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Geistliche Musik
Jan Dismas Zelenka Laetatus sum. Motette für Sopran, Alt und Orchester, ZWV 90 Fatma Said, Sopran Jakub Józef Orlinski, Countertenor Il pomo d'oro Leitung: Francesco Corti Georg Philipp Telemann Wer nur den lieben Gott lässt walten. Kantate zum Sonntag Laetare für Soli, Chor und Orchester, TWV 1:1593 Sabine Goetz, Sopran Hans Christoph Begemann, Bass Fabian Kelly, Tenor Gutenberg Soloists Leitung: Felix Koch Jean Sibelius Nr. 1: Laetare anima mea. Cantique. aus: 2 Stücke für Violine und Orchester, op. 77 Christian Tetzlaff, Violine Finnish Radio Symphony Orchestra Leitung: Nicholas Collon Felix Mendelssohn Bartholdy Jesu, meine Freude, MWV A 6 Chamber Choir of Europe Württembergische Philharmonie Reutlingen Leitung: Nicol Matt
Am Sonntagmorgen
Religiöses Wort "God's Country" Die USA als gelobtes Land in der Pop- und Rockmusik Von Pastor Oliver Vorwald Evangelische Kirche
Kalenderblatt
Vor 75 Jahren: Die DDR führt in der Kultur den "sozialistischen Realismus" ein
Essay und Diskurs
Die neuen Dealmaker - Über Wirtschaftskriege und Kriegswirtschaften Von Markus Metz und Georg Seeßlen Mit Donald Trumps zweiter Amtszeit zerbricht die Nachkriegsordnung der Weltwirtschaft. Handelskriege, nationale Egoismen prägen Politik und Ökonomie. Zahlen die einfachen Wähler den Preis für Profite und Macht? In der zweiten Amtszeit von Donald Trump wird klar, dass die Wirtschaftsordnung, die die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bestimmte und die von der Dollar- und Gold-Garantie des Bretton Woods-Abkommens über die Verflechtungen internationaler Konzerne bis zur "Globalisierung" der Wirtschaft reicht, vorüber ist. Amerika will wieder "Great again" sein, indem es sich allein auf den eigenen Vorteil beruft, auch wenn die Zeche dafür, wie schon vorher, vor allem die Wählerinnen und Wähler der "konservativen" Partei des Präsidenten zahlen müssen: Niedrige Löhne sind Voraussetzung für die Gewinnmargen im internationalen Wettbewerb. Trump kehrt das Verhältnis von Ökonomie und Politik um, seine Zollpolitik, so chaotisch sie auf den ersten Blick sein mag, reagiert darauf, dass die Vereinigten Staaten als Markt und Börsenplatz interessanter sind, denn als Produktionsstandort. So macht Trump nicht mehr allein Politik für die Wirtschaft, sondern auch Politik mit der Wirtschaft. Er entfacht Handelskriege gerade mit jenen Ländern, die einst enge Partner (in der Nachkriegszeit sogar eine Art Währungsunion) waren und arrangiert sich zugleich mit Diktaturen und Terrorstaaten. Zur selben Zeit, da sich die größten Wirtschaftsmärkte der Welt und ihre Verbündeten in immer weitere Wirtschaftskriege verwickeln, schalten in vielen Ländern die Ökonomien von einer zivilen in eine Kriegswirtschaft um. In Deutschland ganz besonders wird sichtbar, dass Kriegswirtschaft auch als Mittel gilt, soziale und ökonomische Krisen zu bekämpfen: Etwa, wenn dafür geworben wird, dass sich die Automobilindustrie in Teilen in eine Rüstungsindustrie verwandelt. Kriegswirtschaft verbindet staatlichen Dirigismus mit Marktwirtschaft. Markus Metz, geboren 1958, studierte Publizistik, Politik und Theaterwissenschaft, er lebt als Hörfunkjournalist und Autor in München. Zuletzt erschien von ihm "Wir Kleinbürger 4.0. Die neue Koalition und ihre Gesellschaft" (Edition Tiamat, Berlin) und "Apokalypse Karneval. Neoliberalismus: Next Level" (Bertz Fischer, Berlin), beide gemeinsam mit Georg Seeßlen. Georg Seeßlen, geboren 1948, hat in München Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie studiert. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und schreibt heute als freier Autor unter anderem für Die Zeit, Frankfurter Rundschau, taz und epd-Film. Außerdem hat er rund 20 Filmbücher verfasst und Dokumentarfilme fürs Fernsehen gedreht.
Gottesdienst
Übertragung aus der Kirche St. Bartholomäus in Hilders Zelebrant: Dechant Carsten Noll Katholische Kirche
Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person Die Gartenjournalistin Anja Birne im Gespräch mit Marietta Schwarz Sie widmet ihr Leben dem Garten: recherchierend, schreibend und reisend. Die gelernte Gärtnerin und Gartenbauingenieurin hat mehrere Bücher publiziert und interessiert sich für nerdige Pflanzensammler wie für die glamouröse Chelsea Flower Show.
