Features im Radio  (11.08.2026)

Features

Dienstag 08:30 Uhr SWR Kultur

Das Wissen

Vernetzter Wald - Wie Pilze und Pflanzen kommunizieren Von Achim Nuhr Dass unter Wald- und Ackerböden Pilze und Pflanzen miteinander verbunden sind, lässt sich leicht nachweisen. Doch "kommunizieren" sie wirklich miteinander über Trillionen Kilometer feiner Pilzfäden, sozusagen ein "Wood Wide Web"? Was esoterisch klingt, beschäftigt Wissenschaftler: Sie weisen den Austausch lebensnotwendiger Nährstoffe nach - und forschen, ob Pflanzen dabei fühlen oder sogar denken können. Die Zeit drängt: Wegen des Klimawandels könnten Netzwerke kollabieren, Wälder und Ackerpflanzen sterben. (SWR 2025)

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

Bayern 2 Nah dran

Moderation: Ruslan Amirov 9.10 Aktuelles Interview Kann Hitze die Gesellschaft spalten? Dr. Simon Gerards Iglesias, Institut der Wirtschaft 9.20 Bayern 2 Radiowissen Heterofatalismus - wenn Frauen männermüde sind 9.50 Bayern 2 Kalenderblatt 11.08.1922: Deutschlandlied wird Nationalhymne 10.00 / 11.00 Nachrichten, Wetter, Verkehr 10.10 Interaktion 11.10 Nahaufnahme Tracking von Wildtieren (1) - Storch Hansi verpasst den Vogelzug 11.56 Werbung Moderation: Ruslan Amirov

Dienstag 10:00 Uhr Radio Blau

Zonic Radio Show

Die hör-mediale Erweiterung der Kulturerscheinung Zonic. Thematisch frei zwischen Musik, Literatur und Kunst changierend, gibt es von tieftauchenden popkulturellen Features über experimentelle Klangstücke oder Sound & Poetry-Mixe bis zum Hangeln durch den News-Jungle eines extrem offenen musikalischen Spektrums alles zu hören, was potentielle Relevanz im stetig sich ausbreitenden Zonic-Kosmos hat; und über dessen Rand hinaus! Wort- & Musikauswahl: Alexander Pehlemann

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Feature

Breaking Dad Xu Wei rettet sein Kind Von Baran Datli Regie: Guiseppe Maio Deutschlandfunk/SWR 2026 Wie weit geht ein Vater, wenn der Tod seines Kindes unvermeidbar scheint? Haoyang wird mit dem Menkes-Syndrom diagnostiziert. Weil niemand eine Therapie entwickelt, baut Xu Wei in der Abstellkammer seiner Eltern ein Labor. Er hat keine Ausbildung, keine Lizenz und zwei Jahre Zeit. Xu Wei sitzt im Auto, als der Anruf kommt. "Bereiten Sie sich mental darauf vor", sagt der Arzt, "das Ergebnis des Gentests ist da". Dann buchstabiert er: "M-E-N-K-E-S". Xu Wei fährt rechts ran, tippt es ins Handy, findet aber kaum etwas über die seltene Krankheit. Nur: Kinder mit dieser Mutation sterben meist vor ihrem dritten Geburtstag. Haoyang ist ein Jahr alt. Ein Medikament gibt es nicht, kein Pharmakonzern will es herstellen. Der Schulabbrecher Xu Wei beschließt, es im Heimlabor selbst zu tun. Was er dabei gewinnen und verlieren wird, ahnt er noch nicht. Baran Datli ist freier Reporter und Regisseur in Berlin. Er schreibt und produziert Auslandsreportagen und Dokumentationen. Für seinen Doku-Podcast "Hannes soll kein Russe werden" gewann er den Deutschen Hörbuchpreis. Datli ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule. Breaking Dad - Xu Wei rettet sein Kind

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Der Preis der Entscheidung Wie junge Menschen den Umgang mit Geld lernen Von Vivien Leue Junge Menschen wissen heute oft mehr über ETFs, Kryptowährungen und Geldanlage als frühere Generationen. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor Schulden, Konsumdruck und finanzieller Unsicherheit. Warum reicht Finanzwissen allein offenbar nicht aus? Das Feature fragt, wie unser Umgang mit Geld entsteht - in Familien, in sozialen Netzwerken und auf Plattformen, die rund um die Uhr zum Konsum verführen. Es geht um Status, Scham, Zugehörigkeit und die Psychologie hinter finanziellen Entscheidungen. Und um die Frage, ob Finanzkompetenz am Ende weit mehr ist als die Fähigkeit, Einnahmen und Ausgaben zu berechnen.

Dienstag 22:05 Uhr Deutschlandfunk

Musikszene

Klangkörper der Resilienz Afghanistans Musikinstitut ANIM zwischen Krieg und Exil Von Martin Gerner Wie 273 Musiker versuchen, ihre Musik vor der Zerstörung durch die Taliban zu bewahren. Als die Taliban im August 2021 Kabul erobern, hängen sich auf dem Flughafen verzweifelte Menschen an startende Maschinen. Das westliche Bündnis ließ viele Menschen, denen sie damals Hilfe zugesagt hatte, in Not zurück. Dazu zählten 273 Musiker, darunter minderjährige Mädchen und Jungen, des afghanischen Musikinstituts Kabul ANIM. Aus Angst vor Verfolgung zerstörten einige ihre Instrumente. Musik ist in Afghanistan unter den Taliban offiziell verboten und sie bleibt seit fünf Jahren stumm. Die Flucht der ANIM-Musiker nach Europa ins Exil ist nicht weniger von Angst, Entbehrung und bitteren Neuanfängen geprägt. Inmitten der Wirren treibt ein Motiv den Institutsleiter und die jungen Musiker an: das Erbe der afghanischen Musik zu retten und so Afghanistan als Kulturnation vor dem Vergessen zu bewahren.

Dienstag 22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Vermaledeit seyst du Zur Geschichte der Hatespeech Von Christoph Spittler Regie: Susanne Krings Mit: Claudia Mischke und Moritz Führmann Ton und Technik: Lukas Fehling und Christoph Schumacher Redaktion: Anna Seibt Deutschlandfunk 2023 (Wdh. v. 07.08.2026, 20.05 Uhr, Deutschlandfunk) Hass: eine der grundlegenden menschlichen Emotionen. Gehasst wurde schon immer, und dem Hass wurde auch sprachlich Ausdruck gegeben. Aber die Struktur der Hassrede ändert sich. Die Inquisitoren der Hexenverfolgung legitimieren die angebliche Minderwertigkeit der Frau mit pseudowissenschaftlichen Argumenten. Goebbels vergleicht das Judentum mit einer Infektionskrankheit. Punkrock brüllt seine Wut auf die verlogene Wohlstandsgesellschaft heraus. Westdeutsche Spießbürger der Nachkriegszeit stammeln ihren Hass auf "Gammler" und unangepasste Studierende in die Fernsehkameras, der rechte Internet-Mob übt sich in Kommentarspalten gern in unbeholfenem Sarkasmus. Was sagt die Sprache des Hasses über ihren historischen Kontext? Welche rhetorischen Strategien kehren immer wieder, und was passiert, wenn auch noch künstliche Intelligenz mitmischt? Christoph Spittler, geboren 1969 in Niedersachsen, ist seit seinem Ethnologiestudium begeisterter Milieusurfer. Entdeckt überall fremde Kulturen und ist fasziniert von Glanz und Elend des globalen Kapitalismus. Wurde 1993 Radio-Autor. Überlebt seit Anfang der 90er in Berlin-Mitte.

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