Lachen im Totalitarismus Der Witz als Waffe der Unterdrückten Von Ben W. Kopps Deutschlandfunk 1966 Vorgestellt von Isabella Kolar Der politische Witz gedeiht überall da, wo er unterdrückt wird. Totalitäre Systeme waren von jeher ohne Humor. Sie glauben sich im Alleinbesitz der Wahrheit. Also ist es ein Verbrechen, wenn man an den Zuständen, für die die regierende Partei verantwortlich ist, Kritik übt. So entsteht ein Druck, der sich ein Ventil sucht. Dieses Ventil ist der politische Witz. Witze, zumal politische, haben oftmals eine befreiende Wirkung. Wenn man über etwas, das eigentlich bedrückend ist, lachen kann, wird das Verlachte kleiner, verliert von seiner Bedrohlichkeit und wird lächerlich. Gerade in Systemen, die totalitär und unterdrückend sind, entwickeln sich eine Vielzahl von Witzen, die dann schnell von Mund zu Mund verbreitet werden. Der politische Witz ist eine Möglichkeit der Machtlosen. Er geht gegen "die da oben". In einem totalitären System einen politischen Witz öffentlich zu erzählen, kann zwar befreiend, aber auch gefährlich sein. Solches zu erzählen, bedeutet auch, sich zu erkennen zu geben und herauszufinden, wo das Gegenüber steht. In der DDR klang das etwa so: "Kennen Sie den Unterschied zwischen dem Regierungsapparat in Mitteldeutschland und einer Blue Jeans? Da gibt es keinen. An allen entscheidenden Stellen sitzen Nieten und halten die Engpässe zusammen."
Wo niemand die Schule ohne Abschluss verlässt! - Wie funktionieren "koA-Klassen"? | "Die Schule brennt" Bob Blume spricht mit Konrektorin Julia Molter Jedes Jahr verlassen mehr als 50.000 Jugendliche in Deutschland eine Schule ohne Abschluss. Oft nicht, weil sie unfähig wären, sondern weil sie im Schulsystem nicht gesehen werden und aus welchen Gründen auch immer unter den Radar geraten. Julia Molter gibt solchen Jugendlichen eine Chance. Als Konrektorin an der integrativen Realschule plus Idar-Oberstein hat sie die "koA"-Klasse eingeführt. Die Abkürzung steht für "keiner ohne Abschluss". Solche Klassen gibt es auch anderen Schulen: Dort kommen Schüler zwischen 16 und 25 Jahren zusammen, die bisher keinen Schulabschluss haben - und nun zum ersten Mal erleben, wie sich Erfolg anfühlt. Könnten auch andere Bundesländer davon lernen?
25 Jahre nach dem 11. September 2001 beleuchtet das Feature den Druck, unter dem die deutsche Außen- und Verteidigungspolitik nach den erschütternden Anschlägen stand, und Berlins Reaktion auf die Erwartungen aus Washington. Zeitzeugen aus Politik und Bundeswehr berichten, welche Folgen bis heute nachwirken und wie sich der Umgang mit Krieg und Militär verändert hat. Zu Wort kommen unter anderem der damalige Verteidigungsminister Scharping, ein Offizier des ersten geheimen KSK-Einsatzes in Afghanistan und ein junger Soldat, der trotz der Einsatzschädigung seines Vaters selbst zum Einsatz bereit ist.
Das hellhörige Haus Ein akustisches Abschiedsalphabet Von Ludwig Berger Regie: der Autor Mit: Veronika Bachfischer Redaktion SWR: Michael Lissek SWR 2026 (Wdh. am 13.09.2026, 20.05 Uhr, Deutschlandfunk) Nach dem Tod seines Vaters verbringt Ludwig Berger einen letzten Sommer im Haus seiner Eltern. Erinnerungen vermischen sich mit den Geräuschen, die er mit dem Ort verbindet: von den Birken im Garten bis zu den Stimmen der Eltern. Ein altes Fachwerkhaus im Elsass, das Elternhaus. Schon lange lebt der Autor nicht mehr dort. Vor vielen Jahren starb die Mutter, in diesem Jahr der Vater. Das Haus wird ausgeräumt und bald verkauft. Die Räumung dauert den gesamten Sommer. Jeder einzelne Raum birgt Erinnerungen, jede Bewegung generiert Klänge. Im Garten zwei Birken. Die rechte wurde für den großen Bruder gepflanzt, die linke für den Autor; beim leichtesten Wind zittern beide. Ludwig Berger erschafft mit seinem Stück eine würdevolle, melancholische Dokumentation seines Abschiednehmens. Ludwig Berger ist Klangkünstler, Komponist und Radioautor. Er studierte Elektroakustische Komposition und war bis 2022 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich. Akustische Ökologie, Deep Listening und poetisches Erzählen prägen seine Arbeiten. Sein Werk wurde mit dem Grand Prix de l" Académie Charles Cros ausgezeichnet und auf der Architekturbiennale Venedig präsentiert. Ludwig Berger lebt in Montreal.
Kanada: Indigene Kultur und Umweltschutz Auf Haida Gwaii suchen wir die Goldene Fichte und finden dabei Spuren indigener Kultur und einen besonderen Akt von Ökoterroismus. In Vancoucer entdecken wir Mural Art. Vor Victoria ist der Klimawandel zwar gut fürs kommerzielle Whale Watching, aber schlecht fürs Ökosystem. Moderation: Bärbel Wossagk Wiederholung am Sonntag, 13.05 Uhr