Tagestipps im Radio

Tagestipps

Montag 18:00 Uhr HR2

Der Tag

Schluss! Aus! Ausschluss! Wie man politische Quälgeister los wird Maaßen, Sarrazin, Palmer: Fast jede Partei hat ihre schwarzen Schafe - und es ist kaum möglich, sie loszuwerden. Die CDU droht Hans-Georg Maaßen mit einem Parteiausschlussverfahren, wenn er nicht freiwillig seinen Hut nimmt. Doch der denkt gar nicht daran. Ähnlich ging es zunächst der SPD mit Thilo Sarrazin.

Montag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Andre Zantow Indonesiens neue Hauptstadt Nusantara wird im Regenwald entstehen Von Christina Schott Jakarta leidet unter den regelmäßigen Überschwemmungen. Verantwortlich ist auch die Klimakrise. Sie führt laut Experten dazu, dass die Zehn-Millionen-Metropole 2050 zu einem Drittel überflutet sein könnte. Deshalb hat die Regierung reagiert und verlegt den Regierungssitz auf die Insel Borneo. Die neue Hauptstadt namens Nusantara soll laut Parlamentsbeschluss im Regenwald liegen und "null Emissionen" produzieren. Umweltschützer sehen dortige Ökosysteme in Gefahr.

Montag 19:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - con passione

Der wilde Sound der 20er "Krise & Aufbruch" - Musiktheatralische Visionen Mit Ausschnitten aus der "Dreigroschenoper" von Kurt Weill (Lotte Lenya, Nina Hagen, Gesang), "Wozzeck" von Alban Berg (Hildegard Behrens, Sopran; Franz Grundheber, Bariton) und "Die Sache Makropulos" von Leos Janácek (Elisabeth Söderström, Sopran; Peter Dvorský, Tenor) Präsentiert von Volkmar Fischer Was verbindet so unterschiedliche Komponisten wie Kurt Weill aus Dessau, Alban Berg aus Wien und Leos Janácek aus Brünn? Alle drei haben ebenso individuelle wie innovative Beiträge zum Musiktheater der 20er Jahre geliefert. Am Beispiel der "Dreigroschenoper", des "Wozzeck" und der "Sache Makropulos" betrachtet Volkmar Fischer in der Sendung "con passione" nicht nur die Charaktere des Bühnenpersonals, sondern auch die Art und Weise, wie sich an Musik und Gesang künstlerische Visionen offenbaren. Weill, Berg und Janácek haben die Krise des zeitgenössischen Opernschaffens erkannt und sind unabhängig voneinander zu neuen Ufern aufgebrochen. Das entstandene, völlig divergente Vokalkino nimmt hier durch Sängerinnen wie Lotte Lenya und Nina Hagen, Hildegard Behrens und Elisabeth Söderström Gestalt an.

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Zehn Jahre Staatsfeind Nr. 1 Was haben die Veröffentlichungen des Whistleblowers Edward Snowden gebracht? Von Anna Loll Vor zehn Jahren informierte der Whistleblower Edward Snowden die Welt über Programme zur globalen Komplettüberwachung des US-amerikanischen Nachrichtendienstes National Security Agency (NSA) und seiner Verbündeten, der Geheimdienste Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands. Die "Snwoden Files" lösten 2013 weltweit eine Welle der Empörung aus, auch in Deutschland. Angela Merkel musste erfahren, dass die NSA ihr Handy abhörte, der Bundestag setzte einen NSA-Untersuchungsausschuss ein, deutsche Politikerinnen und Politiker forderten Asyl für Snowden, der nach Russland floh. Zehn Jahre später ist Edward Snowden immer noch dort, mit Frau und Kindern, aber international zunehmend isoliert. Auf sozialen Medien wird er für fehlende Kritik an Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine angegangen, Asyl-Forderungen für ihn sind in Deutschland weitgehend verstummt und Geheimdienste hören uns nach wie vor großflächig ab. War also alles umsonst? Das Feature von Anna Loll blickt zurück auf die spektakulären Enthüllungen von 2013, die Flucht des US-Amerikaners und auf die Situation heute und fragt: Was haben die Veröffentlichungen von Edward Snowden gebracht?

