Deutschlandfunk Kultur

Feature

Die große Leere: Wenn Frauen bereuen, Mutter geworden zu sein Von Franziska Storz Regie: Susi Weichselbaumer Mit: der Autorin Ton: Gerhard Wicho Produktion: BR 2016 Länge: 52"22 Krankt die Gesellschaft an einem überfrachteten Mutterbild? In einer 2015 veröffentlichten Studie der israelischen Soziologin Orna Donath bekannten sich 23 Frauen dazu, ihre Mutterschaft zu bereuen. Es kamen Rückmeldungen von Frauen aus aller Welt, die meisten aus Deutschland. Mütter sollen heute immer mehr leisten: erfolgreich im Job sein, nebenbei Kuchen backen und selbstgemachte Einladungen für den Kindergeburtstag basteln. Die gesamte Familienlogistik bleibt meist an ihnen hängen. Sind bereuende Mütter ein Produkt der überfrachteten Frauenrolle unserer Gesellschaft? Franziska Storz, geboren 1979, ist Journalistin und Moderatorin. Sie absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Für ihr Feature "Ihre Verbindung wird gehalten" (BR 2007) erhielt sie als Ko-Autorin den Ravensburger Medienpreis 2007. Lebt in München. Die große Leere: Wenn Frauen bereuen, Mutter geworden zu sein
Mittwoch 00:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Geld frisst Welt

geldWiederholung aus dem Jahr 1996 (2). Gestaltung: Helmut Waldert Eine Selbstverständlichkeit unserer Alltags- und Weltordnung "Geld ist Geld" - wird immer undurchschaubarer: wachsendes, wertloses, arbeitendes, spekulierendes, lügendes, imaginäres, abstraktes, elektronisches, künstliches Geld. Gerechtes, demokratisches, grünes, freies, neutrales Geld. Das Vertrauen in das Geldsystem sinkt. Indiz dafür: An mehreren Ecken und Enden wird mit Alternativen experimentiert, werden solche praktiziert. Das Geldsystem ist in einem Quantensprung begriffen: die imaginär wachsenden Geldmengen lassen den "Motor des Wirtschaftssystems" in einen Prozess der Selbstzerstörung kippen. Ob es so ist, spiegelt sich in einem Streit der Ökonomen. (Pressetext: Helmut Waldert, 1996) Die "Radiokolleg"-Reihe aus dem Jahr 1996 ist eine Bildungssendung über die Prinzipien des Geld- und Wirtschaftssystems. Beim nochmaligen Hören im Jahr 2017 wird schnell klar, dass diese Prinzipien keinen Naturgesetzen folgen, sondern politischen Eingriffen und Entwicklungen. War vor mehr als 20 Jahren noch von Schillingen, Inflationsgefahr und hohen Zinsen die Rede, so kämpft die Eurozone seit der Finanzkrise 2008 mit zu geringer Inflation, und die Zinsen haben einen Tiefstand erreicht. Die Begriffe, ihre Wirkung und Nebenwirkungen werden im "Radiokolleg" seit 2015 in der Langzeitreihe "Das ABC der Finanzwelt" beleuchtet. Die Wiederholung der Serie "Geld frisst Welt" ist ein spannendes Zeitdokument über die wechselvolle Beziehung zwischen Geld und Politik. Das ABC der Finanzwelt: [http://oe1.orf.at/archiv_abcfinanzwelt|Das ABC der Finanzwelt]
Mittwoch 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

