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Ö1

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Ö1 Morgenjournal

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Marc Aurel in einer (post)pandemischen Welt". Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Klinik Ottakring in Wien, über den Philosphen auf dem Kaiserthron anlässlich dessen 1900. Geburtstages "Bei meiner ersten Interrail-Reise nach Sizilien hatte ich Marc Aurels Selbstbetrachtungen, ?Ta eis heauton', wörtlich ?An sich selbst' in meinem Rucksack", erinnert sich Barbara Maier, Professorin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Vorsitzende der Ethikkommission der Sigmund Freud Universität Wien. 40 Jahre später findet sie die Gedanken des Philosophen auf dem römischen Kaiserthron, dessen Geburtstag sich am 26. April zum 1900. Mal jährt, genauso relevant wie damals. Wenn sich etwa der mächtigste Mann der damals bekannten Welt selbst ermahnt: "Verkaisere nicht". Er ist sich bewusst, dass die Macht Auswirkungen auf seine Persönlichkeit hat. Marc Aurels Kosmos ist der der Stoa, durchwirkt vom Logos, jener Vernunft, die sich in der Natur, der Gemeinschaft der Menschen und im Individuum manifestiert. Alles ist mit allem verbunden - nicht erst seit der Globalisierung unserer Welt. Angesichts der Corona-Pandemie fragt Maier: "Die Gesellschaft schaut in Angst und Panik sich selbst ins Gesicht. Was ist zu sehen? Solidarität oder Egoismus? Vernunft oder Unvernunft?"

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Hans Georg Nicklaus. Händel vertont ein salomonisches Urteil, Musik der Pianistin, Komponistin und Dirigentin Fanny Mendelssohn, Mozart treibt leicht sadistische Späße mit ?seinem' Hornisten Etliche Werke für das solistische Horn komponiert Mozart für den Waldhornisten der Salzburger Hofkapelle Joseph Ignatz Leutgeb. In seinem (nicht vollständig erhaltenen) Hornkonzert KV 412 kommentiert Mozart im Notentext die einzelnen Passagen des Solohorns mit vertraulichen Bemerkungen an seinen Freund: "Oh wie bist du elegant!... Liebster ... Eselchen ... atmen!"

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Eine seltene Erscheinung. Die Zoologin Karin Ernst spricht über die Kroatische Gebirgseidechse. Teil 3: Sonnige Felsen und kühle Hohlräume Gestaltung: Julia Grillmayr Die Kroatische Gebirgseidechse ist eine von fünf in Österreich heimischen Eidechsenarten und gilt hierzulande als die seltenste. Sie wird oft mit der häufigeren Mauereidechse verwechselt, mit der sie sich den Lebensraum teilt. Man bekommt sie aber auch deshalb wesentlich seltener zu Gesicht, da sich die Kroatische Gebirgseidechse, Iberolacerta horvathi, vorwiegend auf strukturreichen Felsen aufhält und sich gerne in den kühlen und sicheren Felsspalten zurückzieht. Die Habitate der schlanken, zierlichen Eidechse finden sich meistens zwischen 600 und 1200 Höhenmetern. Neben den Funden in Österreich, ist die Art in Kroatien, Slowenien und Italien nachgewiesen. Weitere sieben Arten der Gattung Iberolacerta, sind auf der iberischen Halbinsel beheimatet. Diese weite Distanz zwischen der Kroatischen Gebirgseidechse zu ihren nächsten Verwandten ergab sich durch die letzte Eiszeit, in der vergletscherte Gebiete die Populationen trennten. 1986 wurde Iberolacerta horvathi das erste Mal in Österreich gefunden. Seither versucht die Forschung weitere Populationen und Lebensräume zu finden und zu dokumentieren. Karin Ernst vom Naturhistorischen Museum Wien hat sich in ihrer Masterarbeit dieser Aufgabe gewidmet, wobei sie eine Computermodellierung benutzte, um potenziell geeignete Habitate zu finden. Unter Berücksichtigung verschiedener Umweltvariablen, etwa über das Klima, die Sonneneinstrahlung oder die Distanz zu Gewässern, wies das Modell passende Lebensräume für die Kroatische Gebirgseidechse auf der österreichischen Landkarte aus. Auf Basis dieser Daten machte Karin Ernst eine Freilandstudie und besuchte 21 Tälern auf der Suche nach der Kroatische Gebirgseidechse. So konnte Iberolacerta horvathi erstmals an weiteren 10 Standorten nachgewiesen werden.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Epikur und Epidemie

