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Geistliche Musik
Henry Desmarest "Lauda Jerusalem" Motette für Soli, Chor und Orchester Sophie Daneman, Sopran Rebecca Ockenden, Sopran Paul Agnew, Countertenor Laurent Slaars, Tenor Arnaud Marzorati, Bass Les Arts Florissants Leitung: William Christie Georg Philipp Telemann "Mein Glaube ringt in letzten Zügen", TWV 1:184 Ruth Ziesak, Sopran Camerata Köln Johann Pachelbel Magnificat sexti toni, für Orgel Jürgen Essl, Orgel Heinrich von Herzogenberg Nr. 2: Mache dich auf, werde Licht aus: "Zur Adventszeit". Liturgische Gesänge für gemischten Chor a cappella, op. 81 Nr. 10 Ensemble Cantissimo Leitung: Markus Utz Alun Hoddinott Three Advent Carols: (1) The Holy Son of God (2) The Coming of the Lord (3) Saviour of the Nations Choir of St. John's College Cambridge
Am Sonntagmorgen
Religiöses Wort "Du siehst, dass ich ein Sucher bin." Rilke lesen im Advent Von Tom Sojer Katholische Kirche
Kalenderblatt
Vor 125 Jahren: Max Plancks Vortrag wird zur Geburtsstunde der Quantenphysik
Essay und Diskurs
Heiteres Mäandern - Über Vorzüge des geschwungenen Lebens Von Volker Demuth Das Lineare ist die Signatur der Moderne: Von der Vermessung der Welt bis zu linearen Wachstumsmodellen. Aber hat nicht lineares Denken eigentlich ausgedient? Gilt es, ein Lob Mäanders anzustimmen als Modell für Natur, Gespräch und Politik? Seit Renaissance und Aufklärung dominiert die Gerade - in Stadtgrundrissen, Karrieren, Fortschrittsnarrativen. Das ganze moderne Leben folgt einer linearen Logik: Effizienz, Fortschritt und Zielstrebigkeit prägen Denken, Stadtplanung und Biografien. Diese Orientierung an der Geraden hat eine rationale, aber auch zerstörerische Ordnung hervorgebracht. Und heute zeigen sich mehr denn je die Schäden der Linearität. Nicht nur begradigte Flüsse werden "renaturiert". Brauche wir - um die Gegenwart zu meistern und die Zukunft zu gewinnen - nicht die Wiederentdeckung der geschwungenen Linie? Und damit ein mäanderndes Denken, das für Relationen, Offenheit und Wandel steht, das eine Poetik der Umwege pflegt anstelle Argumente, die alles über den gleichen rationalen Leisten schlagen? In Natur, Kommunikation und Gesellschaft zeigt sich, dass Lebendigkeit aus Berührung und Abweichung entsteht. Gegen die starre Linearität gilt es, eine entspannte, ökologisch sensible Kultur zu entfalten. Volker Demuth, geboren 1961, ist Lyriker, Schriftsteller und Essayist. Er studierte in Tübingen und Oxford Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte. Er war Dozent für Medientheorie und Professor für Mediengeschichte und Medientheorie an der Fachhochschule Schwäbisch Hall. Seine Spezialgebiete sind die Theorie der Narrativität sowie die Körper- und Technikgeschichte. Außerdem hat er Hörspiele und Features geschrieben. Zuletzt erschienen: Fossiles Futur. Gedichte (2021); Niederungen und Erhebungen (2019); Der nächste Mensch (2018).
Gottesdienst
Übertragung aus der St. Jakobskirche in Frankfurt-Bockenheim Predigt: Pfarrer Rüdiger Kohl Evangelische Kirche
Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person Der Jazzmusiker Nik Bärtsch im Gespräch mit Maja Ellmenreich Minimale Mittel, maximale Wirkung: Wiederholungen und feine Veränderungen spielen in der Musik von Nik Bärtsch eine wichtige Rolle. "Zen Funk" nennt sie der Schweizer Pianist und Komponist, der auch Meditation und Aikido praktiziert.
