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Tag für Tag
Aus Religion und Gesellschaft Klöster der Zukunft: Priorin Schwester Raphaela Brüggenthies über Transformation Es gab in den Ordensgemeinschaften immer ein Auf und Ab, Aufbrüche und Abbrüche. Seit Jahrhunderten. Aber heute fragen sich viele: Wie kann es weitergehen? Kann es überhaupt weitergehen? Transformation steht ganz oben auch in einem der größten Frauenklöster hierzulande. Ein Gespräch mit Raphaela Brüggenthies, Priorin der Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard bei Rüdesheim am Rhein. Nach Ostern ist vor Ostern: Orthodoxe Fastenzeit soll gut für Gesundheit sein Orthodoxe Christen feiern in diesem Jahr erst am 12. April das Osterfest. Sie fasten also noch knapp eine Woche. Die orthodoxe Kirche sieht ein strenges Fasten vor - auch in Griechenland, wo die große Mehrheit der Bevölkerung dieser christlichen Konfession angehört. Dort verzichten die Menschen vierzig Tage vor der Karwoche und die gesamte Karwoche auf Fleisch und Tierprodukte wie Eier, Milch und Butter, an vielen Tagen sogar auf Öl. Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt: Das orthodoxe Fasten kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Am Mikrofon: Andreas Main
Sprechstunde
Wie wir sterben: Medizinische und psychologische Begleitung am Lebensende Gäste: Ricarda Scheiner, Psychologin M.Sc., Fachpsychologin Palliative Care, Ludwig-Maximilians-Universität München Klinikum, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin Prof. Dr. Raymond Voltz, Direktor des Zentrums für Palliativmedizin an der Uniklinik Köln Am Mikrofon: Lennart Pyritz Beitrag: Sterben in Deutschland: Wie hat es sich seit 1900 verändert? Reportage: Besuch bei Edith: Unterwegs mit einer ehrenamtlichen Begleiterin am Lebensende Sterben und Humor - wie passt das zusammen? Interview mit Berend Feddersen Beitrag: Assistierter Suizid: Was ist erlaubt, was ist umstritten? Hörertel.: 00800 4464 4464 sprechstunde@deutschlandfunk.de Es kommt, wenn das Leben zu Ende geht: das Sterben. Oft ist es ein längerer Prozess, ausgelöst durch eine schwere Erkrankung oder das Alter. In Deutschland stirbt etwa jeder zweite Mensch in einem Krankenhaus, wo intensivmedizinische Maßnahmen das Leben verlängern können. Ein Großteil wünscht sich allerdings, zu Hause zu sterben, die letzte Lebensphase im Kreis der Familie zu verbringen. Palliative Pflegekräfte können helfen, diesen Wunsch zu erfüllen. Ist eine Versorgung zu Hause nicht möglich, gibt es mit Hospizen oder Palliativstationen Orte, die auf die medizinische und psychologische Begleitung von Sterbenden spezialisiert sind. Wie hat sich Betreuung am Lebensende in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Was wünschen sich Menschen in ihrer letzten Lebensphase? Und was steckt hinter dem Begriff des guten Sterbens?
Büchermarkt
Svenja Liesau: "Es war nicht anders möglich" (Rowohlt Berlin Verlag) Ein Beitrag von Tobias Lehmkuhl Dana von Suffrin: "Toxibaby" (Verlag Kiepenheuer Witsch) Ein Beitrag von Meike Feßmann Am Mikrofon: Sigrid Brinkmann
Forschung aktuell
Hochpräzise Zeitmessung: Wann tickt die Kernuhr? Glaubwürdige Forschung: Sozialwissenschaftliche Studien oft nicht replizierbar Wissenschaftsmeldungen Sternzeit 7. April 2026: Letzte Chance für Orion, Stier und Großer Hund Am Mikrofon: Christiane Knoll
Feature
Die Kinder von Station 19 Auf der Suche nach den Opfern einer Verwahrpsychiatrie Von Marie von Kuck Regie: Beatrix Ackers Es sprachen: Julia Lenska, Gregor Höppner, Sascha Tschorn und die Autorin Ton und Technik: Ernst Hartmann und Hanna Steger Redaktion: Wolfgang Schiller Produktion: Deutschlandfunk/MDR/WDR 2020 Überall in der DDR fristeten Tausende psychisch Kranke und geistig Behinderte auf Verwahrstationen ein menschenunwürdiges Dasein. Die Autorin lernte 1990 als Hilfskraft die Kinderstation in Altscherbitz kennen. Bei der Suche nach den Kindern von damals stieß sie auf eine Mauer des Schweigens. Die Leipziger Psychiatrie war seit den frühen 70er-Jahren berühmt für ihre sozialtherapeutischen Arbeitsweisen und genoss auch international Anerkennung. Doch die meisten psychiatrischen Patienten lebten auf sogenannten Verwahrstationen. Die Bedingungen waren von Mangel geprägt und desaströs. Anfang der 90er-Jahre wurden diese Stationen geschlossen. Aus Altscherbitz wurden fast 600 Patienten entlassen. Die meisten von ihnen hatten fast ihr ganzes Leben hier verbracht. Wer waren diese Menschen? Und was ist aus ihnen geworden? Marie von Kuck wurde 1971 in Leipzig geboren und war in der DDR-Oppositionsbewegung aktiv. Sie ist ausgebildete Puppenspielerin und Theatertherapeutin. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie auch als Autorin. Für den Rundfunk schreibt sie Hörspiele, Features und Reportagen. Sie lebt in Berlin. Die Kinder von Station 19
