Moderation: Andre Zantow Digitaler Alltag in Kenia Das Smartphone als Schlüssel für alles Von Bettina Rühl Das Smartphone ist in Kenia für Millionen Menschen Arbeitsgerät, Bank und Geldbörse zugleich. Taxifahrer, Händler und Lieferdienste organisieren Aufträge, Zahlungen und selbst den Batteriewechsel ihrer Elektrofahrzeuge per App. Möglich wurde das unter anderem durch mobile Bezahlsysteme, die vielen Menschen erstmals Zugang zu Finanzdienstleistungen verschafft haben. Doch dieselbe Technik erleichtert auch digitale Kredite und Online-Glücksspiel, die vor allem junge Menschen in finanzielle Schwierigkeiten bringen können.
Bruno Berle Sem Fronteiras & mehr Musik grenzenlos Moderation: Adelheid Kleine Aus Brasilien, aus dem Nordosten des Landes, schwappt gerade ein neuer Sound zu uns herüber: Ein Mix aus Música Popular Brasileira, aus Indie-Idealismus, Bossa Nova und R&B.
Breaking Dad Xu Wei rettet sein Kind Von Baran Datli Regie: Guiseppe Maio Deutschlandfunk/SWR 2026 Wie weit geht ein Vater, wenn der Tod seines Kindes unvermeidbar scheint? Haoyang wird mit dem Menkes-Syndrom diagnostiziert. Weil niemand eine Therapie entwickelt, baut Xu Wei in der Abstellkammer seiner Eltern ein Labor. Er hat keine Ausbildung, keine Lizenz und zwei Jahre Zeit. Xu Wei sitzt im Auto, als der Anruf kommt. "Bereiten Sie sich mental darauf vor", sagt der Arzt, "das Ergebnis des Gentests ist da". Dann buchstabiert er: "M-E-N-K-E-S". Xu Wei fährt rechts ran, tippt es ins Handy, findet aber kaum etwas über die seltene Krankheit. Nur: Kinder mit dieser Mutation sterben meist vor ihrem dritten Geburtstag. Haoyang ist ein Jahr alt. Ein Medikament gibt es nicht, kein Pharmakonzern will es herstellen. Der Schulabbrecher Xu Wei beschließt, es im Heimlabor selbst zu tun. Was er dabei gewinnen und verlieren wird, ahnt er noch nicht. Baran Datli ist freier Reporter und Regisseur in Berlin. Er schreibt und produziert Auslandsreportagen und Dokumentationen. Für seinen Doku-Podcast "Hannes soll kein Russe werden" gewann er den Deutschen Hörbuchpreis. Datli ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule. Breaking Dad - Xu Wei rettet sein Kind
Der Preis der Entscheidung Wie junge Menschen den Umgang mit Geld lernen Von Vivien Leue Junge Menschen wissen heute oft mehr über ETFs, Kryptowährungen und Geldanlage als frühere Generationen. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor Schulden, Konsumdruck und finanzieller Unsicherheit. Warum reicht Finanzwissen allein offenbar nicht aus? Das Feature fragt, wie unser Umgang mit Geld entsteht - in Familien, in sozialen Netzwerken und auf Plattformen, die rund um die Uhr zum Konsum verführen. Es geht um Status, Scham, Zugehörigkeit und die Psychologie hinter finanziellen Entscheidungen. Und um die Frage, ob Finanzkompetenz am Ende weit mehr ist als die Fähigkeit, Einnahmen und Ausgaben zu berechnen.
Bachfest Leipzig Eine Marienvesper Johann Sebastian Bach: Präludium C-Dur, BWV 545.2/1 Anonymus: Deus in adiutorium meum intende Orlando di Lasso: Deus in adiutorium meum intende / Domine ad adiuvandum me Johann Sebastian Bach: Fuge C-Dur, BWV 545.2/2 Georg Friedrich Händel: Dixit Dominus Domino meo, aus dem gleichnamigen geistlichen Konzert HWV 232 Johann Hermann Schein: Freue dich des Weibes deiner Jugend Vytautas Miskinis: Laudate pueri Dominum Sven David Sandström: Let him kiss me / Until the daybreak, aus "Four songs of love" Heinrich Scheidemann: Benedicam Dominum Claudio Monteverdi: Duo Seraphim clamabant, Nisi Dominus, Audi coelum - Omnes hanc, Lauda Jerusalem und Sonata sopra Sancta Maria, aus: Vespro della Beata Vergine Maria, SV 206 Franz Liszt: Ave maris stella, LW E27 Johann Sebastian Bach: Magnificat D-Dur, BWV 243.2 Thomasorganist Johannes Lang Marie Luise Werneburg und Patricia Nolz, Sopran Lucile Richardot, Alt Nick Pritchard, Robert Pohlers und Volker Arndt, Tenor Frederick Long, Bass Thomanerchor Leipzig, Gewandhausorchester Leipzig Leitung: Thomaskantor Andreas Reize Aufzeichnung des MDR vom 11.06.2026 in der Thomaskirche in Leipzig Granada International Festival of Music and Dance György Kurtág: Aus der Ferne III Juan Crisóstomo de Arriaga: Streichquartett Nr. 1 d-Moll György Kurtág: Aus der Ferne V Juan Crisóstomo de Arriaga: Streichquartett Nr. 2 A-Dur György Kurtág: Secreta, funeral music in memoriam László Dobszay Quiroga Quartet Aufzeichnung (ER/2026/55/04) vom 22.06.2026 in Granada 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter
Isaiah Sharkey im Jumeaux Jazz Club Oft sind sie die versierteren Musiker, verfügen über enorme technische Fähigkeiten und setzen auch aus dem Hintergrund heraus musikalische Akzente. Einer von ihnen ist der US-Gitarrist und Sänger Isaiah Sharkey. In den letzten Jahren tritt er immer häufiger selbst ins Rampenlicht, so auch im vergangenen April im Jumeaux Jazz Club in Lausanne. Ein Leckerbissen für alle, die Neo Soul, R&B, Rock und Jazz mögen.
