehn Jahren hat Feature-Autor Michael Lissek die Macher dieses Senders „Angel Radio“ besucht.
Im Hinterzimmer eines Antiquitätengeschäftes fand er Bob, Tony, Jilly, Peter, Linda. Alle über 70 Jahre alt, Margret war damals sogar schon 91. Die Radiobegeisterten wollten ein Publikum ansprechen, das nicht wesentlich jünger war als sie selbst. Angel Radio spielt Musik aus der Jugend der Macher. Da knistern Schelllackplatten, man hört Folgen eines alten Kinder-Hörspiels und die Hörer tauschen sich über ihre Erinnerungen aus. Im Programm finden auch schwierige Themen wie Tod, Trauer und Einsamkeit ihren Platz. Manche, die oft anriefen, weil sie alleine zu Hause waren, wurden schließlich Teil des Teams und fanden neue Freunde.
Ein Feature über die Magie des Radios und seine noch immer lebensspendende Kraft.
Manche der Radiomacher mögen inzwischen gestorben sein, das Angel Radio aber gibt e...
Am Volkstrauertag wird der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. In dieser Dokumentation widmet sich der Autor Hans-Joachim Simm daher der Frage, wie die Menschen seit der Antike mit dem Thema Trauer und Verlust umgegangen sind und was ihnen Trost gebracht hat.
Trost will Leid lindern. Der Zuspruch, den wir dem anderen geben, soll ihm helfen, mit Verlust und Trauer umzugehen, sein psychisches Gleichgewicht wiederherzustellen. Meist sind es die engsten Angehörigen oder Freunde, die durch Wort und Tat trösten. Umgekehrt kann auch derjenige, der schweres Leid erfährt oder am Ende seines Lebens steht, die aufrichten, die um ihn trauern. In Gespräch und Zwiegespräch steht oft der Glaube an einen tröstenden Gott, an ein Jenseits im Mittelpunkt. Zu einem Topos der Geschichte der Tröstung ist der sterbende Sokrates geworden, der durch philosophische Dialoge den Schmerz der Freunde über seinen bevorstehenden Tod mildert. So ist - neben der Religion - gerade die Philosophie ein Medium, das ...