Hörspiel
Das Meer an sich ist weniger Ein musikalischer Bilderbogen Von Peter Wawerzinek Regie: Wolfgang Rindfleisch Mit: Carmen-Maja Antoni, Astrid Meyerfeldt, Lars Rudolph, Otto Sander, Martin Seifert, Ulrich Voß und Herbert Fritsch Komposition: Daniel Prietz Musik: Peter Wawerzinek (Gesang), Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot Ton und Technik: Ernst Hartmann, Dagmar Schondey Mitwirkung: Karl-Heinz Stevens Deutschlandfunk 2000 Länge: 52'23 Die Bolschewistische Kurkapelle marschiert auf, ein unermüdlicher Dirigent entlockt ihr schmissige Shanties und schrille Töne. Popsongs und Kneipenlieder vermischen sich mit lyrischen Textpassagen zu einer Hommage an das Meer. Ein Leuchtturmwärter spielt auf der unendlichen Klaviatur des Meeres. Geschichten ziehen vorüber oder liegen wie Strandgut am Ufer. Ein Dichter versucht verzweifelt, das Chaos seiner vielen Geschichten zu ordnen, immer wieder abgelenkt vom Gesang der Sirenen ... Es werden Bilder heraufbeschworen: von mondänen Damen in luftigen Sommergewändern und edel gekleideten Herren im Cut, wie sie auf Rügen auf- und abflanieren. Gekommen, um hier ihre Zivilisationsleiden, ihre überflüssigen Pfunde und ihren Lebensüberdruss zu kurieren. Der weite Horizont, die pittoresken Fischerdörfer, die knorrigen, maulfaulen Einheimischen: All dies zusammengenommen war - und ist bis heute - für den Berliner, Hamburger, Dresdner oder Leipziger eine Sommerfrische wert. Peter Wawerzinek, geboren 1954 in Rostock, wuchs nach DDR-Flucht der Mutter in einem Kinderheim an der Ostsee auf. Seit 1988 arbeitet er als freier Schriftsteller, Hörspielautor und Regisseur. 2019 erschien sein hochgelobter Roman "Schluckspecht", im gleichen Jahr erhielt er das begehrte Autorenstipendium der Villa Massimo in Rom. Das Meer an sich ist weniger
Jazz Live
Die Kraft der sanften Töne Das Quartett hilde Marie Daniels, Gesang Julia Brüssel, Violine Emily Wittbrodt, Cello Maria Trautmann, Posaune Aufnahme vom 1.11.2025 beim Jazzfest Berlin Am Mikrofon: Thomas Loewner Facettenreiche musikalische Entdeckungstour in die Grenzbereiche zwischen Jazz, Folk, Pop und klassischer Kammermusik. Statt auf grelle Kontraste und extreme Geräuschpegel zu setzen, umschmeichelt das Quartett hilde die Ohren seines Publikums mit feinen Zwischentönen voller Klangpoesie. Im kompakten Berliner Jazzclub "A-Trane" funktionierte das besonders gut. Die vier Musikerinnen der Kölner Band, die 2025 ihre Premiere beim Jazzfest Berlin hatten, kennen sich schon einige Jahre und das hört man ihrem Spiel auch an. In zahlreichen Proben haben sie Improvisationsstrategien entwickelt, die es ihnen ermöglichen, intuitiv aufeinander zu reagieren. Die Klangfarben der Instrumente und die Stimme von Marie Daniels mischen sich zu einem harmonischen Gruppensound. Dabei entstehen aber immer ausreichend Reibungsflächen, um nicht allzu sehr dem Schönklang zu verfallen.
Musikszene
Burney's Journey Charles Burney's Reise durch das musikalische Europa Von Johannes Jansen Charles Burney hat auf seiner Europareise Diderot, Gluck, Jommelli und CPE Bach getroffen, was aber wissen wir über ihn? Zum Vergnügen zu reisen, ob zu Pferd, per Schiff oder mit der Kutsche, war lange Zeit das Privileg adliger junger Männer. Manche machten es zu ihrem Beruf, als Reiseschriftsteller oder Diplomaten. Einfachen Musikern blieben die Ziele solcher "Kavalierstouren" unerreichbar, es sei denn, sie reisten im Gefolge eines Gönners oder erhielten ein Stipendium, um sich im Ausland fortzubilden. Charles Burney verfolgte andere Interessen. Der Organist, Komponist und "Doctor of Music" war aus eigenem Entschluss unterwegs als eine Art Reporter im Dienst der Wissenschaft. Seine in mehreren Sprachen veröffentlichten Reiseberichte aus Frankreich, Italien, Deutschland und den Niederlanden bildeten den Ausgangspunkt einer vierbändigen, in Art und Umfang bis ins 20. Jahrhundert nicht übertroffenen "General History of Music". Am 7. April jährt sich der Geburtstag des großen britischen Musikreisenden und Historikers zum 300. Mal.