IntrigeAlles Lug und Trug? Doppelspiel, Intrige, Komplott - Eine philosophische Kulturgeschichte Autor: Reinhard Schlüter / Regie: Frank Halbach Was wären Märchen, Dramen oder Opern ohne die Figur des Bösewichts bzw. Intriganten? Ob als "Jago" in Othello, als "böse Königin" in Schneewittchen, als "Teufel" auf der Kasperlbühne oder als Fuchs in der Fabel: Stets ist es der Intrigant, der um des eigenen Vorteils willen Spielregeln bricht und dadurch das Interesse von Lesern und Zuschauern wach hält. Was aber, wenn wir nicht Zuschauer, sondern Beteiligte sind, wenn die Intrige auf uns persönlich zielt, ohne dass wir sogleich Absicht und Urheber erkennen? Tatsächlich gibt es kaum eine gesellschaftliche Ebene, in der die Intrige nicht zur Schwächung, Diskreditierung oder Ausschaltung missliebiger Personen benutzt wird. Reinhard Schlüter geht in seinem Feature diesem Allzeit-Phänomen auf die Spur, zeigt philosophische Hintergründe auf und macht sozialpsychologische Zusammenhänge sichtbar. Der ewige Schelm - Trickster in der Mythologie Autorin: Katalin Fischer / Regie: Frank Halbach Eigentlich ist er ein Gott. Doch als Meister der Verwandlung erscheint er auch als Mensch oder Tier, ja sogar als Durchfall-Erreger, wenn er damit jemanden ärgern kann. Mal böse und geschmacklos, mal liebenswert und witzig, manchmal ein Tölpel, manchmal ein Weiser - man weiß eben nie genau, woran man mit ihm ist, mit dem Trickster. Er setzt sich über alle Regeln hinweg und schätzt den Spaß als höchstes Gut, denn er ist der ewige Archetypus des Schelmen. Er ist in jeder Mythologie vertreten: Der griechische Hermes ist einer, der Germane Loki und der liebenswerte Affengott Hanuman in Indien, sowie der irische Manannan, im Hauptberuf Meeresgott, nebenberuflich Clown. Auch Hanswurst und Harlekin, Pierot und Columbine, Nasreddin Hodscha und Till Eulenspiegel sind allesamt Mitglieder der weltweiten Trickster-Familie. Die Bezeichnung stammt von den Psychologen Paul Radin, C.G, Jung und Karl Kerényi, denn jeder Götterhimmel ist letztlich ein Spiegelbild der menschlichen Psyche, in der das Element von Übermut und Aufruhr nicht fehlen kann. Das Christentum schluckte schwer, als es den alten Trickster in sein System integrieren sollte - und machte aus ihm den bösen Teufel. Ganz konnte man ihm den Humor dennoch nicht austreiben - wie Fausts Mephisto beweist. Moderation: Iska Schreglmann Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Die Welt als Narrenschiff