Philosophische Handreichungen für eine kranke Welt (3). Gestaltung: Günter Kaindlstofer Kleines Virus, große Folgen: Der Corona-Erreger hält die Welt in Atem. Millionen Menschen sind in den letzten Monaten gestorben, Krankenhäuser arbeiten an den Grenzen ihrer Belastbarkeit, beschwerliche Lockdowns und massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens zerren an den Nerven. Hat uns die Philosophie - vielleicht sogar die Philosophie der Antike - in dieser Zeit etwas zu sagen? Sie hat. Epikur von Samos zum Beispiel, 341 v. Chr. geboren, hat eine originelle und wohlausgewogene Philosophie des guten Lebens formuliert. Von einer Pandemie, wie wir sie zur Zeit durchleben, hätte sich der hellenistische Denker ganz sicher nicht verunsichern lassen. Oberstes Ziel der Lebensführung war es in Epikurs Sicht der Dinge, einen ausgeglichenen Gemütszustand zu erreichen, einen Zustand, den er - wie viele andere Philosophen im antiken Griechenland - "Eudaimonie" nannte. Zentrales Element eines gelungenen Lebens ist es Epikurs Lehren zufolge, sich von äußeren Umständen so unabhängig zu machen wie möglich. Es komme auf die innere Einstellung an, postulierte der Philosoph, darauf, Herr über die eigenen Begierden und Emotionen zu sein - denen man in Maßen aber nachgeben müsse und dürfe. Wer im Einklang mit seinen Bedürfnissen lebe und sich von äußeren Umständen weitgehend unabhängig gemacht habe, könne einen Zustand des inneren Friedens erreichen, einen Zustand der "Ataraxie", mögen draußen in der Welt auch unerfreuliche Zustände herrschen - zum Beispiel eine Pandemie. Obwohl von Theologen und christlichen Philosophen jahrhundertlang verfemt, haben die Lehren Epikurs und seiner Schüler bis heute eine nicht zu unterschätzende Wirkung entfaltet. Die Liste der bekannten Epikureer der letzten zweitausend Jahre reicht von den römischen Dichtern Lukrez und Horaz über Michel de Montaigne und die führende Köpfe der französischen Aufklärung bis hin zu Erich Fromm und zum Pariser Philosophen Michel Onfray, der zu den prominentesten Epikureern der Gegenwart gehört. Die Corona-Pandemie mag menschliche Tragödien und einiges an Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Sie kann aber auch Anlass sein, sich wieder einmal mit den entscheidenden Fragen des Menschseins auseinanderzusetzen. Was ist es, das im Leben wirklich zählt? Was macht ein geglücktes Leben aus? Und wie lässt sich ein Zustand des inneren Friedens, der "Ataraxie", erreichen? Die epikureische Philosophie bietet interessante Antworten darauf.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

