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Eins Live

Voyeuristische Selbstversuche - Der Überwacher in uns

Bild: dpa/Pape Über die technischen Möglichkeiten der Überwachung ist viel geschrieben worden, über Kontobewegungen, Staatsgeheimnisse, Kundendaten. Doch kann man eine Persönlichkeit wirklich hacken? Wir alle sammeln ständig Informationen über andere Menschen. Da ist der Blick ins Badschränkchen der Partygastgeber, der laute Streit der Bekannten und das Telefonat in der U-Bahn. Wir beobachten und lauschen, dechiffrieren verborgene Absichten und geheime Schwächen. Es geht um Neugier, um Macht und Kontrolle. Hier nun überwacht die eine den anderen: Sie versucht, geheime Seiten ans Tageslicht zu zerren und sein Mailpostfach zu hacken, schaut durchs Schlüsselloch und in Müllsäcke, spitzelt in seinem Freundeskreis. Er versucht sich zu schützen. Und während der Gejagte anfängt, sich selbst zu zensieren - wohl aus Angst, Seiten zu offenbaren, die er bislang lieber verborgen hat - erwacht umgekehrt bei ihr der Jagdtrieb, der Wunsch nach noch mehr Information und noch mehr Kontrolle.
(Bild: dpa/Pape)
(12.05.15 23:00 Uhr)
108 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 0
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WDR 5

Letzte Wohnung vor der Kiste

Bild: WDR/Sybille Anneck Gibt es ein erfülltes Leben im Alter? Ingomar von Kieseritzky setzt mit einer absurden Groteske einen Kontrapunkt zur aktuellen Debatte: Vier alte Herren gründen eine WG. Rosinsky, Plettner und Demeth, allesamt Rentner weit jenseits der 70, lamentieren über die schlechten Zeiten und über ihre Gebrechen. Sie warten auf ihren Freund Rall, der aufgrund einer Borreliose in schlechtem Zustand ist, aber eine passende Wohnung für alle gefunden hat - geräumig, Haltegriffe in den Bädern, nur 700 Euro Miete. Allerdings muss Rall umfassend betreut werden, seine geistig wachen Phasen werden seltener. Sie versorgen ihn mit Aspirin, Alkohol und Antidepressiva, denn er ist der Wohlhabendste von ihnen und muss geschäftsfähig bleiben.
(Bild: WDR/Sybille Anneck)
(12.05.15 00:00 Uhr)
61 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 0
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Deutschlandradio

Aber sicher! (Eine Fortsetzung)

Bild: picture-alliance Auch nach der Uraufführung von "Die Kontrakte des Kaufmanns" 2009 und dem Epilog "Schlechte Nachrede: Und jetzt?" schreibt Elfriede Jelinek ihr Stück zur Wirtschaftskrise weiter: 2013 wurde die Fortsetzung: "Aber sicher!" uraufgeführt. "Die Menschen sind mit der Verwaltung ihres mühsam verdienten Geldes total überfordert, die Banken sind es inzwischen auch, es ist ein riesiges Chaos. Man kann sein finanzielles Schicksal in die Hände von niemandem mehr legen. Keiner kennt sich mehr aus, und das Wissen, das man dafür erwerben kann, gibt es nicht, es gibt eben unendlich viele Wissen über das Geld, das ja nur ein bedrucktes Stück Papier ist, vorgesehen zum symbolischen Tausch, der plötzlich zum realen wird: Geld oder Leben! Und diejenigen, die gar nichts haben, entwickeln plötzlich neue Wege der längst überwundenen Tauschwirtschaft, und das ist dann kein symbolischer Tausch mehr, das ist ihr Leben, und ein anderes haben sie nicht."
(Bild: picture-alliance)
(11.05.15 00:06 Uhr)
34 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 0
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SR 2

Der Aufzug

Für die verträumte Hypochonderin Astrid nimmt das Leben ausgerechnet in einem stecken gebliebenen Lift an der Seite eines aggressiven Zahnarzts wieder Fahrt auf...
(10.05.15 00:00 Uhr)
162 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 3
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Eins Live