Montag 20:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

In Concert

Paléo Festival Nyon, Schweiz Aufzeichnungen vom 20. und 23.07.2022 Desert Blues: Bombino Songhoy Blues Bombino: Goumour Almoctar, Gesang und Gitarre Ilias Mohamed Alhassane, Gitarre und Gesang Djakrave Dia, Bass Corey Wilhelm, Schlagzeug Songhoy Blues: Oumar Touré, Bass Garba Touré, Gitarre Aliou Touré, Gitarre und Gesang Nathanael Dembélé, Schlagzeug Moderation: Carsten Beyer Verzerrte Gitarrensounds aus batteriebetriebenen Kofferverstärkern, der schleppende Beat der Darbouka-Trommel und dazu der kehlige Gesang der Tuareg und der Songhoy - Bluesrock aus der Sahara hat in den letzten Jahren weltweit die Bühnen erobert. Beim Paléo Festival im schweizerischen Nyon waren zwei der wichtigsten Vertreter des Genres zu erleben: Der nigrische Gitarrist Goumour Almoctar alias Bombino - ein Mann, der Jimi Hendrix und Mark Knopfler als seine größten Vorbilder bezeichnet - und das Quartett Songhoy Blues aus dem malischen Timbuktu.

Montag 20:03 Uhr SRF 3

Focus

Naomi Lareine: «Ich brauche viel Mut gegen meine Ängste» Die Zürcher Sängerin Naomi Lareine gilt als RnB-Queen der Schweiz. Vor ihrer Musikkarriere war die 29-jährige als Profifussballerin aktiv. Mit Yves Bossart spricht sie über ihre schwierige Kindheit, über Rassismus, ihr Outing und über den Glauben.

Montag 20:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Tenakeh Von Christa Reinig Mit Dieter Borsche, Rolf Boyse, Lukas Amman, Horst Sachtleben, Georg Kostya und Helmut Brasch Regie: Heinz von Cramer BR/SDR 1966 Wiederholung vom Sonntag, 15.05 Uhr Das Packeis hat das Expeditionsschiff "Anna Susann" kurz vor dem Ziel eingeschlossen. Das Funkgerät funktioniert nicht. Das Radio empfängt nur kurzzeitig und unvollständig ein Programm. 15 Männer leben dicht aufeinander gedrängt. In der Enge wirkt alles bedeutungsschwerer, als es gemeint ist. Jede Nachlässigkeit reizt unmäßig, jede unbedeutende Geste wird zu einer nervenaufzehrenden Marotte. Der Kapitän ordnet die Untersuchung des Gebiets mit dem Namen "Tenakeh" an, obwohl die Vorräte auf dem Schiff zu Ende gehen. Der Offizier glaubt selber nicht an die Notwendigkeit dieses Vorhabens, aber er ahnt, dass sich die Enge zu einer Belastung auswächst, der die Männer nicht gewachsen sind. Schon wird der Matrose Boyd von Visionen geplagt: "Da steht der Vogelmann in der Kajüte. Der Kapitän und die anderen sitzen im Kreis um ihn herum. Ich versteh nicht, was sie reden. Sie scheinen vorwurfsvoll. Einer fehlt. Ich zähle nochmal durch. Der Vogelmann antwortet mit leiser, klagender Stimme. Einer fehlt. Auf dem Boden liegt ein Schlafsack. Sie schnüren ihn auf. Alle beugen sich darüber. Ich trete heran. Da lieg ich in dem Schlafsack und bin tot." Christa Reinig (1926-2008), Schriftstellerin. Lyrik, Prosa, Hörspiele u.a. Kleine Chronik der Osterwoche (SDR/BR/DLF 1965), Das Aquarium (1967), Wisper (SDR/HR/SR/SWF 1968).