E wie Erbse, F wie Fenchel, G wie Gerste, H wie Hanf (3). Gestaltung: Ilse Huber, Renate Pliem, Kim Shirin Cupal *G wie Gerste* Sie gehört zu den ältesten kultivierten Getreidearten: Schon vor zirka 10.000 Jahren wurde die Gerste im Bereich des "Fruchtbaren Halbmondes" im Norden der arabischen Halbinsel domestiziert. In Mitteleuropa steht die Gerste seit der Jungsteinzeit auf dem Speiseplan der Menschen und wird seither auch als Viehfutter eingesetzt. In der Bronzezeit stärkten sich die prähistorischen Bergleute von Hallstatt mit einem Brei, der aus Bohnen, Rollgerste, Hirse und Schweinefleisch bestand - heute noch kennt man dieses Gericht als "Ritschert". Die Gerste ist eine einjährige Pflanze und gehört zur Familie der Süßgräser. Man erkennt diese Getreideart daran, dass ihre Ähren lange Grannen haben, feine Fäden, die die Samenkörner umschließen. Die Halme sind relativ kurz, reife Ähren hängen nach unten geneigt. Es wird Sommer- und Wintergerste angebaut, je nachdem, wann das Getreide ausgesät und geerntet wird. In den kleinen Körnern steckt viel Kraft: Gerste enthält Ballaststoffe, Eiweiß, Mineralstoffe und viele essenzielle Aminosäuren. Das Getreide hat nur wenig Gluten, deshalb kann reines Gerstenbrot nicht gebacken werden. Personen mit Glutenunverträglichkeit sollten dennoch Produkte aus Gerste meiden. Bier, Whiskey und Malzkaffee wären ohne die Gerste undenkbar. Da sie frisch vom Feld nicht für die direkte Verwendung geeignet ist, muss sie behandelt werden: Das so genannte "Mälzen" ist ein kontrollierter Keimvorgang, bei dem aus Getreide Malz entsteht. Gestaltung: Renate Pliem

09.45 Uhr
Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

Orange Power/Gino Pertot, The Moreaus, Rainhard Fendrich, Sigrid Horn (3). Gestaltung: Walter Gröbchen, Stefan Trischler, Stefan Niederwieser *Rainhard Fendrich* Beliebt zu sein, ist keine Schande. Rainhard Fendrich gelingt das mit Refrains, die allen gefallen. Weil sie den klugen Hintersinn seiner Strophen sabotieren. "Was als unschuldige Naivität daherkommt, erweist sich als anschlussfähig an rassistische Ideologie", schreibt Klaus Nüchtern über "I Am From Austria". Der Falter-Feuilletonist stellt in seinem Essay von 1995 klar: Nein, Rainhard Fendrich ist kein rechter Barde. Sein damals zwei Jahre altes Lied "Brüder" kann als heimliche Hymne für den Multikulturalismus gelten. Aber Fendrich wählt seine Worte vage. So auch in der heimlichen Bundeshymne Österreichs. Ja, er kennt die Leut, er kennt die Ratten. Und trotzdem gerät ihm sein Blut in Wallung bei einem so prächtigen Stamm. Fendrichs Texte und sein Werk - sie schillern. Schiller, Heine und Nestroy sind Namen, die fallen, wenn Rainhard Fendrich auf die Schultern von Giganten gestellt wird. Von dort aus zwinkert er dem Volk zu. Er verbündet sich mit ihm gegen die da Oben. Vor allem im Yuppie-Jahrzehnt - den 1980ern - macht Fendrich das liebend gern. Schickeria von 1982 stellt das Leitmotiv des symbolischen Klassenkampfs vor. Auf Liedern wie Sekt und Kaviar, Die Nacht, In der Szene oder Wirtschaftswunderkinder wird das Motiv variiert. Und Bussi Bussi oder Club der Milliardäre bleiben ihm Jahrzehnte später noch treu. Fendrich kommt vom Musical. Und so geht es in vielen Liedern deftig zu. Das aber mit viel Sprachwitz. Fendrich baut Fallen und doppelte Böden in seine Texte ein. Für das Publikum sind sie allerdings leicht zu überwinden. Der Sport gibt Kraft und Schwung, Wien bei Nacht ist high und modern, Machos sind modisch und immer eine Hasenlänge vorn. Fragile Männlichkeit ist ein anderes Leitmotiv in Fendrichs Karriere. Als äußerst langlebig haben sich außerdem einige klassische Liebeslieder erwiesen. Rainhard Jürgen Fendrich wurde 1955 in Wien geboren. Zur Biografie des Liedermachers und Entertainers gehören zwei Scheidungen, eine zweijährig verstorbene Tochter und diverse Skandale. Für ihn kam Austropop eigentlich zehn Jahre zu früh. Dessen Leben hat Rainhard Fendrich nicht nur verlängert, er hat es auch veredelt. Gestaltung: Stefan Niederwieser