Rock et cetera
Die Rückkehr der Killer-Riffs Das Debüt des amerikanisch-britische Quartetts Mirador Von Marcel Anders Jake Kiszka (Greta van Fleet) und Chris Turpin (Ida Mae) spielen opulente Rock-Riffs und singen Fantasy-Texte. Seine Stammformation Greta Van Fleet ist seit Jahren erfolgreich, doch das hindert US-Gitarrist Jake Kiszka nicht daran, mit einer Zweitband zu spielen. Bei Mirador arbeitet er mit Ida Mae-Frontmann Chris Turpin und kann ausleben, wovon sich der Rest der Kiszka-Brüder längst distanziert: Die Liebe zu Killer-Riffs, wie sie Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page für die Ewigkeit schuf. Kiszka und Turpin haben im Frühjahr zusammen mit den Londoner Session-Cracks Mikey Sorbello (Schlagzeug) und Nicki Poni (Bass) ein Dutzend Songs aufgenommen: Akustik-Folk, Rock und Blues vereint zu einem majestätischen Sound - atmosphärisch, opulent, wuchtig. Den reichern die Mitglieder von Mirador (Spanisch für "Aussichtsturm") mit Fantasy-Texten über historische Schlachten, Piraten-Abenteuer und mystische Orte an. Musikalischer Eskapismus vom Feinsten, oder: Rock'n'Roll!
Forschung aktuell - KI verstehen
KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag
Feature
Alle laufen weg. Einer fällt hin. (2/2) Von Klaus Schirmer Regie: Friederike Wigger Mit: Verena Jost und dem Autor Ton: Lukas Wilke Deutschlandfunk/SWR 2025 Länge: ca. 54'40 (Wdh. v. 13.12.2025, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur) Im zweiten Teil der Langzeitbeobachtung treffen wir Altaf, Paul und Erik wieder. Aus den Teenagern sind junge Männer geworden. Mit dabei ist auch der Sozialarbeiter Thomas, der sie in all den Jahren nicht aus den Augen verloren hat. Was ist aus den Jugendlichen geworden, wie sind sie als Erwachsene? Im zweiten Teil des Features erleben wir Altaf, Paul und Erik bei Erfolgen und Umwegen, Rückschlägen und Neustarts. Ein Betrieb wird aufgebaut, eine Klinik besucht, eine Familie gegründet, ein Platz in der Gesellschaft gesucht. Sozialarbeiter Thomas, der die drei seit ihren Teenagertagen nie ganz aus den Augen verloren hat, ist mit dabei und erzählt von der sich wandelnden Szene in Berlin. Klaus Schirmer ist Autor von Reportagen und Features. Er studierte Hispanistik, Politikwissenschaft und Germanistik in Berlin, La Coruña, Toulouse und Buenos Aires. 2011 wurde er mit dem Georg-Schreiber-Medienpreis für "Sich selbst fremd geworden" (BR 2010) ausgezeichnet, 2014 mit dem Europäischen CIVIS-Radiopreis für "Schrubben gegen Rechts" (SWR 2013). Zuletzt: "Die Turmspringerinnen" (Podcast für den Deutschlandfunk 2024).
Konzertdokument der Woche
Kammermusikfest Spannungen 2025 Dmitri Schostakowitsch Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 8 c-Moll, op.110 Wolfgang Amadeus Mozart Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott Es-Dur, KV 452 Claude Debussy Berceuse héroique Louis Vierne Quintett für Klavier, 2 Violinen, Viola und Violoncello c-Moll, op. 42 Zoltán Fejérvári, Klavier Marie Tetzlaff, Oboe Sharon Kam, Klarinette Pablo Neva Collazo, Horn Isabelle Faust, Violine Christian Tetzlaff, Violine Julia Hagen, Violoncello u.v.m. Aufnahme vom 19.6.2025 aus dem Kraftwerk in Heimbach Am Mikrofon: Sylvia Systermans Schostakowitsch widmete sein achtes Streichquartett den Opfern von Krieg und Faschismus. Dmitri Schostakowitsch war schwerkrank, als er sein Streichquartett in c-Moll schrieb - ein Requiem auch für den Komponisten selbst. Claude Debussy verfiel beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Depressionen. In seiner Berceuse héroique, einem heroischen Wiegenlied für Klavier, spiegeln schleppende Schritte in tiefster Lage und Militärfanfaren Ohnmacht und Entsetzen. Hoch emotional ist das sinfonisch dichte Klavierquintett op. 42 von Louise Vierne. Er komponierte es 1917 im Gedenken an seinen Sohn, der auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges starb. Dazwischen: pure Schönheit im Quintett für vier Bläser und Klavier von Wolfgang Amadeus Mozart.