Montag 22:00 Uhr MDR KULTUR

Die Putzfrauen *

Hörspiel Von Volker Braun (Wiederholung) Im September 2013 wurden sie auf einen Schlag entlassen: Über 400 Putzfrauen des griechischen Finanzministeriums, Bauernopfer der von den europäischen Gläubigerstaaten mit Nachdruck geforderten staatlichen Einsparungen. Doch die Frauen wehrten sich. Öffentlichkeitswirksam demonstrierten sie mit Besen, Schrubber und roten Gummihandschuhen vor dem Finanzministerium, zumal wenn Vertreter der "Troika" aus EU, Internationalem Währungsfond und Europäischer Zentralbank zu Verhandlungen erschienen. Und errangen mit ihrer Wiedereinstellung einen triumphalen Erfolg, der sie zum Symbol des Widerstands "der Straße" gegen die verordnete Austeritätspolitik werden ließen. Ihr Held Varoufakis, der hemdsärmlig und ohne Krawatte auftrat, musste gegen ganz andere Mächte kämpfen. Für Volker Braun ist der Putzfrauen-Protest Ausgangspunkt für ein plebejisches Satyrspiel zum Drama der Schuldenkrise. Dem politischen Prozess und seinen medialen Reflexen setzt er den spielerischen Widerstand antiker Hexameter entgegen, um ihn in komödiantischer Übermalung "zur Kenntlichkeit zu entstellen". Volker Braun, geboren am 7. Mai 1939 in Dresden, arbeitete nach dem Abitur u.a. als Tagebaumaschinist. Er studierte Philosophie in Leipzig, 1965 holte ihn Helene Weigel an das Berliner Ensemble, wo sein erstes Stück "Die Kipper" inszeniert (und verboten) wurde. Später war er Mitarbeiter am Deutschen Theater und von 1979 bis 1990 am Berliner Ensemble. Er ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Büchner-Preis 2000. Volker Braun lebt als freier Schriftsteller in Berlin und veröffentlicht Theaterstücke, Lyrik, Prosa, Essays und Tagebücher. Der MDR realisierte mehrre Hörspiele nach seinen Texten, darunter "Der berüchtigte Christian Sporn" (2005) und "Das Mittagsmahl" (2009). Zuletzt erschienen bei Suhrkamp seine Gedichtbände "Handstreiche" (2019) und "Große Fuge" (2021). Regie: Stefan Kanis Produktion: MDR 2016 Mitwirkende: Thomas Thieme Hedi Kriegeskotte Bernhard Schütz Marina Frenk Volker Braun (45 Min.)

Montag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Kriminalhörspiel

Ins Gras beißen die andern Nach Jamie Mason Aus dem amerikanischen Englisch von Angela Koonen Bearbeitung und Regie: Irene Schuck Mit: Friedhelm Ptok, Heiko Raulin, Felix Goeser, Axel Wandtke, Steffi Kühnert, Winnie Böwe, Jonas Minthe, Felix von Manteuffel und Andreas Tobias Ton: Bernd Friebel Produktion: Deutschlandradio Kultur 2017 Länge: 50"55 Jason Getty hat einen Mann umgebracht und in seinem Garten vergraben. Als eine Gartenbaufirma das Grundstück kultivieren soll, gelingt es ihm, das betreffende Areal abzusperren. Dennoch wird eine Leiche gefunden. Ein Toter ruht unter einer Erdschicht im Garten von Jason Getty, und er selbst hat ihn umgebracht. Als die Firma Dearborn"s Landscaping den Auftrag erhält, das verwilderte Grundstück zu kultivieren, riegelt Jason das heikle Areal ab. Die Arbeiter melden trotzdem einen Leichenfund. Getty sieht sich bereits im Gefängnis. Doch der Tote ist nicht sein Opfer, die Überreste stammen von einem Unbekannten. Bevor die Polizei auch noch auf Jasons Leiche stößt, will er sie selbst ausgraben. Keine gute Idee, denn genau in dieser Nacht bekommt er Besuch. Ein Thriller mit schwarzem Humor und skurrilen Wendungen. Jamie Mason, geboren in Oklahoma City, ist Schriftstellerin und Chefredakteurin einer Online-Plattform. Bislang veröffentlichte sie drei Mystery-Thriller, "Three Graves Full" (2013, dt. "Ins Gras beißen die andern"), "Monday" s Lie" (2015) und "Hidden Things" (2019). Sie lebt mit ihrer Familie in North Carolina/USA. Makabrer Mystery-Thriller Ins Gras beißen die andern