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Stephanie Maderthaner Ein musikalischer Grenzgang - Maurice Ravel: Sonate für Violine und Klavier in G-Dur (Patricia Kopatchinskaja/Violine, Fazil Say/Klavier) Mit seiner Sonate für Violine und Klavier scheint Maurice Ravel kompositionstechnisch und teilweise auch klanglich weit in die Zukunft, in unsere Zeit, zu greifen. Im Mittelsatz, dem "Blues", hat man gar das Gefühl, die Geigerin benütze den Bogen auch als eine Art Schlaginstrument. Ravel wollte - so meint es der Musikwissenschafter Arbie Orenstein - mit diesem, seinem letzten Kammermusikwerk auch die Unvereinbarkeit zwischen Geige und Klavier illustrieren. Die beiden Instrumente agieren relativ unabhängig voneinander, stellenweise auch bitonal. Ein Werk, manchmal hauchdünn an der Grenze zur Auflösung jeglicher Tonalität - besonders intensiv zu spüren in der aufregenden Interpretation von Patricia Kopatchinskaja und Fazil Say.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

?Im Schläfengebiet? von Klaus Merz. Es liest Günter Lieder Walter leidet unter Epilepsie, deren Vorzeichen zu deuten er gelernt hat. Seit ihn Mirjam ihn verließ, verbringt er seine Tage in Einsamkeit und lernt dabei auch, mit sich selbst bewusster umzugehen. Der Schweizer Autor Klaus Merz erzählt dies mit der Zartheit seiner Präzision. Gestaltung: Martin Sailer, Landesstudio Tirol Redaktion: Nicole Dietrich