Kein Wort zu Oosterbeek

Bild: dpa/Marc Tirl Einmal im Jahr trifft sich die Elite aus Westeuropa und den USA abseits der Öffentlichkeit zum Oosterbeek-Symposium. Gemeinsam soll eine Strategie gefunden werden, um den "Internationalen Common Sense" durchzusetzen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind pedantisch, die Verschwiegenheit ist vollkommen. Bräuning, ein junger Tontechniker, erlebt vor Ort eine Atmosphäre aus Überwachung und Angst vor Anschlägen, gleichzeitig aber auch die Unersättlichkeit der Mächtigen. Und es gibt keine Möglichkeit, die Öffentlichkeit über diese Vorgänge und Beschlüsse zu informieren 26 oder doch? - Das Hörspiel beruht auf Recherchen zu den realen alljährlichen Bilderberg-Konferenzen, auf denen seit 1954 angeblich heimlich weltpolitische Absprachen getroffen werden.
(Bild: dpa/Marc Tirl)
(07.05.15 23:00 Uhr)
59 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 0
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Deutschlandradio

Katzen haben sieben Leben

Bild: imago Eine Szenenfolge weiblicher Machtduelle. Variationen des einen Kampfes, der mal listig und versteckt, mal offenherzig und brutal ausgetragen wird. Ein Hörspiel im Spannungsfeld von Herrschaft und Demut, Nähe und Zerstörung - und immer in der poetischen Sprache, die Jenny Erpenbeck auszeichnet. Es ist die Geschichte zweier Frauen, vieler Frauen. Ein Spiel des Seitentausches und der wechselnden Rollen: Herrin und Dienerin, Mutter und Tochter, Chefin und Angestellte, Kranke und Gesunde, Ehefrau und Geliebte. Katzen haben sieben Leben, Frauen spielen viele Rollen.
(Bild: imago)
(06.05.15 21:31 Uhr)
85 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 3
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Deutschlandradio

Hinkel

Bild: picture alliance / dpa Ende des Krieges, Ruinen, Hunger und Elend in der Stadt. Auf der Straße ein Mädchen, ein totes Baby im Arm. Polizist Karas nimmt sie zur Vernehmung mit. Sie nennt sich Ili, besitzt keine Papiere und erzählt von einem Keller, in dem sie Unterschlupf fand. Dort hauste Anna, die für Tschick anschaffen ging. Ili sollte das Kind ausfahren, wenn Anna von einem Mann besucht wurde. Karas versucht herauszufinden, was mit dem Baby passiert ist und ob Ili wirklich die ist, für die sie sich ausgibt.
(Bild: picture alliance / dpa)
(04.05.15 21:30 Uhr)
82 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 0
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Deutschlandradio

Die Kontrakte des Kaufmanns 4

Bild: William Engelen Kurz vor der Premiere von "Die Kontrakte des Kaufmanns" 2009 ergänzte Elfriede Jelinek den Epilog "Schlechte Nachrede: Und jetzt?". "Mir kommt die Wirtschaft (die zu den schwierigsten Gebieten überhaupt gehört) immer wie ein Mobile vor, beim geringsten Berühren, ja nur einem Atemzug, gerät das feine Gestänge, geraten die Fäden, an denen wir unten zappelnd hängen (was wir nicht wissen, wir glauben ja, dass wir das Rad drehen), in Bewegung, und man weiß nie, wo sie wieder zur Ruhe kommen, die Fäden. Da sind so viele Parameter, dass man sie im Grunde nicht fassen kann. Ich sehe überall nur Fehler, weil sich nichts von diesen Parametern festmachen und bestimmen lässt. Die einen glauben an Keynes, die anderen an Hayek, die dritten an jemand anderen, manche schon wieder an Karl Marx." (Elfriede Jelinek)
(Bild: William Engelen)
(04.05.15 00:05 Uhr)
22 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 0
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WDR 3

Illegale Publikation

Bild: WDR Wir schreiben das Revolutionsjahr 2032 und starten in den Tiefen der nordafrikanischen Wüste die Suche nach Jacques Lebaudy. Der reiche Geschäftsmann gründete 1903 im kolonialisierten Afrika einen eigenen Staat, Lebaudypolis, indem er am Strand eine Dose Thunfisch begrub. Er wurde in eine Nervenheilanstalt eingewiesen und später von seiner Frau erschossen. Europa liegt in Trümmern. Italien, von Schwarzen bevölkert, wurde als hoffnungslos aufgegeben und die Grenzen zum Alpenraum militärisch geschlossen. Die Schweiz ist aufgelöst und in vier Besatzungszonen geteilt. Im Grenzland der Zivilisation trifft der König der Könige Afrikas von 1903 (Jacques Lebaudy) auf Texte des Königs der Könige Afrikas nicht lang vergangener Zeit (Muammar al-Gaddafi). All das im Revolutionsjahr der Zukunft, ausgerufen von Jonathan Meese, dem Antidemokraten der Diktatur der Kunst. Und dann?
(Bild: WDR)
(04.05.15 00:00 Uhr)
37 Hörer / Bewertung: Durchschnittswertung: 3
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