Rock et cetera
Sanfter Protest gegen Transphobie und Rassismus Der US-amerikanische Neo-Folk-Künstler Anjimile Von Marcel Anders Sanfte Musik, die beruhigt, aber auch beflügelt - und vor allem in atmosphärisch dichten Stimmungsbildern protestiert. Das Leben in den USA ist hart. Vor allem, wenn man sich - wie Anjimile Chithambo - als Transperson definiert und für Bürgerrechte, kreative Selbstverwirklichung und Polyamorie einsetzt. Das entspricht nicht konservativen, weißen Werten - doch der 33-Jährige, dessen Eltern aus Malawi stammen, polarisiert nur zu gerne. Zudem gehört er zu den wichtigsten Vertretern der amerikanischen Neo-Folk-Szene. Aufgewachsen in Dallas, im Bundesstaat Texas, dann Student an der Universität von Boston, ist Anjimile eng befreundet mit Kollegen wie Bon Iver, Bartees Strange oder Iron White. Neben regelmäßigen Club-Tourneen steht er für ein halbes Dutzend Veröffentlichungen - komplette Alben wie kurze EPs. Sein neuestes Werk "You´re free to go" ist eine Lehrstunde kathartischer Musik: warm und intensiv, therapeutische Texte und faszinierendem Grenzgang zwischen filigranem Akustik-Gitarre-Spiel sowie atmosphärisch dichten Stimmungsbildern. Musik, die beruhigt, aber auch beflügelt - und doch protestiert.
Forschung aktuell - KI verstehen
KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag
Feature
Muss Strafe sein? Teil 1: Mauern, Zellen, Gerichtssäle Von Johanna Bentz Regie: die Autorin Mit: Lisa Hrdina, Torsten Föste Musik: Matthias Klein Ton: Hermann Leppich Deutschlandfunk 2026 Länge: ca. 54'40 Teil 2 am 22. März 20.05 Uhr Das Bedürfnis nach Strafe ist universell. Aber was bewirkt sie? Im ersten Teil dieses Doppelfeatures besucht die Autorin jugendliche Häftlinge, Richterinnen und Richter und einen verurteilten Mörder, der seit elf Jahren hinter Gittern sitzt. Strafen gehört zum Verhaltensrepertoire des Menschen. Schaden wird vergolten, Unrecht wird zurechtgerückt, Übeltäter werden gebessert - so sind zumindest die Ziele. Aber werden sie auch erreicht? Die Autorin, die als Dokumentarfilmerin häufiger Straftäter proträtiert hat, geht Schritt für Schritt die einzelnen Stationen unseres Strafwesens durch, schaut sich die Praxis an und fragt nach Alternativen. Sie beginnt mit jugendlichen Gefängnisinsassen und fragt sie, welche Strafen sie für gerecht halten. Eine Richterin und ein Richter erzählen von ihrer Arbeit. Und dann begegnen wir einem verurteilten Mörder, der nach Jahren in Haft sein Leben neu beginnen will. Johanna Bentz, geboren 1982, studierte Regie für Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2012 arbeitet sie als Autorin und Regisseurin für Film und Radio. Sendungen und Filme u.a.: "Crisis what crisis" (Essayfilm über Griechenland, 2015), "Die Verführungskünstler" (Dokumentarfilm 2012), "Corona Talks - Zufallsgespräche aus dem Lockdown" (WDR 2020).
Konzertdokument der Woche
Jean Sibelius "Pohjolas Tochter". Sinfonische Dichtung, op. 49 Moritz Eggert "Master and Servant" für Schlagzeug und Orchester Johannes Brahms Sinfonie Nr. 3 F-Dur, op. 90 Konstantyn Napolov, Schlagzeug Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Vladimir Jurowski, Leitung Aufnahme vom 8.3.2026 aus dem Konzerthaus Berlin Am Mikrofon: Raoul Mörchen Zeitgenössische Schlagzeugklänge treffen auf romantische Schwelgerei beim Konzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Wer hat hier das Sagen? Und wer muss folgen? Wer ist Meister, wer ist Diener? Für den Schlagzeuger Konstantyn Napolov hat Moritz Eggert ein Konzert geschrieben, in dem die Macht-Verhältnisse ständig kippen. Und der, der gerade noch vorne zu sein meint, eigentlich schon hinterherläuft. Im Berliner Konzerthaus präsentiert Napolov mit Dirigent Vladimir Jurowski und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Eggerts "Master and Servant" erstmals in der Orchesterfassung. Umrahmt von der dritten Sinfonie von Johannes Brahms und der sinfonischen Dichtung "Pohjolas Tochter" von Jean Sibelius.