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Liebstöckel, Nacktmull Co. Vom Leben der Natur Vol. 1 Gestaltung: Stephan Pokorny Wie macht man Natur hörbar? Ein Summen, ein Zwitschern, ein Bachrauschen lässt sich leicht mit einem Aufnahmegerät einfangen. Doch wie bringt man faszinierende Zusammenhänge von Flora und Fauna ins Radio oder auf eine CD? Die Erfahrung zeigt: mit der Begeisterung jener, die am besten darüber Bescheid wissen. Jede Woche von Montag bis Freitag öffnet sich in Ö1, jeweils von 8.55 Uhr bis 9.00 Uhr der Vorhang zu einer imaginären Naturbühne und präsentiert ein Thema, das für eine Woche im Zentrum der Sendereihe steht. Diese sind so vielfältig, so bunt und schillernd wie die Natur selbst. Von der Milchstraße zum mikroskopisch kleinen Einzeller spannt sich der Bogen von "Vom Leben der Natur", funkelnde Edelsteine und Bachkiesel haben ebenso ihren großen Auftritt wie Tiere und Pflanzen in vielfältigen Lebensräumen. Das Schwierigste an der vorliegenden Produktion: die Auswahl - diesmal sind es folgende Themen: Die Pfütze. Die Kommunikation von Katzen. Heimische Nadelbäume. Hummeln. Nacktmulle. Der Donau-Kammmolch. Die Heilkraft der Pflanzen. Lippfische.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Rainer Elstner. Perspektivenwechsel. Carolyn Sampson singt Lieder von Clara und Robert Schumann Mit Auschnitten aus der "Zeit-Ton"-Reihe . Diese Serie gibt es auch als . "Wie führt eine moderne Frau mit Selbstachtung heute diesen Liederzyklus auf, in dem die weibliche Protagonistin ausschließlich in Bezug auf den Mann und in ihrer Rolle als Frau und Mutter definiert wird?", fragt die britische Sopranistin Carolyn Sampson in einem Artikel, den sie für den britischen "Guardian" geschrieben hat. Sie beantwortet diese Frage mit ihrer neuesten CD. Sampson verwebt auf Vorschlag ihres Pianist Joseph Middleton Robert Schumanns Liederzyklus "Frauenliebe und -leben" op. 42 mit Werken von Clara Schumann. Damit fügt sich die weibliche Perspektive zu einem komplexeren Bild. Musikalisch beleuchten sich die Lied-Welten der Komponistin und des Komponisten. Clara Schumanns Leben als gefeierte Pianistin war definitiv reicher, als das jener Frauenfigur, die Adelbert von Chamisso im Jahr 1830 in seinen Gedichten zeichnet. 1840 hat Schumann acht dieser neun Texte vertont: Eine Frau verliebt sich in einen Mann, fühlt sich ihm gegenüber ohne Wert. Erst eine Heirat erfüllt sie ganz ("Lass mich in Andacht, / Lass mich in Demut, / Mich verneigen dem Herren mein.") Die Freundinnen verlässt sie, das Mutterglück steht über allem. ("Nur eine Mutter weiß allein, / Was lieben heißt und glücklich sein.") So wird es in "Frauenliebe und leben" erzählt. "Diesen Liederzyklus liebe ich schon seit langem", schreibt Sampson. "Er scheint einfach und charmant zu sein - aber nur oberflächlich betrachtet. Hier verstecken sich - vor allem im Klavierpart - einige einfach zu übersehene Untiefen." Clara Schumann überlebte Robert um vier Jahrzehnte und setzte ihre internationale Solistinnenkarriere nach seinem Tod fort - zu einer Zeit als eine berufliche Tätigkeit mit eigenem Einkommen für eine Frau noch die große Ausnahme war. "Aus ihrer Korrespondenz wissen wir, dass sie sich Sorgen machte, die Rolle der 'guten' Frau und Mutter erfüllen zu können", schreibt Sampson. "Der Mangel an Zeit zum Üben beunruhigte sie und es gab Phasen ihres Lebens, in denen sie der damals vorherrschenden Idee erlag, dass Frauen nicht komponierten. Aber ihr Komponieren scheint eine Form des Eskapismus gewesen zu sein - sie beschrieb es als "Stunden der Selbstvergessenheit". Sampson, auch Expertin für historisch informierte Aufführungspraxis, singt Robert und Clara Schumanns Lieder mit beglückender Leichtigkeit und in magisch schwebenden Pianissimo-Tönen.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Norwegisches Radio-Sinfonieorchester, Dirigent: Petr Popelka; Ragnhild Hemsing, Violine. Joseph Haydn: Symphonie G-Dur Hob. I/100, "Militärsymphonie" * Antonin Dvorák: Romanze op. 11 * Johan Svendsen: Romanze G-Dur op. 26 * Sergej Prokofjew: Symphonie Nr. 1 D-Dur op. 25, "Symphonie Classique" (aufgenommen am 25. August 2020 im Konzertsaal des Norwegischen Rundfunks Oslo). Präsentation: Peter Kislinger

