Wunderpflanze Moos - Vom Evolutionsbooster zum Luftreiniger Gábor Paál spricht mit dem Pflanzenphysiologen Ralf Reski Im Garten und zwischen Pflastersteinen wird Moos nicht gern gesehen, im Osternest dagegen schon. Moose sind ganz besondere Pflanzen: Sie waren vor 450 Millionen Jahren die ersten Bewohner des Festlands, machten die Kontinente grün und gaben der Evolution einen ordentlichen Schub. Ihr ökologischer Wert wird oft unterschätzt: Sie helfen, die Luft zu reinigen und bauen Moore auf. Sollten wir Moosen mehr Wertschätzung entgegenbringen? (SWR 2025)
Religion - Die Dokumentation Herz statt Hetze? Die Kirchen und die AfD vor der Wahl in Sachsen-Anhalt Von Irene Esmann Das Feature "Religion - Die Dokumentation" ist in ARD Sounds verfügbar.
Alles auf laaangsam: Genusswandern im Gailtal Das Gailtal in Kärnten ist das, was man gemeinhin als "weit ab vom Schuss" bezeichnet. Mit Bahn und Bus ein paar Stunden von größeren Städten entfernt, viel unberührte Natur direkt vor der Tür und wenig Fremde, die sich hier hinverirren. Ein besonderer Schlag Menschen hat sich hier herausgebildet - Leute, die Dinge durchziehen, auch wenn alle ihnen den Vogel zeigen. So wie etwa die Familie Daberer, die ihr Gästehaus schon 1978 in eine "Bio-Pension" verwandelt hat und von vielen im Dorf St. Daniel belächelt wurde. "Die mit dem Vogel" ist mittlerweile der Werbeslogan des Bio-Hotels, das mit Basen-Kuren und einem Restaurant mit vier Gault-Millau-Hauben einige Urlauber mit einer Vorliebe für Ruhe und gutes Essen in das schmale Tal kurz vor der italienischen Grenze lockt. Slow Food als "größte Friedensdemonstration der Welt" Bio, Regional und nachhaltig sind mittlerweile zum Markenzeichen des Gailtals geworden. Andere Gleichgesinnte haben in Orten wie Kötschach-Mauthen, Dellach und Hermagor mit Käsereien, Imkereien, Bio-Fleisch und anderen Spezialitäten nachgezogen und die weltweit erste "Slow-Food-Travel-Region" gegründet. Achtsames Genießen steht hier im Mittelpunkt, wie etwa beim Edelgreißler Herwig Ertl. Slow Food ist für ihn "die größte Friedensdemonstration der Welt" und die Rückkehr zu dem, was kulinarische Vielfalt ausmacht: Wenn man sich die Hand des Produzenten vorstellen könne, die das Lebensmittel herstellt, dann sei schon viel gewonnen. Er erklärt bei der Verkostung in seinem Laden, warum ein guter Schafskäse erst offziell ablaufen muss, um den größten Genuss zu bieten. Hotelchefin: "Wir sind immer noch eine totale Randregion" Im benachbarten Lesachtal, noch abgeschiedener als das Gailtal, halten Elisabeth Guist und ihre Familie im Nebenerwerb ein Dutzend Milchkühe. Damit versorgt sie sich und ihre Feriengäste mit frischer Milch und Joghurt. Sie bietet Workshops zu Slow Food an, genauso wie Sigrid Jenul. Auf einer Wanderung durch die Berge und Wälder hat sie stets ihr "Sackerl" dabei. Denn sie ist die Spezialistin der Waldküche und sammelt Zutaten, die sie dann mit den Hotelgästen verarbeitet - darunter Radic di Mont, Maiwipfel und Haselrinde, welche gemörsert und geröstet ihr Brot verfeinert. Auf den zahlreichen Wanderwegen ist man meist völlig allein unterwegs ist, allenfalls vielleicht begleitet von Murmeltieren und Tausenden von Maikäfern. Hotelchefin Marianne Daberer sagt, dass das Label Slow Food schon einen gewissen Drive für die Region gebracht habe, aber: "Wir sind immer noch eine Randregion und werden das immer bleiben." Auf den Spuren des alpinen Stellungskrieges Ein Abstecher nach Italien führt vom Plöckenpass direkt an der Grenze auf den Kleinen Pal, auf dem der bizarre Stellungskrieg zwischen Österreich-Ungarn und Italien zwischen 1915 und 1918 im Freilichtmuseum nachvollzogen werden kann: Schützengräben sind hier erhalten, in den Fels gehauene Unterkünfte und die alten Wege der Soldaten. Mitunter sind die Gräben auch im Mai noch unter einer Schneedecke verborgen - was die Wanderung inklusive einiger Passagen am Sicherungsseil zu einer Tour macht, die herausfordert.
Informativ, unterhaltsam und bewegend - so ist das ARD radiofeature, das auf NDR Info an Sonn- und Feiertagen gesendet wird. Echte Geschichten, Ereignisse aus dem wahren Leben und Begebenheiten aus der ganzen Welt - all das findet hier seinen Platz. Die Geschichten sind präzise und umfassend recherchiert, werden hintergründig und spannend erzählt. In Reportagen, Dokumentationen und Berichten schildert das Feature Stories aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Gesellschaft und Kultur. Halbstündlich Nachrichten
Alles auf laaangsam: Genusswandern im Gailtal Das Gailtal in Kärnten ist das, was man gemeinhin als "weit ab vom Schuss" bezeichnet. Mit Bahn und Bus ein paar Stunden von größeren Städten entfernt, viel unberührte Natur direkt vor der Tür und wenig Fremde, die sich hier hinverirren. Ein besonderer Schlag Menschen hat sich hier herausgebildet - Leute, die Dinge durchziehen, auch wenn alle ihnen den Vogel zeigen. So wie etwa die Familie Daberer, die ihr Gästehaus schon 1978 in eine "Bio-Pension" verwandelt hat und von vielen im Dorf St. Daniel belächelt wurde. "Die mit dem Vogel" ist mittlerweile der Werbeslogan des Bio-Hotels, das mit Basen-Kuren und einem Restaurant mit vier Gault-Millau-Hauben einige Urlauber mit einer Vorliebe für Ruhe und gutes Essen in das schmale Tal kurz vor der italienischen Grenze lockt. Slow Food als "größte Friedensdemonstration der Welt" Bio, Regional und nachhaltig sind mittlerweile zum Markenzeichen des Gailtals geworden. Andere Gleichgesinnte haben in Orten wie Kötschach-Mauthen, Dellach und Hermagor mit Käsereien, Imkereien, Bio-Fleisch und anderen Spezialitäten nachgezogen und die weltweit erste "Slow-Food-Travel-Region" gegründet. Achtsames Genießen steht hier im Mittelpunkt, wie etwa beim Edelgreißler Herwig Ertl. Slow Food ist für ihn "die größte Friedensdemonstration der Welt" und die Rückkehr zu dem, was kulinarische Vielfalt ausmacht: Wenn man sich die Hand des Produzenten vorstellen könne, die das Lebensmittel herstellt, dann sei schon viel gewonnen. Er erklärt bei der Verkostung in seinem Laden, warum ein guter Schafskäse erst offziell ablaufen muss, um den größten Genuss zu bieten. Hotelchefin: "Wir sind immer noch eine totale Randregion" Im benachbarten Lesachtal, noch abgeschiedener als das Gailtal, halten Elisabeth Guist und ihre Familie im Nebenerwerb ein Dutzend Milchkühe. Damit versorgt sie sich und ihre Feriengäste mit frischer Milch und Joghurt. Sie bietet Workshops zu Slow Food an, genauso wie Sigrid Jenul. Auf einer Wanderung durch die Berge und Wälder hat sie stets ihr "Sackerl" dabei. Denn sie ist die Spezialistin der Waldküche und sammelt Zutaten, die sie dann mit den Hotelgästen verarbeitet - darunter Radic di Mont, Maiwipfel und Haselrinde, welche gemörsert und geröstet ihr Brot verfeinert. Auf den zahlreichen Wanderwegen ist man meist völlig allein unterwegs ist, allenfalls vielleicht begleitet von Murmeltieren und Tausenden von Maikäfern. Hotelchefin Marianne Daberer sagt, dass das Label Slow Food schon einen gewissen Drive für die Region gebracht habe, aber: "Wir sind immer noch eine Randregion und werden das immer bleiben." Auf den Spuren des alpinen Stellungskrieges Ein Abstecher nach Italien führt vom Plöckenpass direkt an der Grenze auf den Kleinen Pal, auf dem der bizarre Stellungskrieg zwischen Österreich-Ungarn und Italien zwischen 1915 und 1918 im Freilichtmuseum nachvollzogen werden kann: Schützengräben sind hier erhalten, in den Fels gehauene Unterkünfte und die alten Wege der Soldaten. Mitunter sind die Gräben auch im Mai noch unter einer Schneedecke verborgen - was die Wanderung inklusive einiger Passagen am Sicherungsseil zu einer Tour macht, die herausfordert.
Bipolar durch die USA Von Elias Gottstein (Produktion: NDR 2026) Der Autor Elias Gottstein geht auf große Expedition in die USA. Eigentlich auf der Suche nach politischen Maßnahmen gegen die innere Zerrissenheit des Landes entdeckt er plötzlich in seinem Reisegefährten Anselm das wichtigere Thema seines Features: Die Bipolarität. Denn Anselm ist bipolar, schwankt zwischen gigantomanen Projekten und großer Niedergeschlagenheit. Ist das nicht eine gute Metapher für die Gespaltenheit der USA? All das wird verpackt in reinen Irrsinn und unreine Reime, wir erleben unglaubliche Begegnungen und unerquickliche Zugfahrten: Ein schräges, akustisches Gonzo-Roadmovie.
Informativ, unterhaltsam und bewegend - so ist das ARD radiofeature, das auf NDR Info an Sonn- und Feiertagen gesendet wird. Echte Geschichten, Ereignisse aus dem wahren Leben und Begebenheiten aus der ganzen Welt - all das findet hier seinen Platz. Die Geschichten sind präzise und umfassend recherchiert, werden hintergründig und spannend erzählt. In Reportagen, Dokumentationen und Berichten schildert das Feature Stories aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Gesellschaft und Kultur. Halbstündlich Nachrichten
Mit dieser Sendung beginnt unsere Sommerreihe. Sie steht unter dem Titel "Unter fremden Himmeln" und führt uns auf verschiedenen Wegen in die weite Welt. In dieser ersten Folge widmen wir uns der letzten Reise des britischen Seefahrers und Entdeckers James Cook.
