Cannabis, Alkohol, Tabak - Warum Drogen erlaubt oder verboten werden Von Marlene Halser Am 1. April 2024 trat die erste Säule des Cannabisgesetzes in Kraft. Cannabis wurde aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgenommen und so von einer illegalen zu einer legalen Droge erklärt - vergleichbar mit Alkohol oder Tabak. Ein Blick in die 200-jährige Geschichte der Drogenprohibition zeigt: Die Entscheidung, ob eine berauschende Substanz legal oder illegal ist, wurde recht willkürlich gefällt, hatte wenig mit Gesundheitsschutz zu tun, dafür aber viel mit Rassismus, Diskriminierung und Stigmatisierung. (SWR 2024/2025)
Moderation: Katja Bigalke Bosnien-Herzegowina Wenn Bürger den Staat ersetzen müssen Von Margarete Wohlan Das Friedensabkommen von Dayton beendete 1995 den Krieg in Bosnien-Herzegowina, zementierte aber eine politische Struktur, die bis heute jede Erneuerung erschwert. Drei ethnische Volksgruppen, zwei Teilstaaten und ein kompliziertes Veto-System blockieren zentrale Reformen. Internationale Organisationen ziehen sich zurück, während nationale Eliten am Status quo festhalten. In Orten wie Jablanica zum Beispiel übernehmen Bürgerinnen und Bürger längst Aufgaben, die eigentlich der Staat erfüllen müsste. Frühwarnsysteme gegen Überschwemmungen funktionieren hier nur, weil Zivilgesellschaft und Hilfsorganisationen gemeinsam handeln.
Die Schlussmacher Das 11. Plenum der SED wird zum Verbots-Exzess Von Thomas Klug Mit dem Bau der Mauer 1961 hatte die DDR-Obrigkeit ihr Ziel erreicht. Es flüchteten sehr viel weniger Menschen in den Westen. Dem folgte eine Phase der Liberalisierung, und einige Künstler glaubten, man könne sich jetzt doch sehr viel offener mit den Problemen des Landes befassen. Doch das ging nur kurz. Im Dezember 1965 machte die SED klar, dass sie keine Kritik an ihrer Ideologie duldet. Auf dem 11. Plenum des SED-Zentralkomitees wurden Regisseure, Schriftsteller, Dramatiker und Liedermacher an den Pranger gestellt. Erich Honecker glaubte in den Werken "nihilistische, ausweglose, moralzersetzende Philosophien" zu erkennen. Walter Ulbricht klagte über "konstruierte Konfliktsituationen, die in einen ausgedachten Rahmen gepresst sind", und fragte, ob man "jeden Dreck, der vom Westen kommt", kopieren müsse. Die Antwort war klar und gipfelte in der berühmten Forderung von Ulbricht: "Mit der Monotonie des Je-Je-Je und wie das alles heißt, sollte man doch Schluss machen." In der DDR waren das nicht einfach nur Meinungsäußerungen. Es waren Anweisungen, die entsprechenden Bücher und Filme zu verbieten und streng darauf zu achten, dass künftig nichts mehr veröffentlicht wird, was den engen Maßstäben der SED widerspricht.
Die hör-mediale Erweiterung der Kulturerscheinung Zonic. Thematisch frei zwischen Musik, Literatur und Kunst changierend, gibt es von tieftauchenden popkulturellen Features über experimentelle Klangstücke oder Sound & Poetry-Mixe bis zum Hangeln durch den News-Jungle eines extrem offenen musikalischen Spektrums alles zu hören, was potentielle Relevanz im stetig sich ausbreitenden Zonic-Kosmos hat; und über dessen Rand hinaus! Wort- & Musikauswahl: Alexander Pehlemann