15.30 Uhr
Moment

Über vergessene Wörter, ein altes Marionettentheater und viele Familienfilme Der Sprachwissenschaftler Helmut Birkhan hat Antoine de Saint- Exupérys "Der kleine Prinz" ins Mittelhochdeutsche übersetzt und als Professor an der Universität Wien die Grammatik der "Mickey Mouse"-Sprache erforscht. 2006 ging Helmut Birkhan in Pension. Aufgehört zu arbeiten hat er nicht. Sein aktuelles Buch soll aber sein letztes sein, sagt er. In "Kindheit in Wien" erzählt Birkhan, geboren 1938, von seinen Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit. Dazu gehörten chemische Experimente in der Wohnung der Eltern im sechsten Bezirk, die 8mm-Filme des Vaters und die aufwendigen Inszenierungen mit dem Marionettentheater, dass noch vom Großvater stammt. Das kleine Theater aus Karton steht heute noch im Büro von Helmut Birkhan. Dort findet sich unter den unzähligen Büchern auch "Das Wörterbuch der Wiener Mundart". Lautschriftlich lässt er viele dieser oft schon vergessenen Worte in seinen Kindheitserinnerungen wieder aufleben. Natürlich mit Erklärungen für eine jüngere Leserschaft. Gestaltung: Dominique Gromes Wort der Woche: Lothar Bodingbauer Moment-Echo: Franziska Schwarz

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Magdalena erzählt von ihrem E-Book Rosi redet schon seit Tagen davon sich ein E-Book zuzulegen. Zwar hat der Radiohund schon von den elektronischen Büchern gehört, aber was so ein E-Book eigentlich genau ist, wie man es liest und wofür das überhaupt gut sein soll, weiß Rudi nicht. Zum Glück kann ihm Magdalena weiterhelfen. Sie ist acht Jahre alt, liest sehr gerne und hat seit einiger Zeit ein eigenes E-Book. Magdalena erzählt über die Vor- und Nachteile vom Lesen auf dem Bildschirm. Magdalena: "In der Corona-Zeit hab ich lieber E-Books gelesen, weil ich schon alle Bücher bei mir zu Hause ausgelesen hab. Bücher bestellen ist nicht so cool, weil die kriegt man dann erst ein paar Tage später. Das E-Book ist cool, weil man sich online welche ausborgen kann und nichts zahlen muss - außer wenn die Bücher schon abgelaufen sind." Gestaltung: Amba Botland

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis - Religion und Gesellschaft

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Spaghetti, Cannelloni Co. Ein runder Geburtstag mit allerlei Zutaten "Mangia, mangia, che ti fa bene" - in Italien gilt Essen als Allheilmittel für alle Wehwehchen, insbesondere das Essen von Pasta, vor allem die Einnahme von Spaghetti wird in allen Lebenslagen verschrieben. Auch Cantautore Giorgio Conte, Paolos kleiner Bruder, frönt in einigen seiner Lieder der Kulinarik. Zu seinem 80. Geburtstag am 23. April servieren wir ein paar seiner eigenen musikalischen Gerichte (apropos, auch Giorgio war, wie sein älterer Bruder Paolo Conte, Rechtsanwalt), aber auch ein paar "piatti" von Kollegen, die ihm und uns munden könnten. Leichte Kost in Zeiten, in denen es fast zu schön wäre, wenn ein Teller Spaghetti die Welt wieder in Ordnung brächte.