Künstliche Nähe Doku über KI, Vertrauen und Abhängigkeit Christian Schiffer Regie: Ron Schickler Ton: Robin Ault Dramaturgie: Johannes Berthoud BR 2025 Länge: 52"33 (Wdh. am 07.06.2026, Deutschlandfunk, 20.05 Uhr) Chatbots hören zu, spenden Trost und geben Ratschläge. Immer mehr Menschen berichten, dass KI-Systeme ihnen durch Krisen geholfen haben. Aber Nutzer können auch eine bedenkliche emotionale Abhängigkeit entwickeln. Antony chattet intensiv mit einer KI - bis er nicht mehr zwischen der Realität und einer Wahnwelt unterscheiden kann. Für Lina ist Künstliche Intelligenz eine Retterin, die ihr in einem lebensgefährlichen Moment geholfen hat. KI-Chatbots können Menschen stabilisieren und ihnen Hoffnung geben, aber auch ihre Verletzlichkeit verstärken und psychische Probleme verschärfen - bis hin zu Zuständen, die inzwischen als "AI Psychosis" diskutiert werden. Die Grenze zwischen technischer Simulation und echter emotionaler Beziehung verschwimmt. Und je menschlicher die Maschinen wirken, desto größer wird die Verantwortung der Entwickler. Welche Chancen und Gefahren entstehen, wenn Maschinen zu Freunden und Therapeutinnen werden? Christian Schiffer, geboren 1979, ist Journalist und Autor. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören Politik und Popkultur sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. Sein Podcast "In 5 Tagen Mord - Die Krimi-Challenge mit KI" wurde 2024 mit dem Grimme Online Award (Sonderpreis "Künstliche Intelligenz") ausgezeichnet. Er ist Co-Autor der Podcast-Serie "Die Peter Thiel Story" (Deutschlandfunk 2025).
Moderation: Ortrun Schütz Elina Duni Diese Jazz Sängerin ist in Albanien geboren, hat mehrere Jahrzehnte in der Schweiz gelebt und wohnt aktuell in London. Die kulturelle Durchmischung merkt man ihrer Musik an, für die sie unterschiedlichste Stile und Genres verbindet. Auf diese Weise erneuert sie die Sprache des Jazz und hat dafür 2025 den Swiss Jazz Award gewonnen. Lange schon arbeitet sie mit dem britischen Gitarristen Rob Luft zusammen - erst im Quartett auf den Alben "Lost ships" und "A time to Remember". Aktuell aber auch als Duo auf ihrem Album "Reaching for the Moon". Darauf spielt Elina Duni noch Percussion zu ihrem Gesang, Rob Luft nutzt neben seiner Gitarre Electronics - alle Klänge entstehen aber zu zweit, egal ob die ihrer eigenen Kompositionen, Jazz Songs von Irving Berlin oder Ornette Coleman, traditionelle Musik aus dem Kosovo oder das Kunstlied "Les Berceaux" des französischen Komponisten Gabriel Fauré.
Happy End Von Ragnhild Soerensen und Julia Wolf Angelina Jolie als Todesengel Rebekka Blum wird bald 30 Jahre alt. Doch dann erscheint ihr Angelina Jolie höchstpersönlich und verkündet, dass Rebekka in 20 Tagen sterben wird. So hatte Rebekka sich ihren Geburtstag nicht vorgestellt. Und ihr Leben auch nicht, um ehrlich zu sein. Im obskuren Amt für finale Angelegenheiten erhebt sie Einspruch gegen das Todesurteil. Die beiden Anhörungsrichter lassen kein gutes Haar an ihr, "im Zweifel gegen die Angeklagte" scheint ihr Motto zu sein. Das Hörspiel schildert Rebekkas Kampf gegen die überlebensgroße Angelina Jolie, den Zynismus ihrer Richter und nicht zuletzt sich selbst. Regie: Raumstation Produktion: NDR/SWR/WDR 2011
Premiere am Radio: Donjon 14: «Tränen und Nebel» Der Donjon ist eine Festung: vier pechschwarze Türme, ein Labyrinth aus finsteren Katakomben und prall gefüllten Schatzkammern; Feuer speiende Drachen, blutrünstige Orks und mittendrin Herbert, ein tollpatschiger Enterich und Hausmeister. In den Donjon-Comics haben Joann Sfar und Lewis Trondheim eine ebenso skurrile wie humorvolle Welt geschaffen, die weit über eine blosse Fantasy-Parodie hinausgeht. Mit: Hans-Georg Panczak (Herbert), Hans-Rainer Müller (Wärter), Jörg Döring (Marvin), Dominik Zeltner (Gürtel), Zoe Hutmacher (Isis), Marie Löcker (Prisunde), Ueli Jäggi (Alkibiades), Heinrich Schafmeister (Herzog), Karin Pfammatter (Herzogin), Peter Kaempfe (Ataman), Artur Weimann (Kosake), Olaf Reichmann (Guillaume de la Cour), Frank Gustavus (Monster), Julian Greis (Seegurke) und Cathleen Gawlich (Elyacin) Übersetzung aus dem Französischen: Ulrich Pröfrock 13 Komposition und Sounddesign: Ulrich Bassenge und Karl Atteln 13 Geräuschemacher: Otger Kunert 13 Tontechnik: Björn Müller 13 Hörspielbearbeitung und Dramaturgie: Johannes Mayr und Wolfram Höll 13 Regieassistenz: Simon Hastreiter 13 Regie: Wolfgang Seesko Produktion: SRF 2025 Dauer: 35 19 Die «Donjon»-Comics sind auf Deutsch beim Verlag Reprodukt erschienen, die französischen Originale bei Delcourt.
"Maigret und der gelbe Hund" von Georges Simenon Kommissar Maigret ermittelt: Eine Serie mysteriöser Anschläge auf eine Stammtischrunde erschüttert ein bretonisches Hafenstädtchen. Dass jeder Angriff von dem Auftauchen eines geheimnisvollen gelben Hundes begleitet wird, führt zu Panik und wilden Spekulationen. Das Tier treibt sich meistens in der Nähe der Kellnerin Emma herum. Die beteuert allerdings, den Hund nie zuvor gesehen zu haben. Von Georges Simenon Mit Paul Dahlke, Erik Schumann, Uli Steigberg, Fritz Strassner, Erwin Faber, Bum Krüger, Max Mairich, Eva L"Arronge, Wolf Ackva, Klausjürgen Wussow, Annemarie Holtz, Eva-Maria Bauer, Benno Sterzenbach, Rudolf Rhomberg, Paul Bürks, Gustl Weishappel, Sid Sindelar-Brecht, Elmar Wepper, Konrad Georg, Jochen Hauer, Michael Block, Hanna Burgwitz, Marlies Compère, Senta Bonneval, Stefanie Fricke, Helmut Haupt, James von Berlepsch, Josef Seeber Komposition: Herbert Jarczyk Regie: Heinz-Günter Stamm BR 1961 Verfügbar in ARD Sounds.
Die Hexe von Pendach Von Julien Hebenstreit und Katharina Irmscher Mit: Henriette Nagel, Christiane Roßbach, Jeremias Meyer, Christoph Franken, Johannes Nußbaum, Adnan Maral, Nico Marischka, Johan von Ehrlich, Carlo Schmitt, Vassillissa Reznikoff, Max Poerting, Patricia Litten, Walter Hess, Michele Cuciuffo, Jelena Kuljic, Edmund Telgenkämper, Ulrike Willenbacher, Sina Reiß, Elif Esmen, Timocin Ziegler, Katja Bürkle, Naffie Janha, Elias Krischke, Felicia Chin-Malenski, Martin Feifel, Christian Löber, Maria Hafner, Christian Beppo Peters, Fabian Zweck, Stefan Wilkening, Katrin Filzen, Henriette Fridoline Schmidt, Lukas Lugani, Elisabeth Lugani, Lennart Lindhorst, Lina Lösch, Mathis Wolfrum Ton: Jan Piepenstock, Gerhard Wicho Technik: Robin Auld, Fabian Zweck Musiker*innen: Sackpfeife- Thomas Gundermann; Cello- Johanna Helm; Vocals- Helene Erben Komposition: Katharina Haage Regie: Pauline Seiberlich Regieassistenz: Jakob Roth, Henriette Fridoline Schmidt Redaktion: Katarina Agathos BR 2026 Länge: Die Jury der Akademie der Darstellenden Künste benannte "Die Hexe von Pendach" zum Hörspiel des Monats Mai 2026. Die Begründung der Jury "Die Hexe von Pendach"? ist ein außergewöhnliches Hörspiel, das es schafft, eine Hexenjagd aus dem Jahr 1700 in die Gegenwart zu holen, ohne sich an diese anzubiedern. Es geht um die immer wieder aktuellen Themen religiöser Fanatismus, gesellschaftlicher Druck und persönliche Schuld. Dabei vermischen sich die historischen Fakten mit einer überzeugenden Leistung der Sprecher*innen und dem musikalischen Arrangement zu einem faszinierenden Ganzen - eine Melange aus Kriminalroman, Geschichts- und Mystery-Erzählung. Es ist absolut zu empfehlen, das alles über Kopfhörer zu hören, die Produktion ist atmosphärisch sehr dicht und detailreich, die Inszenierung und die Dramaturgie sind klar, ungewöhnlich und immer wieder überraschend, so dass es einen unwahrscheinlichen Spaß macht, dieser Geschichte zu folgen. Die Jury und der gastgebende Sender 2026 Olga Grjasnowa, Schriftstellerin Masha Qrella, Musikerin Gastgebender Sender: Deutschlandradio Die Hexe von Pendach
