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Geistliche Musik
Orlando di Lasso De profundis clamavi ad te Domine. Psalm 130 zu 5 Stimmen, LV 799 Cappella Amsterdam Leitung: Daniel Reuss Michael Praetorius Wir gläuben alle an einen Gott. Choralfantasie für Orgel Jean-Charles Ablitzer, Orgel Johann Sebastian Bach Messe g-Moll, BWV 235 Alex Potter, Alt Hans Jörg Mammel, Tenor Markus Volpert, Bass Ensemble Orlando Fribourg La Cetra Barockorchester Basel Leitung: Laurent Gendre
Am Sonntagmorgen
Religiöses Wort "Der Löwe von Münster." Zum 80. Todestag von Clemens August Graf von Galen Von Gunnar Lammert-Türk Katholische Kirche
Kalenderblatt
Vor 80 Jahren: Nazi-Gegner und Bischof Clemens August Graf von Galen gestorben
Essay und Diskurs
Mode oder Verzweiflung Kleider machen Leute, aber was machen Leute mit Kleidern? Von Johanna Rubinroth Kleidung ist Selbstausdruck und nicht selten das Ergebnis mühevoller Identitätsarbeit. Dresscodes gibt es selten, verbindliche Vorschriften noch seltener. Das macht die alles entscheidende Frage nicht leichter: Was soll ich bloß anziehen? Fast alle Menschen auf dieser Welt ziehen sich täglich an. Zum Schutz, um sich zu schmücken, aus Scham und manchmal zum Schein. Im Alltag anders als zum besonderen Anlass. Gleichzeitig ist sie für das Umfeld Projektionsfläche: Ununterbrochen werden wir ihretwegen be- und nicht selten auch entwertet. Taxiert, sozial verortet, etikettiert. Von jeder und jedem, mindestens unbewusst. Und offenbar gilt beim Thema Kleidung zuverlässig die eigene Meinung als Maßstab. Verbindlichkeiten sind passé, stattdessen lauern überall unausgesprochene Konventionen. Es gibt keine Dresscodes mehr, aber zugleich ist Mode ein Code, der gelesen und bisweilen entschlüsselt wird. Zwar heißt es, in der Postmoderne sei alles erlaubt. Doch gilt, wer regelmäßig morgens im Abendkleid beim Bäcker erscheint, schnell als verrückt, na ja, ... mit viel Wohlwollen vielleicht als exzentrisch. Wo keine Uniform vorgeschrieben ist, beginnt das tägliche Kombinieren: Was passt zusammen? Ist das Stil oder einfach nur wahllos? Was steht mir? - Oder mit Guido Maria Kretschmer gesprochen: Tut dieses Kleidungsstück etwas für mich? Wovor warnen YouTube-Kanäle und zu was raten die Zeitschriften im Wartezimmer? Und vor allem: Welches Signal sende ich mit welcher Farbschattierung? Denn Kleidung ist Kommunikation. Aber hüte sich, wer zu viel über sie nachdenkt und es auch noch zugibt! Nur allzu schnell gilt man als eitel, wenn nicht gar oberflächlich, und bei männlich gelesenen Personen wird über die sexuelle Orientierung spekuliert. Johanna Rubinroth emigrierte 1983 als Schulkind von Polen nach West-Berlin, wo sie ihr Abitur absolvierte. Sie schloss die Drehbuchakademie der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin ab. Rubinroth lebt und arbeitet als Autorin in Berlin. Zu ihren jüngsten Werken gehören "BLIND DATE IN DELHI", "Mein eigensinniges Gehirn" und "Das Patent".
Gottesdienst
Übertragung aus der Evangelischen Kirche in Much Predigt: Superintendentin Almut van Niekerk Evangelische Kirche
Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person Der Publizist Christoph von Marschall im Gespräch mit Florian Felix Weyh Er feierte Barack Obama als "neuen Kennedy", schrieb später aber ein kritisches Werk über dessen Realpolitik. Als Journalist war er lange in den USA, als Historiker befasste er sich früh mit Polen, wo er als Student auch seine Frau kennengelernt hat.