Montag 22:04 Uhr WDR3

WDR 3 Jazz

Giant Steps in Jazz Extended Version: John Scofield Er ist neben Pat Metheny der einflussreichste Gitarrist der zweiten Jazz-Rock-Generation. Zur Schau gestellte Virtuosität ist nicht sein Ding. John Scofields Verschmelzung von Bebop-, Blues- und Rock-Elementen kommt mal ungemein entspannt und elastisch daher, mal ausgesprochen bissig und kantig. Und sein Sound ist wahrlich einzigartig. Während des Studiums an der Berklee School of Music in Boston trifft Scofield die anderen zukünftig wichtigen Gitarristen seiner Generation: John Abercrombie, Pat Metheny, Bill Frisell, Mike Stern. Zweieinhalb Jahre gehört er zur Gruppe der Fusion-Größen Billy Cobham und George Duke. 1982 engagiert ihn Miles Davis - Scofield wird weltbekannt. Nach einigen Jazz-Rock-Alben wechselt der Gitarrist den Kurs: zunächst mit lustvollem Soul-Jazz und Funk, später mit Elektronik-lastigen Grooves, inspiriert von Acid Jazz, drum"n"bass und der Musik der Jam Bands. Seine aktuelle Solo-CD entstand während des Lockdown und vereint all das, was ihn seit jeher fasziniert - Jazz und Folk, Blues und Rock, aber auch Country & Western.

Montag 23:03 Uhr WDR3

WDR 3 open: World

Mit Antje Hollunder Stop FGM - Songs gegen weibliche Genitalverstümmelung Am "Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung" singen in WDR 3 open: World vor allem afrikanische Musiker:innen von der grausamen Tradition, Mädchen zu beschneiden, wie Fatoumata Diawara, Tiken Jah Fakouly und die Star Feminine Band. Seit 20 Jahren ist der 6. Februar ein Aktionstag gegen die Female Genital Mutilation, kurz FGM, wie international das Ergebnis der traditionellen Beschneidung von Mädchen genannt wird, unter der nach Angaben der UNICEF weltweit mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen leiden. Jedes Jahr kommen etwa drei Millionen Opfer dieser Praktik hinzu - das sind 8.000 Mädchen und Frauen täglich. Die weibliche Genitalverstümmelung wird in knapp 30 Ländern Afrikas praktiziert, im Süden der Arabischen Halbinsel und in einigen Ländern Asiens, wie in Teilen Indiens, Indonesiens, Malaysias oder Sri Lankas. Immer mehr Menschen protestieren jedoch inzwischen gegen diese Zwangsbeschneidung. Auch in musikalischer Form wird das Thema, das anzusprechen lange ein absolutes Tabu gewesen ist, immer häufiger aufbereitet, als Ausdruck des Protestes aber auch um auf diese Weise Aufklärung zu betreiben. Dabei haben in den vergangenen Jahren nicht nur viele Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen afrikanischen Ländern Songs veröffentlicht, in denen von der weiblichen Beschneidung gesungen wird. Auch europäische Künstlerinnen und Künstler haben das Thema bereits in ihren Songs aufgegriffen, das durch Zuwandernde und Geflüchtete auch in Europa eine immer stärkere Rolle spielt. Nach Schätzungen gibt es in Deutschland etwa 100.000 Frauen, die Opfer von FGM oder davon bedroht sind, etwa 15.000 davon leben in NRW. Einige der Musiker und Musikerinnen, die sich für das Ende der weiblichen Genitalverstümmelung engagieren, gibt es in dieser Ausgabe von WDR 3 open: World zu hören.

Montag 23:05 Uhr Bayern 2

Nachtmix

Hip Hop zwischen Jazz und Drill Das Rap-Update mit Young Fathers, Ice Spice und The Go!Team Kein Genre der Pop-Musik dieser Tage ist so erfolgreich wie Rap. In dieser Stunde beleuchten wir tolle Hip Hop-Neuheiten: von den schwer Indie-angehauchten Young Fathers (Schottland), der New Yorkerin Ice Spice (die sich zum neuen Subgenre Drill rechnet), das Go!Team aus England (mit seinem Sampladelia-Soul-Touch), Oddisee aus Washington DC mit seinem Conscious Rap - dazu der Rap-Klassiker der Woche: Vor 30 Jahren erschien mit "Reachin"" das Debüt der Digable Planets - das zusammen mit Gurus "Jazzmatazz" und Us3 für den Höhepunkt des Jazz-Raps von 1993 sorgte. Funky Wiederhören!

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