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Die erste Weltumseglung unter dem Kommando von Ferdinand Magellan mit: Christian Jostmann, Historiker und Publizist Gestaltung: Caroline Wolf Über einen Freund erfuhr Ferdinand Magellan vom Reichtum der "Gewürzinseln", den heutigen Molukken. Weil sein Heimatland Portugal ihn nicht unterstützte, stach er am 20. September 1519 mit fünf Schiffen und rund 250 Mann in See, um die Inseln zu finden. Der Vertrag von Tordesillas teilte die damalige Welt in eine spanische und portugiesische Hemisphäre. Die Lage der "Gewürzinseln" war aber umstritten. Um nicht in den portugiesischen Machtbereich einzudringen, wählte Magellan die Westroute. Er war überzeugt davon, einen Wasserweg zwischen dem Atlantischen- und dem Pazifischen Ozean zu finden. Erst nach Schiffsverlusten, Meutereien und einer mühevollen Überwinterung durchquerte er an der Südspitze Amerikas eine enge Wasserstraße - die heute nach dem Entdecker benannte "Magellanstrasse". Von dort dauerte es, quer über den Pazifik, mehr als drei Monate bis die verbliebenen drei Schiffe wieder Land entdeckten. Bei Christianisierungsversuchen auf den Philippinen wurde der streng gläubigen Ferdinand Magellan am 27. April 1521 getötet. Fast eineinhalb Jahre später torkelten 18 Mann, die Reste seiner Armada, in Spanien an Land. Sie waren die Überlebenden der ersten Weltumsegelung. Als Beute brachten sie 26 Tonnen Gewürze mit.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Die Aufseherin Die ungewöhnliche Geschichte der Hedwig Stocker Von Ulrike Schmitzer 1941 beginnt Hedwig Stocker als Oberwachtmeisterin in der Haftanstalt Krems zu arbeiten. Im Gefängnis sitzen politische Häftlinge, Widerstandskämpferinnen gegen das NS- Regime. Auf den ersten Blick würde man meinen, dass hier eine überzeugte Nationalsozialistin ihren Dienst tut. Erst 1950 beendet sie ihre Tätigkeit. Ist das ein klassischer Fall, wie man nahtlos in die Nachkriegszeit wechselt? Doch Hedwig Stocker war eine ungewöhnliche Aufseherin, die von den weiblichen Häftlingen geschätzt und geliebt wurde. Davon zeugen Briefe und Dokumente. Hedwig Stocker war eine Frau mit Zivilcourage. Gegen Kriegsende versteckte sie eine "Politische" in ihrem Gartenhaus und rettete sie so vor der SS. Viele der ehemaligen Gefangenen trafen sich später noch privat mit der Aufseherin. Literaturtipp: Antonis Sanoudakis: Widerstand in Griechenland und Stein. Die Geschichte des Nikos Mavrakis. Kommentiert und herausgegeben von Robert Streibel. Verlag Bibliothek der Provinz Robert Streibel: Der Engel von der Kasernenstrasse. Die Gefängnisaufseherin Hedwig Stocker aus Krems. Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 3/2019, S. 7-12