Rock et cetera
"Hot stuff", "Night fever" und "I will survive" Über die Blütezeit globaler Tanzmusik mit 120 Beats Von Tim Schauen Disco-Songs gehören seit den 1970er-Jahren zum Party-Kanon - wir blicken auf die Anfänge des Phänomens. Es glitzerte nachhaltig: Der Disco-Sound - Musik, zu der in Diskotheken getanzt wurde - ist ein Kind der 1970er-Jahre. Sie hatte ihr Hoch Mitte des Jahrzehnts, doch der massentaugliche Charme dieses Hüftschwungs mit moderatem Tempo groovt bis heute. Eine Disco-Keimzelle war die Stadt New York, wo nach dem Tanzverbot für gleichgeschlechtlich Paare 1969 der Spaß auf privaten Partys und in geschlossen Gesellschaften weiterging, bzw.: erst richtig anfing. Dort etablierte sich eine Club-Kultur, die in den Metropolen der Welt schnell Zweigstellen fand. Musikerinnen und Musiker wie Gloria Gaynor, die Bee Gees und auch der Süd-Tiroler Produzent und Komponist Giorgio Moroder wurden zu Stars. Auch der Einsatz von Drumcomputern und Synthesizern war für den Sound konstituierend. Viele Songs dieser Ära sind unsterblich, befeuern bis heute jede Party, die dafür nicht mal explizit "70er-Party" sein muss. Und in manchem Partykeller hängt sie bis heute: die Disco-Kugel.
Forschung aktuell - KI verstehen
KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag
Feature
Muss Strafe sein? Teil 2: Verletzung, Vergeltung, Alternativen Von Johanna Bentz Regie: die Autorin Mit: Lisa Hrdina, Andreas Döhler, Martin Bretschneider und Antje Gentzmann Musik: Matthias Klein Ton: Hermann Leppich Deutschlandfunk 2026 Länge: ca. 54'40 (Ursendung) Wann ist welche Strafe sinnvoll? Im zweiten Teil dieses Doppelfeatures begleitet die Autorin einen Vergewaltigungsprozess, geht der Geschichte des Strafens nach und wird Zeugin eines Täter-Opfer-Ausgleichs. Manche Wunden heilen nie ganz. Viktoria musste eine Vergewaltigung erleiden und steht kurz vor dem Prozess gegen den Täter. Wie kann ihr Leiden gemildert werden und wie wirksam ist das Instrument der Strafe gegen zukünftige Taten? Das hängt auch davon ab, wer und was hinter der Rechtsordnung steht. Denn Strafen ist nie ganz objektiv - immer spielen historisch wechselnde Moralvorstellungen und Machtverhältnisse eine Rolle. Vielleicht muss Strafe aber auch nicht immer sein? Am Ende der Recherche stehen Beispiele dafür, wie sich die Beteiligten einer Straftat untereinander einigen können. Johanna Bentz, geboren 1982, studierte Regie für Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2012 arbeitet sie als Autorin und Regisseurin für Film und Radio. Sendungen und Filme u.a.: "Crisis what crisis" (Essayfilm über Griechenland, 2015), "Die Verführungskünstler" (Dokumentarfilm 2012), "Corona Talks - Zufallsgespräche aus dem Lockdown" (WDR 2020).
Konzertdokument der Woche
Felix Mendelssohn Bartholdy "Elias" - Oratorium für Soli, Chor und Orchester Hera Hyesang Park, Sopran Carolyn Sampson, Sopran Sophie Harmsen, Mezzosopran Andrew Staples, Tenor Benjamin Appl, Bariton Rundfunkchor Berlin Choreinstudierung: Gijs Leenaars Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Leitung: Maxim Emelyanychev Aufnahme vom 8.3.2026 aus der Berliner Philharmonie Am Mikrofon: Uwe Friedrich Felix Mendelssohn Bartoldy war fasziniert von dieser Figur: Elias gehört zu den kraftvollsten Gestalten des Alten Testaments. Donnernder Prophet, Streiter für den einen Gott - Elias gehört zu den kraftvollsten Gestalten des Alten Testaments. Felix Mendelssohn Bartoldy war fasziniert von dieser kämpferischen Figur, befand sie "herrlich für ein Oratorium" und schuf mit seinem Werl eines der beliebtesten Oratorien der Musikgeschichte. Prachtvolle Chöre, ausdrucksstarke Arien und hochdramatische Orchestermusik: Barocke Tradition und große romantische Geste gehen eine einzigartige Verbindung ein. Am Ende wird Elias, der das Volk Israel mit eindringlichen Worten und Taten von der göttlichen Übermacht Jahwes überzeugt, in einem Feuerwagen gen Himmel aufsteigen.

