Ö1

Radiokolleg - Nicht willkommen

Die Rückkehr der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg (3). Gestaltung: Ute Maurnböck Sie sind heute ältere Herren und Damen, die Mitglieder der "Kinderjause", Söhne und Töchter von aktiven Gegner/innen des Nationalsozialismus. Die Eltern waren in der Arbeiterbewegung oder im Austromarxismus aktiv, waren jüdische Flüchtlinge oder einfach Gegner/innen des Regimes. Die Biographien eint die Zerrissenheit. Die Kinder wuchsen in der Fremde auf, viele verloren ihre Mütter und Väter, haben frühe Erinnerungen an Konzentrationslager. Die Eltern führten schon davor ein Leben außerhalb der Mehrheit, ihre nach Österreich zurückgekehrten Kinder mussten sich nach 1945 einen Platz in einer Gesellschaft suchen, die sie nicht mit offenen Armen empfing. 55 Millionen Tote waren durch den Krieg zu beklagen, davon 6 Millionen, die in Lagern ermordet worden waren. 10 Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben, Millionen gerieten in Kriegsgefangenschaft, Europa war in großen Teilen zerstört. Wie stellte sich das Leben für jene dar, die ein neues Österreich nach dem Kriegsende vorfanden? In einem Land, in dem ehemalige Täter Karriere machen konnten und schon vor einer Aufarbeitung der vergangenen Jahre lieber an einen Schlussstrich gedacht wurde? Wie bauten sie sich ein Leben abseits der Mainstream-Gesellschaft auf? Und war den Rückkehrenden Anpassung oder Widerstandsgeist wichtiger? Die Mitglieder der Kinderjause treffen sich auch über 70 Jahre nach dem Kriegsende. Die Schicksale ihrer Eltern und die Erfahrungen der eigenen frühen Jahre eint sie.
Donnerstag 09:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Bayern 2

radioWissen

Mikrokosmos Erde Das wundersame Bodenleben Pflanzen-Nährstoffe Vom Mangel bis zum Überfluss Das Kalenderblatt 25.4.1983 Stern stellt Hitlers Tagebücher vor Von Thomas Grasberger Mikrokosmos Erde - Das wundersame Bodenleben Autorin: Christiane Neukirch / Regie: Sabine Kienhöfer Auf der Suche nach Superlativen sind wir oft wie Hans-Guck-in-die Luft: Wir schauen in die Höhe, vielleicht noch in die Länge und Breite. Doch manches verbirgt sich in der Tiefe - so etwa das größte Lebewesen, das je identifiziert wurde: ein 150.000 Quadratmeter großer Pilz. Er hatte mit seinem Geflecht einen ganzen Wald zerfressen. Der Boden unter unseren Füßen lebt: Er ist der artenreichste Lebensraum der Erde. Mit einem beherzten Spatenstich fördern wir knapp eine Billion Lebewesen zutage. So viele befinden sich in einem Kubikmeter Erde: Würmer, Asseln, Milben und Bakterien; Pilze strecken ihre Fäden nach Wurzeln aus und verbinden sich zu einem Netzwerk, im Austausch von Nährstoffen und Nachrichten. Lange blieb diese Unterwelt den Augen der Forscher verborgen. Doch seit einigen Jahren können sie genauer entschlüsseln, wie die Bodenorganismen arbeiten und zusammenwirken. Nicht nur für sich genommen ein spannendes Gebiet: Vielleicht können die unterirdischen Lebewesen der Menschheit helfen, ein paar wichtige Probleme auf der Erdoberfläche zu lösen. Pflanzen-Nährstoffe - Vom Mangel bis zum Überfluss Autorin: Renate Ell / Regie: Sabine Kienhöfer Gelbliche oder fleckige Blätter, kümmerlicher Wuchs - so sehen Pflanzen aus , die unter Nährstoffmangel leiden. Hierzulande ist aber eher das Gegenteil ein Thema: Zu viel Stickstoff, der als Nitrat im Grundwasser landet, als Stickstoffdioxid in der Luft davongetragen wird und in Form von Lachgas sogar zur Klimaerwärmung beiträgt. Besonders betroffen sind Gegenden, in denen viel Vieh gehalten wird, weil dort zu viel Gülle auf Äckern und Wiesen ausgebracht wird. Dass Pflanzen auch viele weitere Nährstoffe brauchen, gerät in der Debatte um Stickstoffüberschüsse schnell aus dem Blick. Etwa Phosphat, dessen mineralische Quellen zur Neige gehen. Ersatz soll aus Kläranlagen und Biotonnen kommen. Exoten wie Bor oder Selen sind ebenso unverzichtbar, wenn auch in geringsten Mengen. Aber selbst wenn der Boden reichlich versorgt ist mit allem, was Pflanzen brauchen um zu wachsen, zu blühen und Früchte zu produzieren, können sie die Vorräte nur nutzen, wenn es auch genug Wasser für den Transport gibt. Moderation und Redaktion: Iska Schreglmann
Donnerstag 09:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg - Die österreichische Ikone: Paul Hörbiger

Leichtfuß mit Heurigen-Charme (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Er war der Prototyp des gemütlich-phäakischen Wieners - und beliebt wie kaum ein anderer Volksschauspieler seiner Zeit: Paul Hörbiger, Sohn eines weltbekannten Wissenschafts-Esoterikers und einer ehemaligen Handschuhmacherin. Zusammen mit Bruder Attila und Schwägerin Paula Wessely hat der 1894 geborene Paul die österreichische Schauspiel-Dynastie der "Hörbigers" mitbegründet. In 250 Spielfilmen und unzähligen Theaterproduktionen verkörperte der Publikumsliebling über sechs Jahrzehnte hinweg sympathische Volkstypen wie Fiaker, Heurigensänger, Hausknechte, Dienstmänner und Schuster, er spielte aber auch Ärzte, Kavaliere und bedeutende Künstler wie Franz Schubert, Johann Strauß und Franz Grillparzer. Paul Hörbiger, in jungen Jahren auf die Rolle des kauzigen Leichtfusses mit Heurigen-Charme festgelegt, war in vielem so etwas wie das Inbild des Durchschnitts-Österreichers - auch in seinem Verhalten während der NS-Zeit. Im Frühjahr 1938 stellte sich der Leinwandstar der NS-Propaganda, wie viele andere Künstler, für einen Aufruf zur "Anschluss"-Volksabstimmung zur Verfügung. In der Folge gehörte Paul Hörbiger zu meistbeschäftigten Schauspielerin des Dritten Reichs. 1944 setzte ihn Joseph Goebbels sogar auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs schloss sich Hörbiger dann einer Widerstandsgruppe an. Dabei dürfte er seine politische Unantastbarkeit als "Gottbegnadeter" überschätzt haben: Er übergab der Widerstandsgruppe rund um den Kaffeehausbesitzer Richard Patsch kurzerhand einen Scheck über 3000 Reichsmark mit seiner eigenhändigen Unterschrift. Die Folge: Hörbiger wurde im Wiener Landesgericht inhaftiert und wegen "Hochverrats" zum Tode verurteilt. Das Kriegsende und die Niederlage der Nazis retteten dem populären Künstler das Leben. Nach dem Krieg konnte Hörbiger seine Karriere ohne Unterbrechung fortsetzen: in den 1940er- und 50er-Jahren drehte er einige seiner erfolgreichsten Filme: "Der Hofrat Geiger" (1947), "Der Engel mit der Posaune" (1949), "Der dritte Mann" (1949) und "Hallo, Dienstmann" (1952). In Hans Holt und Theo Lingen, in Oskar Sima und vor allem in Hans Moser fand Paul Hörbiger kongeniale Leinwandpartner, die das Bild des österreichischen Nachkriegs-Films wesentlich mitbestimmten. Zu Paul Hörbigers 125. Geburtstag erinnert das "Radiokolleg" an eine österreichische Ikone, an einen wandlungsfähigen Komödianten, der zu den populärsten Künstlern seiner Zeit gehörte, an einen leutseligen, charmanten und verführerisch vielseitigen Schauspieler und Sänger, den man als paradigmatische Verkörperung der "österreichischen Seele" sehen kann.
Donnerstag 09:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg - Die Musik Kretas

mittelmeerLebendige Traditionen einer Mittelmeerinsel (3). Marie-Theres Himmler und Michaela Schierhuber Es ist schon lange dunkel, wenn Jung und Alt der kretischen Bevölkerung am Dorfplatz zusammentreffen, um in dionysischer Atmosphäre zu essen, zu trinken und bis in die frühen Morgenstunden nach lokaler Tradition mit schleifenden und gesprungenen Schrittfolgen im Kreis zu tanzen. Und das alles zu Musik, die live von der Bühne gespielt wird. Dieses Szenario beschreibt ein typisches "Glendi" (dt. Fest) - eine von vielen Gelegenheiten, traditionelle kretische Musik zu erleben. Kretische Musik offenbart sich als Schmelztiegel orientalischer und okzidentaler Einflüsse, von denen sie sich durch lokaltypische Eigenheiten aber auch abzugrenzen weiß. Die dreisaitige Kniegeige Lyra gilt in Begleitung der kretischen Laouto (Laute) weitgehend als das Aushängeschild des inseltypischen Instrumentariums. Das war und ist aber nicht immer so: Hier eine Daouli (Trommel), da eine Violine mit Gitarre und plötzlich eine im wahrsten Sinne des Wortes aufgeblasene Ziege, aus deren Vorderbeinen Mundstück und Spielpfeifen herausragen: der kretische Dudelsack, welch Kuriosum! Es sind die von einer Generation zur nächsten weitergegebenen regionalen Spezifika, ebenso wie das Entdecken von Altem und das Entwickeln von Neuem, das flexible Reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen und vor allem das Interesse und Engagement einzelner Personen, herausragender Musikerpersönlichkeiten sowie Institutionen, die diese Musiktradition so lebendig halten. Im Radiokolleg zur Musik Kretas beleuchten Marie-Theres Himmler und Michaela Schierhuber verschiedene Aspekte einer der aktivsten Musiktraditionen Europas.
Donnerstag 09:45 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