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Colin Mason. Das Capriccio Barockorchester Musik von Giovanni Lorenzo Gregori, Antonio Stradella, Georg Philipp Telemann, Jean-Baptiste Lully u. a. Im März 2021 ist die neueste CD des im schweizerischen Rheinfelden beheimateten Capriccio Barockorchesters erschienen, mit Werken von Antonio Stradella (1639-1682) sowie vom eher weniger bekannten Luccheser Komponisten Giovanni Lorenzo Gregori (1663-1745). Nicht nur anhand dieser Neuerscheinung, sondern auch mit einem Blick auf ältere CD-Aufnahmen bringt unsere Sendung ein Porträt des Ensembles, das 1999 vom Violinisten Dominik Kiefer gegründet wurde und bald zu den bekanntesten Barockorchestern der Schweiz zählte. Neben den Werken der großen Meister des Barocks - und späterer Epochen - widmet sich das Capriccio Barockorchester auch neuentdeckten oder wenig gespielten Musikwerken und tritt in kammermusikalischer bis sinfonischer Besetzung auf.

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

Auf der Suche nach der "Österreíchischen Seele" Zum 100. Geburtstag Erwin Ringels Gestaltung: Daphne Hruby "Mr. Suicide" nannten ihn die Amerikaner. Dabei waren sie voller Respekt für Erwin Ringel - den Begründer der "Internationalen Vereinigung für Selbstmordverhütung (IASP)". Zuvor hatte der Psychiater und Neurologe 1948 in Wien bereits das weltweit erste Zentrum für Suizidprävention gegründet - zu einer Zeit, in der Menschen nach einem Selbstmordversuch noch geächtet wurden und keinerlei adäquate Therapie bekamen. "Wir sollten Menschen zu ihren Lebzeiten anerkennen, uns ihres Wertes rechtzeitig bewusst werden", sagte hingegen Ringel und beschäftigte sich mit den Gründen, die zu einer derartigen Verzweiflungstat führten. Aus der Analyse von knapp 750 Fällen formulierte er schließlich das "präsuizidale Syndrom". In Österreich ist Erwin Ringel vor allem für sein 1984 erschienenes Werk "Die Österreichische Seele" bekannt. Ein Bestseller, der dem Arzt einerseits Respekt, andererseits große Anfeindungen einbrachte. Ein "Nestbeschmutzer" wurde er genannt. Vielen schmeckte offensichtlich nicht, dass Ringel Österreich darin als die "Brutstätte der Neurose" bezeichnete und der Bevölkerung unterstellte, die Kinder zu "devotem Dienen" und "vorauseilendem Gehorsam" zu erziehen. Dabei ging es ihm eigentlich wiedermal darum aufzuzeigen, was hinter Depressionen und der damals hohen Suizidrate Österreichs steckte. "Was kränkt macht krank", heißt demnach auch eines der Kapitel. Erwin Ringel besaß einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. 1939 wurde er als 18 jähriger kurzzeitig von der Gestapo verhaftet, weil er an einer antinationalsozialistischen Großkundgebung am Stephansplatz, dem "Rosenkranzfest", teilgenommen hatte. Später wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, wo er im Lazarett bereits erste medizinische Erfahrungen sammelte. Kurz darauf beleidigte er seinen Vorgesetzten und schimpfte auf Hitler. Durch den Einsatz befreundeter Ärzte kam er danach nicht nur mit dem Leben davon, sondern wurde auch aufgrund "psychiatrischer Probleme" vorzeitig aus der Wehrmacht entlassen. Angeblich weckte dieser Vorfall sein Interesse für sein späteres Spezialgebiet. Der Mann mit dicker Hornbrille und ausgeprägtem Faible für Georg Kreisler aber auch die Oper war keineswegs öffentlichkeitsscheu. Er verstand es das Publikum mit seinen unkonventionellen Auftritten zu fesseln und für sein Arbeitsgebiet zu interessieren. In Österreich sterben pro Jahr noch immer mehr als zweieinhalb Mal so viele Menschen aufgrund eines Suizids als infolge eines Verkehrsunfalls. Was ist also von Erwin Ringels revolutionären Einsatz geblieben? Und wer war der Mann, der so treffsicher in die "Österreichische Seele" zu blicken vermochte? Daphne Hruby mit einer ausführlichen Würdigung des Jubilars.

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Wurscht Gestaltung: Stephan Pokorny Politik ist reduziert auf Propaganda in der bezahlten Gratis-Boulevardpresse. WURSCHT! Soziopathen regieren Weltmächte. WURSCHT? Im Schnitzelland geht's ZACK ZACK ZACK! und GLOCKGLOCKGLOCK! WURSCHT! In knapp vier Jahren ebenso viele Regierungen. Wahlkampf in der Endlosschleife. Täter gebärden sich als Opfer der eigenen Schmutzkübelkampagnen. Da kann der Satiriker kaum mithalten. Fake-News und Message-Control dominieren. Lukas Resetarits ist es nicht WURSCHT, darum stellt er Fragen und sucht Antworten. Ein Live-Mitschnitt aus dem Stadtsaal Wien vom Dezember 2019.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Epikur und Epidemie. Philosophische Handreichungen für eine kranke Welt (3). Gestaltung: Günter Kaindlstofer Das ABC der Speisepflanzen. E wie Erbse, F wie Fenchel, G wie Gerste, H wie Hanf (3). Gestaltung: Ilse Huber, Renate Pliem, Kim Shirin Cupal Lexikon der österreichischen Popmusik. Orange Power/Gino Pertot, The Moreaus, Rainhard Fendrich, Sigrid Horn (3). Gestaltung: Walter Gröbchen, Stefan Trischler, Stefan Niederwieser

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit einer weiteren Folge aus der Reihe . Diese Serie gibt es auch als . Gestaltung: Marlene Schnedl

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten