Schlechte Schule, armes Deutschland - Kein Wohlstand ohne Bildung! Lesen, Schreiben, Rechnen. Und vor allem: Denken. Begreifen. Zusammenhänge erkennen. Die Natur verstehen und Technologien durchdringen. All das gilt es zu lernen - in der Schule, für das Leben. Warum gelingt das in deutschen Schulen oft nicht gut genug? Was brauchen Kinder und Jugendliche, um gut zu lernen, was brauchen ihre Lehrkräfte, um gut lehren und was bauchen Schulen, um genau dafür Räume schaffen zu können?
Moderation: Bastian Korff Geboren in Abidjan, aufgewachsen in Mali, jetzt in Berlin, ist Aly Keïta eine feste Größe in der deutschen Jazzszene. Einer, der die Möglichkeiten improvisierter Musik auslotet, tief in afrikanische Rhythmen eintaucht und sie mit Jazzelementen verbindet.
Angst Von Dirk Kurbjuweit Wiederholung: WDR 5 Sa. 17.04 Uhr Stalking-Psychoterror und Selbstjustiz Alles scheint bestens zu laufen für den wohlsituierten Randolph Tiefenthaler. Doch ein Nachbar wird zunehmend unheimlich: Herr Tiberius macht Randolphs Frau Avancen, schreibt erst verliebte, dann verleumderische Briefe. Vergeblich versucht Randolph, gegen den Stalker vorzugehen. Regie: Walter Adler Produktion: WDR 2013
Warren Haynes Band (USA) (1/2) Aufnahme vom 3.7.2025 beim "Kunst!Rasen"-Festival Bonn Am Mikrofon: Tim Schauen (Teil 2 am 13.3.2026) Haynes zählt zur Weltspitze, egal ob er Blues, Rock oder Americana spielt: wiedererkennbar, entspannt, großartig! Erfahren. Gelassen. Weltklasse. Mehr müsste man nicht über den Auftritt des US-amerikanischen Sängers und Gitarristen Warren Haynes und seiner Band sagen. Der 65-Jährige aus North Carolina ist eine Ausnahme im Musik-Zirkus, ob (damals) als Gitarrist der Allman Brothers Band, mit seiner Stammformation Gov"t Mule oder seinem Solo-Projekt, der 2010 gegründeten Warren Haynes Band. 2024 hat Haynes das Album "Million voices whisperer" herausgebracht, ein starkes Werk mit guten Songs und hervorragendem Gitarrenspiel zwischen Blues, Americana und Soul. Beim Auftritt in Bonn an diesem sonnigen Juli-Tag war der Amerikaner ganz entspannt, unterhielt sich hinter der Bühne mit Veranstalter Ernst-Ludwig Hartz oder Pianist Jon Cleary und der Band von Bonnie Raitt, die nach ihm auftreten sollte. Dann ging Haynes auf die Bühne, nahm seine rote Gibson Les Paul, schaute den Schlagzeuger an und los ging es: erfahren, gelassen. Weltklasse.
Martin Zingsheim 2026 - "Irgendwas mach ich falsch" Der Comedian und Musiker Martin Zingsheim (Aufzeichnung vom 13. Februar 2026 im TOLLHAUS Karlsruhe) Ob Politik oder Erziehung, ob beruflich oder privat: Ständig soll man kompetent abliefern, alles auf die Kette kriegen und bloß keine Schwäche zeigen. Dabei kapiert man zwischen Informationsflut, Achtsamkeitsseminar und Klimawandel in Wahrheit kaum noch etwas. Martin Zingsheim spielt das Spiel nun nicht mehr mit und bekennt feierlich: irgendwas mach ich falsch. Immerhin entsteht auf diesem Wege ein sprachlich gewitztes, unterhaltsam tiefgründiges und herrlich verrücktes Kabarettprogramm mit einer Prise mitreißender Musik.
Mit Niklas Wandt The Sorcerer - Der Gitarrist Gabor Szabo Der Ungar Gabor Szabo war einer der wiedererkennbarsten Stilisten der Jazzgitarre im Jazz der 1960er und 1970er Jahre, in dessen Musik auch das reiche Erbe der Volksmusik seiner Heimat Anklang fand. Die Musik der Roma, indische Klassik, Latin-Rhythmen - all das verband der schüchterne Szabo auf seinen kommerziell erfolgreichen Platten und in seinen hypnotischen Liveperformances. Mit seiner Offenheit und auch mit seinem drahtigen Soundund seinem reduzierten Spiel beeinflusste er nachfolgende Größen wie Carlos Santana. Im März wäre Gabor Szabo 90 Jahre alt geworden. Niklas Wandt erinnert.
Bandolica und das Revival des Bandoneons Der argentinische Musiker Mariano Godoy Am Mikrofon: Camilla Hildebrandt Mariano Godoy hat das in Deutschland erfundene Bandoneon weiterentwickelt: die Bandolica mit Knöpfen und USB-Anschluss. Bandoneon spielen? Zu schwierig, zu teuer, außerdem das Instrument des Tango. Stimmt, sagt der Argentinier Mariano Godoy und schmunzelt, "aber nur zum Teil." Das Bandoneon ist eine deutsche Erfindung und zu erlernen wie jedes andere Instrument auch. Zu teuer? Dafür hat Godoy eine Alternative erfunden: die Bandolica. Eine quadratische Platte mit Knöpfen, man benötigt nur einen Computer und USB-Anschluss, und schon kann gespielt werde. Mariano Godoy wurde 1983 in Buenos Aires geboren, er ist Komponist, Bandoneonist und gründete das erste Bandoneon-Schulorchester "OEB". Das Revival des Bandoneons?
Die Goldene Generation Rumänische Avantgarde hinter dem Eisernen Vorhang Von Corinna Thaon In Rumänien stand in den 1960er- bis 1980er-Jahren die Musik isoliert vom Westen, unter Aufsicht der Politik. Dennoch gelang es einem kleinen Komponistenkreis, genannt "die Goldene Generation", eine rumänische Avantgarde zu bilden. Tiberiu Olah, Anatol Vieru, Aurel Stroe, Stefan Niculescu, Miriam Marbe und einige andere sammelten sich damals um den Professor und Komponisten Mihail Andricu, der privat und auf eigenes Risiko die neuen Strömungen der westlichen Musik lehrte. Einige der Komponisten bekamen später auch die Möglichkeit, im Ausland zu studieren. In ihren Kompositionen kombinierten sie nationales Kulturerbe mit modernen europäischen Stilmitteln. Sie prägten mit ihren Ideen spätere Generationen und trugen dazu bei, Rumänien in die internationale zeitgenössische Musik einzubinden.
Künstlerin, Naturforscherin, Weltreisende Eine Lange Nacht über Maria Sibylla Merian Von Halina Dyrschka Regie: Philippe Brühl Was haben Zar Peter der I., Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Wolfgang von Goethe und Carl von Linné gemeinsam? Sie alle kannten Maria Sybilla Merian. Kurioserweise ist heute diese einzigartige Künstlerin vielen unbekannt, obwohl ihre bemerkenswerte Lebensgeschichte die Möglichkeiten aufzeigt, wie eine Frau im 17. Jahrhundert zur angesehenen Künstlerin und Insektenforscherin avanciert. Die hochbegabte Malerin und Kupferstecherin widmete ihr gesamtes Leben der Erforschung der Insektenwelt. Beseelt vom frühen Geist der Aufklärung, ließ sie die Faszination der Metamorphose - wie sich eine Raupe zum Schmetterling wandelt - ein künstlerisch einzigartiges OEuvre erschaffen. Neben ihrer Forschung gründete sie eine Malschule für Mädchen, bekam Aufträge von der adeligen Gesellschaft und betrieb Handel mit Farben, Tuch und Tierpräparaten. 1699 - bereits 100 Jahre vor Alexander von Humboldt - reiste sie allein nach Surinam, um dortselbst das Insektenuniversum zu studieren. 1705 erschien ihr bis heute zitiertes Werk "Metamorphosis Insectorum Surinamensium". Maria Sibylla Merian war ausgestattet mit Kühnheit, Unabhängigkeit und Forschergeist und offenbart sich in ihrer aufregenden Biografie als "moderne" Naturforscherin. (Wdh.v. 15./16.04.2023)