pieter bruegelDie Bilderzählungen des Malers Pieter Bruegel (2). Gestaltung: Nikolaus Halmer Pieter Bruegel der Ältere ist einer der innovativsten Maler und Zeichner des 16. Jahrhunderts. Er lebte in einer Epoche der politischen, sozialen und religiösen Umbrüche, die von politischer und religiöser Repression geprägt war. Kurz vor dem Beginn des niederländischen Unabhängigkeitskampfes gegen die spanische Herrschaft schuf Bruegel ein umfangreiches Werk, in dem er die zeitgenössischen gesellschaftlichen Verhältnisse und den religiösen Dogmatismus seiner Zeit kritisch kommentierte. Bis in das 20. Jahrhundert hatte Bruegel den Ruf eines "Bauernmalers", der in derben, teilsweise obszönen Szenen das Alltagsleben der Bauern schilderte. Genau gegen dieses Klischee wendet sich die von Eva Michel und Laura Ritter kuratierte Ausstellung "Pieter Bruegel der Ältere" in der Albertina, die vom 9. September bis zum 3. Dezember zu sehen ist. In dieser Ausstellung wird die komplexe Bilderwelt von Bruegel vorgestellt, in dem jedes Detail beabsichtigt ist und häufig als Symbolträger fungiert. Die Aktualität Bruegels besteht darin, dass er auf eine drastisch satirische Weise die Dekadenz einer Gesellschaft beschreibt, in der das Streben nach "Immer mehr" dominiert. In der Zeichnung "Die großen Fische fressen die kleinen Fische" illustriert der moralistische Künstler allegorisch den Antriebsmotor einer Gesellschaft, die sich der Habgier verschrieben hat. Hand in Hand geht damit die hemmungslose Befriedigung der sinnlichen Bedürfnisse, die in maßlosen Essgelagen, Besäufnissen und sexuellen Aktivitäten ausgelebt werden. Das Synonym für solch ein orgiastisches Treiben ist die "Bauernhochzeit", bei der sich die verschiedenen Laster ein Stelldichein geben. Die satirische Darstellung verschont auch nicht die herrschenden politischen und religiösen Mächte der Zeit. In den Zeichnungen und Gemälden nimmt Bruegel Bezug auf gelehrte Esel, korrupte Politiker und ungebildete und den Sinnesfreuden verfallene Kleriker. Ein besonderes Anliegen des Künstlers war die Darstellung von Gräueltaten, die im Namen der Staatsräson von den Schergen der Mächtigen ausgeübt wurden. In dem bestürzend aktuellen Gemälde "Der Bethlehemitische Kindermord" schildert Bruegel detailliert das bestialische Abschlachten von Kindern durch eine militärische Tötungsmaschinerie, die kein Erbarmen kennt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Bruegels oeuvre sind die beeindruckenden Landschaften, die in den Gemälden und in den Zeichnungen zu finden sind. Sie vermitteln den Eindruck einer mächtigen, erhabenen Natur, in der die Menschen nur eine unbedeutende Rolle spielen. Die Landschaftsdarstellungen gleichen einem Suchbild, in dem Bauern, Hirten und Wanderer als kleinste Figuren eingefügt sind. Breugels Landschaften sind keine bloßen Abbilder der realen Natur, sondern bilden einen vorerst rätselhaften Schauplatz eines Geschehens, das vom Betrachter erst erkundet werden muss.
Mittwoch 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Rolle rückwärts

elvis presleyElvis, the King of Rock "n" Roll (2). Gestaltung: Christa Nebenführ Am 16. August 1977 starb der amerikanische Sänger Elvis Presley auf seinem Anwesen Graceland in Memphis, Tennessee, an Herzversagen. US-Präsident Jimmy Carter würdigte ihn tags darauf als Persönlichkeit, die mit der Zusammenführung von weißem Country und schwarzem Rhythm Blues das Antlitz der amerikanischen Kultur für immer veränderte. Dabei sang Elvis seit den 1960er Jahren kaum mehr Blues, sondern bekam von seinem Manager Colonel Tom Parker Demobänder von bekannten Hits oder beauftragten Songschreibern vorgelegt, aus denen er auswählte, was für ihn arrangiert und eventuell neu getextet werden sollte. Am bekanntesten ist die Version des italienischen Gassenhauers "O Sole Mio" als "It"s Now or Never". Elvis Musikkarriere war durch die Stationierung als GI im deutschen Bad Nauheim, während der er auch seine spätere Ehefrau Priscilla Beaulieu kennenlernte, unterbrochen worden. Bei seiner Heimkehr im März 1960 schloss er zuerst an seine Filmkarriere an und brachte einige Studio-Alben heraus, ehe er 1969 ein Comeback auf den Konzertbühnen antrat. In seiner Las-Vegas-Zeit der 1970er Jahre war aus "Elvis the Pelvis", wie er wegen seines Hüftschwungs genannt wurde, ein Schmusesänger im weißen Jumpsuit mit hohem Kragen und tiefem V-Ausschnitt geworden. Christa Nebenführ hat sich in der Rolle rückwärts auf die Spuren des Idols gemacht, vom Mythos um die Kunstfigur Elvis, der jedes Jahr Fangruppen aus aller Welt an seinem Todestag zu seinem Anwesen Graceland in Memphis, Tennessee pilgern lässt, bis zu den Anfängen des Jungen aus einem Schwarzenviertel in Mississippi. Sie hat mit den Musikern seiner Band während der Zeit als Entertainer in Las Vegas gesprochen und Elvis Interpreten, Sammler und Fans nach der Faszination des Stars befragt. Der musikalische Aufstieg des King of Rock "n" Roll begann mit einer selbst bezahlten Schallplattenaufnahme in Sam Phillips Memphis Recording Service und war nach dem ersten Fernsehauftritt in der Ed Sullivan Show am 9. September 1956 nicht mehr zu stoppen. Beim Plattenlabel Sun Records von Sam Phillips hat Elvis Presley im Juli 1954 den ersten Rockabilly Song der Musikgeschichte eingespielt: "That"s All Right Mama" des afroamerikanischen Blues Sängers Arthur Crudup im Stil der damaligen Country Musik.
Mittwoch 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