axolotlDer Axolotl Ein Leben im Larvenstadium Der Nacktmull Wenn es auf die inneren Werte ankommt Das Kalenderblatt 25.4.1983 Stern stellt Hitlers Tagebücher vor Von Thomas Grasberger Der Axolotl - Ein Leben im Larvenstadium Autorin: Isabel Pogner / Regie: Eva Demmelhuber Der kleine Wasserdrache hält einige Rekorde: Der Axolotl ist das erste nicht heimische Aquarien-Haustier, das älteste Labortier und das Tier mit dem größten, erforschten Genom. Ein Axolotl-Gen ist zehnmal so groß wie das eines Menschen. Dank ihrer Gene können Axolotl verletztes Gewebe nachbilden. Sogar Teile von Gehirn, Rückenmark und Herz. Forscher arbeiten auf Hochtouren, um herauszufinden, wie man diese Fähigkeit in der Medizin einsetzen kann. Allerdings war dies nicht das Erste, was die Forscher von den kleinen Molchen wissen wollten. Denn der Axolotl sieht aus wie eine überdimensionale Kaulquappe. Im 19. Jahrhundert fragten sich die Forscher deshalb: Ist das eine Larve oder ein erwachsenes Tier? Die Antwort: irgendetwas dazwischen. Die Entwicklung dieser Tiere stoppt in der Metamorphose. Nur etwa jedes tausendste Tier wird erwachsen. Wahrscheinlich entwickelten die Molche diese Peter-Pan Strategie, um zu überleben. Denn zu Dinosaurier-Zeiten gingen die Axolotl noch an Land. Nach der Eiszeit trocknete dann aber Mexiko, die Heimat der Axolotl aus. Die Molche blieben kurzerhand unter Wasser, um ihre schleimige Hautschicht vorm Austrocknen zu bewahren. Die Natur hat sich also einiges einfallen lassen, um die Wassermonster bis in die Gegenwart überleben zu lassen. Jetzt kann der Axolotl vielleicht der Wissenschaft helfen, sich etwas gegen Krankheit und Altersbeschwerden der Menschen einfallen zu lassen. Der Nacktmull - Wenn es auf die inneren Werte ankommt Autor: Bernhard Kastner / Regie: Eva Demmelhuber Er ist unglaublich hässlich - und unglaublich interessant: der Nacktmull. Das kleine, komplett nackte Nagetier mit den vorstehenden Zähnen und der faltigen Haut, lebt in Kolonien bis zu 300 Tieren in Afrika. Eine straffe Organisation, wie man sie sonst nur bei Insektenvölkern kennt, durchzieht das Leben eines Nacktmulls. An der Spitze des Nacktmull-Staates steht die Königin, die zusammen mit ihrem Pascha sämtliche Nachkommen der Gruppe zeugt. Die restlichen Tiere sind in der Kinderaufzucht tätig, arbeiten als Bauarbeiter an der Erweiterung der weitverzweigten unterirdischen Baue, oder stellen sich als Soldaten mutig gegen mögliche Eindringlinge. Dabei herrscht ein rauer Umgangston, gerade die Königin ist immer wieder in blutige Kämpfe mit Rivalinnen verwickelt, die ihren Thron besetzen wollen. Doch nicht nur ihr auffallendes Sozialleben fasziniert die Wissenschaft, Nacktmulle sind gerade für die Medizin hochinteressante Forschungsobjekte. Denn die Tiere werden für Nager unglaublich alt, sie sind nahezu schmerzunempfindlich und sie haben ein extrem gut funktionierendes Immunsystem, das sie gegen vielerlei Gifte und Krankheiten immun macht. Doch das für die Forschung wohl interessanteste Geheimnis ist: Nacktmulle bekommen niemals Krebs. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner
Donnerstag 15:05 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

drogenabhängiger kinder"Ich gebe mein Kind nicht einfach so auf!" Eltern drogenabhängiger Kinder Von Horst Gross (Wdh. v. 30.08.2018) Ein süchtiges Kind: Der Alptraum jeder Familie. Plötzlich dreht sich alles nur noch um dessen Drogenkrankheit. Allein gelassen, meist ohne professionelle Hilfe, kämpfen die Eltern auch mit dem Stigma, versagt zu haben. Nicht selten wird das Drogenproblem des Kindes so zur existenziellen (Ehe-)krise. Betroffene berichten, wie sie mit diesem Schicksalsschlag umgehen.
Donnerstag 19:30 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren

Ö1

Radiokolleg

Musik KretaNicht willkommen. Die Rückkehr der Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg (3). Gestaltung: Ute Maurnböck Die österreichische Ikone: Paul Hörbiger. Leichtfuß mit Heurigen-Charme (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Die Musik Kretas. Lebendige Traditionen einer Mittelmeerinsel (3). Marie-Theres Himmler und Michaela Schierhuber
Donnerstag 22:08 Uhr

Zum ProgrammReinhörenTermin

Reservieren