Von Kai Sieverding und Sven Tillich SWR/NDR/ARD Kultur 2024 Der Sprayer Walter Fischer alias "OZ" kämpft sein Leben lang für die Freiheit, den öffentlichen Raum durch Graffiti mit gestalten zu dürfen, bis er mit 64 Jahren beim Taggen von einer S-Bahn erfasst wird. Die Dokuserie "OZ." will wissen: Wer war dieser Mensch, was trieb ihn an? Klar ist: Er wurde 1950 in Heidelberg geboren, ist in Kinderheimen aufgewachsen und wurde von Ordensschwestern misshandelt. In den Siebzigern in Stuttgart hält er zum ersten Mal eine Sprühdose in der Hand. Später, in Hamburg, geht er über Jahrzehnte hinweg jede Nacht raus, sprayt, wird gefasst, verprügelt. Mehr als acht Jahre sitzt er im Knast, und doch macht er weiter - und wird in der Sprayer-Szene zur Legende. Der Streit tobt: Ist das Sachbeschädigung? Oder Kunst? Im ersten Teil des Features begeben sich die Autoren auf Spurensuche in Süddeutschland und folgen dem Weg, der Walter Fischer nach Hamburg gebracht hat. Download unter ndr.de/radiokunst, in der NDR Feature Box und auf ARD Sounds. 18:00 - 18:03 Uhr Nachrichten, Wetter
Geht Deutschland baden? Immer weniger Kinder können sicher schwimmen Von Eduard Hoffmann Marode Schwimmbäder, zu wenig qualifiziertes Personal, die Folge: immer mehr Kinder können nach der Grundschulzeit nicht schwimmen. Dabei ist es schon lange erklärtes Ziel der Kultusministerkonferenz der Bundesländer, dass jedes Kind so früh wie möglich in der Schule sicher schwimmen lernen soll. Denn Schwimmen ist nicht nur gesund und eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Sich sicher im Wasser bewegen zu können, verhindert das Ertrinken im Meer, in Seen und Flüssen. Genau wie Lesen und Schreiben gilt Schwimmen als bedeutsame Kulturtechnik. Unterschiedliche Projekte und Initiativen wissen längst um die Bedeutung und versuchen, die Situation zu verbessern. Auch die Politik lässt den Sonntagsreden Taten folgen und macht Fördergelder locker. Ob die reichen, wird sich zeigen.
Ein Rennen gegen die Zeit Von Sebastian Friedrich und Gabriel Kuhn Regie: Eva Solloch NDR/SWR/Deutschlandfunk Kultur 2025 (Wdh. v. 18.07.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur) Rasende Autos, Männlichkeitsrituale, viel Geld und jede Menge Lärm. Und das in Zeiten des Klimawandels und steigender Gender-Sensibilität. Was ist so faszinierend an der Formel 1? Hunderttausende pilgern jedes Jahr zum Formel-1-Rennen im österreichischen Spielberg - trotz wachsender Kritik am Motorsport. Was fasziniert noch immer an dieser dröhnenden Inszenierung von Geschwindigkeit, Technik und Testosteron? Und was verrät diese Faszination über unsere Gegenwart? Die Autoren Sebastian Friedrich und Gabriel Kuhn begeben sich ins Herz der Formel-1-Welt. Zwischen Bierbänken, Campingplätzen und brüllenden Boliden sprechen sie mit Fans, Sim-Racern und Anwohner*innen. Sie diskutieren Geschwindigkeitsrausch, Männlichkeitsrituale, Kommerz und Nostalgie, und sie fragen nach der Zukunft der Formel 1 in Zeiten der Klimakrise. Dabei begegnen sie einem kommunistischen Gemeinderat, der gemeinsam mit dem Schlossherrn von Spielberg an der Spitze des Widerstands gegen den Red Bull Ring steht, und der natürlich kaum Freunde unter den Formel-1-Fans hat. Ein Radiofeature über eine Gesellschaft im Umbruch, die Sehnsucht nach einer neuen Petromaskulinität und nach dem alten Kapitalismus, als Erdöl, Geschwindigkeit und klassische Geschlechterrollen noch eine unhinterfragte ideologische Symbiose bildeten. Sebastian Friedrich, geboren 1985 in Halle (Saale), lebt als Journalist und freier Autor in Hamburg. Er arbeitet zu Themen wie der Entwicklung des Kapitalismus, Arbeitsverhältnissen, der "Neuen Rechten" und der AfD sowie zu Diskurs- und Klassenanalysen. Zu seinen Auszeichnungen gehören der CIVIS Medienpreis, der Deutsche Sozialpreis, der Willi-Bleicher-Preis, der Marler Medienpreis Menschenrechte und der Katholischen Medienpreis. Gabriel Kuhn, geboren 1972, ist ein österreichischer Autor, Übersetzer und politischer Aktivist, der sich auf anarchistische Theorie, linke Politik und soziale Bewegungen konzentriert. Er lebt seit 2007 in Schweden. Zuletzt veröffentlichte er "Die Linke in Schweden" (2021).