aristotelesPhilosophie der Menschwerdung Die Hand - Hirn - Allianz - Philosophische Betrachtungen Autor: Reinhard Schlüger / Regie: Christiane Klenz Seit Aristoteles bis ins ausgehende 20. Jahrhundert galt die menschliche Hand Denkern aller Epochen allenfalls als das "Werkzeug aller Werkzeuge". Dank Gehirnforschung wissen wir inzwischen, dass Hände und Gehirn nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können, sondern dass vielmehr beide einander unablässig gegenseitig bilden. Tatsächlich brachte diese "geniale Allianz" bis heute nicht weniger zuwege als die gesamte kulturelle Entwicklung der Menschheit - von den Uranfängen bis ins digitale Zeitalter. Egal ob wir schreiben, musizieren, gestalten, Auto fahren, fantasievolle Gerichte zubereiten oder sportliche Bewegungsprogramme absolvieren: Stets erweitern wir dabei unsere Gehirnstruktur - und dadurch letztlich unsere Autarkie. So stellt sich fast von selbst die Frage, wie wohl die gegenwärtige digital-technologische Entwicklung auf unsere nämliche Autarkie wirkt. Gemeint sind jene Fortschritte, die uns immer mehr Tätigkeiten "aus der Hand nehmen" und die menschliche Arbeitskraft und Intelligenz zunehmend durch digitale "Intelligenz" ersetzen - sprich: indem wir uns zunehmend vom "Handelnden" zum "User" wandeln ... Persönlichkeitsforschung - Wie man wird, wer man ist Autorin: Prisca Straub / Regie: Sabine Kienhöfer Wir kommen nicht als unbeschriebenes Blatt auf die Welt. Noch vor unserem ersten Atemzug scheinen wir so etwas wie ein eigenes, unverwechselbares Wesen zu besitzen: Auf geheimnisvolle Weise sind wir schon "jemand", bevor Erziehung, Umwelt und soziale Normen Einfluss auf unser ureigenes Wesen nehmen. Unsere Persönlichkeit ist ein hochkomplexes System und ein dynamisches Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren: Persönlichkeit scheint uns bereits in die Wiege gelegt zu sein. Im Lauf des Lebens "festigt" sie sich, sie wird komplexer und facettenreicher. Persönlichkeit kann sich durch günstige Umstände reich "entfalten", sie kann durch ungünstige Konstellationen aber auch "zerstört" werden. Und während Persönlichkeitstrainer fest an die Entwicklung von unterrepräsentierten Persönlichkeitsanteilen ihrer Klienten glauben, stellen Psychogen hingegen häufig fest: Die Brille, durch die wir die Welt sehen, ist ebenso einzigartig wie unveränderlich. Moderation: Iska Schreglmann Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

berliner schlossDie Frauen vom Schloss Wie Akademikerinnen die Hohenzollern verdrängten Von Christian Walther Kaiser, Könige und Kurfürsten hatten im Berliner Schloss residiert. Doch nur bis 1918 ...
Mittwoch 19:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

Pieter BruegelGeld frisst Welt. Wiederholung aus dem Jahr 1996 (2). Gestaltung: Helmut Waldert Die Welt als Narrenschiff. Die Bilderzählungen des Malers Pieter Bruegel (2). Gestaltung: Nikolaus Halmer Rolle rückwärts. Elvis, the King of Rock "n" Roll (2). Gestaltung: Christa Nebenführ
Mittwoch 22:08 Uhr

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