American Fussball 13 Wie politisch wird Trumps WM? Am 11. Juni ist Anpfiff der Fussball-WM 2026. Neben der sportlichen Vorfreude gibt das Ereignis auch Anlass zur Sorge und Unzufriedenheit. Fans beklagen überteuerte Ticketpreise und Überkommerzialisierung. Viele bleiben fern, sofern sie überhaupt einreisen dürften. Der Unmut über Gianni Infantinos FIFA ist bereits jetzt riesig. Wie auch die Sorge vor einer politischen Instrumentalisierung des Ereignisses: Wie sicher sind die Fans südamerikanischer Mannschaften vor dem Zugriff von Trumps ICE Truppen? Wird der amerikanische Präsident das Turnier zu eigenen Selbstdarstellungszwecken missbrauchen? Wie steht es um die Teilnahme Irans? Droht das auf 104 Partien aufgeblasene Turnier zu einem kommerziellen wie atmosphärischen Fiasko zu werden? Oder wird Fussball, als beliebtestes Ballspiel dieses Planeten, einmal mehr Milliarden in den Bann seiner ganz eigenen Schönheit, seines ganz eigenen Wahnsinns ziehen? All das bespricht Wolfram Eilenberger mit der Schweizer Kommentatoren-Legende Marcel Reif sowie der in St. Gallen lehrenden Amerikanistin und Staatswissenschaftlerin Claudia Brühwiler.
Besser hätte der vierwöchige Europatourneeabschluss für die New Yorker Band Ghost Funk Orchestra nicht laufen können. Ein laut jubelndes und tanzendes Publikum im Schlachthof Bremen hat mit der achtköpfigen Band eine wilde Soulparty gefeiert.
Mit Ilka Geyer Wald und Klang. Den Wald vor lauter Bäumen Zehn Hörstücke aus der internationalen Soundart-Szene über die das Wesen des Waldes - kuratiert von Karl-Heinz Blomann. Variationen über das geheime Leben der Bäume die Magie der Wälder - zwischen pfälzischen Munitionslagern der 80er und zentralaustralischen Laubenvögeln. Hörstücke von Anne Lepère, Denise Ritter, Swanasa, Marieke van de Ven, Karl-Heinz Bloman, Nicolas Collins, Javier Garavaglia, Frank Niehusmann und Jon Rose WDR 2021
Junger Wilder der Romantik Die Lange Nacht des Carl Maria von Weber Von Jürgen König Regie: der Autor Den "deutschesten aller Musiker" nannte ihn später Richard Wagner und hat damit Carl Maria von Weber (1786 - 1826) keinen Gefallen getan. Denn was Wagner als Auszeichnung meinte, machte Weber zum Nationalhelden - und das wollte er nie sein. Wie so viele junge Intellektuelle seiner Generation, wollte er mithelfen, die deutsche Kleinstaaterei zu überwinden - durch Kunst. So wie die gleichaltrigen Brüder Grimm deutsche Märchen und Sagen sammelten, wollte Weber deutsche Geschichten zu deutschen Opern vertonen; wenigstens die Kunst sollte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Untertanen der vielen kleinen Staaten auf eine gemeinsame Geschichte zurückblickten. Und tatsächlich: obwohl Weber ein äußerst bewegtes Wanderleben führte - als reisender Klaviervirtuose, als Komponist und Dirigent, Regisseur und Theaterleiter - gelang es ihm, mit seinem "Freischütz" die erste deutsche Volksoper auf die Bühne zu bringen, die diesen Titel wirklich verdiente und die auch im Ausland sehr schnell große Bewunderer fand. Das Etikett eines Nationalkomponisten hat Weber bei der Reichsgründung und auch im Nationalsozialismus Instrumentalisierungen für nationale politische Ziele beschert und der Verbreitung seiner Musik mehr geschadet als genützt. Große Teile seines Werkes sind unbekannt, allenfalls der "Freischütz" wird ab und zu aufgeführt, die anderen Opern so gut wie nie. Das umfangreiche Instrumentalwerk und auch nahezu das gesamte Klavierwerk schlummern in den Archiven vor sich hin. Wie schade! Wieder mal wäre also ein deutscher Klassiker neu zu entdecken.
Eine Reise um das Mittelmeer - Mediterrane Glanzlichter aus drei Jahrzehnten (Konzertmitschnitte des NDR) Der Mittelmeerraum ist die Wiege vieler Hochkulturen und in deren Nachfolge ein kultureller Schmelztiegel, der in den letzten Dekaden hochspannende Hybride aus Jazz und lokalen Musikarten hervorgebracht hat.