Kabarettsommer: Radiokabarettpreis Salzburger Stier 2026 Eröffnungsabend Robert Palfrader, Florian Scheuba und Thomas Maurer eröffnen die internationale Kleinkunstgala Aufnahme vom 22. Mai aus dem Kursaal, Meran
Franz Kafka - Der Bau Von Rebekka David Regie: die Autorin Mit: Bernardo Arias Porras, Jenny König Komposition: Matthias Erhard Ton und Technik: Martin Eichberg, Karl-Heinz Stevens Mitarbeit: Elisabeth Panknin Deutschlandfunk in Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch 2018 Länge: 45"09 In Krisensituationen sollte man Sicherheitsvorkehrungen treffen. Je mehr, desto besser. Aber warum werden wir trotzdem immer ängstlicher? "Ich lebe im Innersten meines Hauses in Frieden und inzwischen bohrt sich langsam und still der Gegner von irgendwoher an mich heran. Ich will nicht sagen, daß er besseren Spürsinn hat als ich; vielleicht weiß er ebensowenig von mir wie ich von ihm." Mit Ergänzungen durch Passagen aus Kafkas Briefen und Tagebüchern hat Rebekka David den Text auf die Befindlichkeit und die Wünsche des heutigen Menschen übertragen: die Tür hinter sich zuziehen, sich vor der Welt verschließen, sich einmal nur um sich selbst sorgen, taub und blind sein für eine immer bedrohlicher werdende, undurchschaubare Welt ... Und doch steigert sich die Angst zur Panik, je mehr Sicherungsmaßnahmen getroffen werden. Rebekka David, geboren 1993 in Leipzig, studierte Regie in Berlin. Inszenierungen u.a. am Staatstheater Braunschweig, dem Deutschen Theater Berlin, dem Theater Basel, dem Schauspiel Dortmund, dem Theater im Bahnhof Graz und an der Universität der Künste in Berlin. Hörspiele für den Deutschlandfunk und den SWR. Franz Kafka - Der Bau
Klangkörper der Resilienz Afghanistans Musikinstitut ANIM zwischen Krieg und Exil Von Martin Gerner Wie 273 Musiker versuchen, ihre Musik vor der Zerstörung durch die Taliban zu bewahren. Als die Taliban im August 2021 Kabul erobern, hängen sich auf dem Flughafen verzweifelte Menschen an startende Maschinen. Das westliche Bündnis ließ viele Menschen, denen sie damals Hilfe zugesagt hatte, in Not zurück. Dazu zählten 273 Musiker, darunter minderjährige Mädchen und Jungen, des afghanischen Musikinstituts Kabul ANIM. Aus Angst vor Verfolgung zerstörten einige ihre Instrumente. Musik ist in Afghanistan unter den Taliban offiziell verboten und sie bleibt seit fünf Jahren stumm. Die Flucht der ANIM-Musiker nach Europa ins Exil ist nicht weniger von Angst, Entbehrung und bitteren Neuanfängen geprägt. Inmitten der Wirren treibt ein Motiv den Institutsleiter und die jungen Musiker an: das Erbe der afghanischen Musik zu retten und so Afghanistan als Kulturnation vor dem Vergessen zu bewahren.
Der Berliner Gitarrist Christian Kögel Mit Eva Garthe Christian Kögel ist kein Unbekannter auf dem Pflaster der europäischen Jazzgitarre. Vor allem mit Sängerin Britta Ann Flechsenhar in deren Band Flexkögel und mit seinem Wood & Steel Trio hat er einige Jazzpreise bekommen. Er musiziert, produziert, lehrt im Spannungsfeld zwischen Jazz, freier Improvisation, arabischer Musik und Kammermusik. Sein aktuelles Album mit etwa Kalle Kalima und Bassist Paul Kleber hat sich von Olivier Messiaen inspirieren lassen. So ist "M" mehr als ein Gitarrenalbum geworden sondern ein hypnotisches Manifest.