Radioprogramm:
09.05 Uhr
Radiokolleg - Arche Noah Reloaded
Von Eisbär, Tiger und Panda weiß jeder, dass ihre Tage gezählt sind. Aber auch viele heimische Arten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Das Ziesel, die Großtrappe, die Hornotter, die Moorente und die Sumpfschildkröte zählen zu den 50 am meisten bedrohten Tierarten Österreichs. Allein in Österreich ist jede zehnte Wirbeltierart vom Aussterben bedroht. Weltweit sterben jedes Jahr 27.000 Arten für immer aus. Die UNO hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Österreich hat sich im Jahr 2006 wie alle Vertragsstaaten dazu verpflichtet, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Unter Biodiversität versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde - von der genetischen Vielfalt über den Artenreichtum bis zur Vielfalt der Ökosysteme. Laut WWF ist weltweit jede fünfte Säugetierart vom Aussterben bedroht, jede dritte Amphibienart, jede fünfte Hai- und Rochenart und 70 Prozent der erfassten Pflanzenarten kämpfen ums Überleben. "Rote Listen" sind das Barometer der Biodiversität. Seit dem Jahr 2002 ist die Zahl der Arten auf der Roten Liste um 55 % auf mehr als 17.000 bedrohte Arten angestiegen. 1,7 Millionen lebende Arten sind bekannt und beschrieben. Die Wissenschaft geht allerdings davon aus, dass es zehn bis 100 Millionen Tier- und Pflanzenarten gibt. Werden wir viele vernichtet haben, bevor wir sie überhaupt zu Gesicht bekommen? Die Wissenschaft kämpft gegen die Uhr: Zahlreiche Arten wie die Bartgeier werden nachgezüchtet oder wie die Przewalski-Pferde wieder angesiedelt. Ulrike Schmitzer stellt erfolgreiche Artenschutz-Projekte vor.
Hörerwertung: 4 (26 Hörer)
09.30 Uhr
Radiokolleg - Das Zusammenspiel von Essen und Denken
Apfel oder Kipferl? Jetzt oder später? Kochen oder essen gehen? Aufhören oder aufessen? Hunger allein leitet uns nicht bei der Entscheidung, was wir wann essen und wie viel. Auch der gute Geschmack spielt nicht die Hauptrolle, am wenigsten der Nährstoffbedarf. Ein ganzes Bündel an unterschiedlichen Motivationen bestimmt diese Entscheidung, vor allem auch die aktuelle Gefühlslage. Wie stark die Verbindung zwischen Essen und Denken ist, weiß jeder Mensch, der einmal eine Diät gemacht hat: Er kann vielfach nur ans Essen denken. Was lockt ist, was verboten ist. Die Gedanken von Menschen mit Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie werden von Lebensmitteln regelrecht beherrscht. Süßigkeiten können die Laune heben und fördern nicht selten den "Kummerspeck". Unsere Psyche beeinflusst, was, wie viel und wann wir essen; umgekehrt beeinflusst die Ernährung auch die Psyche und das Denken.Das Gehirn verbraucht in etwa ein Fünftel der Gesamtenergie, die wir durch Nahrung aufnehmen. Die Qualität der Nahrung und ihre Menge bestimmen maßgeblich die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Kann man sich "klug essen"? Macht Fast Food dumm? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen psychischen und neurologischen Erkrankungen und der Ernährung? Was passiert in den Gehirnzellen von Magersüchtigen? Warum sind Essverhaltensänderungen so schwer? Das sind nur einige der Fragen, die die moderne Hirnforschung und Ernährungswissenschaft untersuchen.
Hörerwertung: 2 (14 Hörer)
09.45 Uhr
Radiokolleg - Comin' for to carry me home
Der Weg von Afrika in die Neue Welt war für Hunderttausende Menschen seit dem 16. Jahrhundert eine Verschleppung in die Sklaverei. Egal, wo die Menschen nach ihrer Verschleppung ansässig wurden - in Nord-, Mittel- oder Südamerika, in der Karibik oder auf Kuba - ihre Musik nahmen sie mit. Im Lauf der Zeit beeinflussten die Erfahrungen und die Umgebung das musikalische Erbe. Neue Instrumente, neue Rhythmen kamen hinzu, die Lebensumstände zeichneten die Texte. Ein berühmtes Spiritual, "Swing low, sweet chariot", handelt vordergründig von Verstorbenen und ihrem letzten Weg ins Jenseits. Tatsächlich spielt "der Wagen" auf die "underground railroad" an, ein Netzwerk von Helfern, das Sklaven bei ihrer Flucht in die ersehnte Freiheit half. Charakteristisch für die auf afrikanischer Tradition beruhende Musik sind unter anderem die Strukturierung durch rhythmische Grundmuster, die häufigen Frage- und Antwortmotive und die Improvisationsfreude.
Hörerwertung: 2 (15 Hörer)
21.00 Uhr Hörspiel-Studio
In Österreich sind derzeit etwa 300.000 Arbeitssuchende ohne Job, das entspricht einer Arbeitslosenquote von mehr als sechs Prozent. Viele wenden sich hilfesuchend ans AMS, werden geschult, eingeschult und umgeschult. Dort treffen sie auf Viola Linhart, eine kühle Blonde, die Arbeitslose für asozial hält, sich aber nicht ungern an deren Lebensgeschichten ergötzt. Es treten auf: Ein Profifußballer, der nur mehr auf einem Bein steht, eine schießwütige und deshalb ehemalige Polizistin und ein Hedgefondsmanager, der von der Notstandshilfe lebt. Und Frau Linhart hat durchaus einiges anzubieten. Gesucht werden: Begräbnisredner. Ein makelloser Job für Redegewandte, schwarzer Mercedes-Dienstwagen inklusive. Weiters im Angebot: Ein Druidenseminar in Norwegen, eine Trainerausbildung, damit noch mehr Trainer Heere von Trainern ausbilden können. Arbeitslose, das wissen Frau Linhart und das AMS, sind das Potenzial der Zukunft.Die oberösterreichische Autorin und Filmemacherin Patricia Josefine Marchart hat in ihrem Stück ein bizarres Szenario entworfen. Das AMS als Tollhaus, in dem niemand daran denkt, auf Arbeitslosigkeit mit Depressionen zu reagieren (Produktion ORF 2010).
Hörerwertung: 2 (288 Hörer)
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