Die Rückkehr des Tanzlehrers (2/2) Von Henning Mankell Kommissar Lindman erfährt von seiner Krebsdiagnose und dem Mord an Ex-Kollege Molin. Um sich abzulenken, ermittelt er inoffiziell und stößt auf Spuren aus der NS-Zeit - und auf blutige Fußabdrücke, die an einen Tanz erinnern. Um sich von Sorge und Angst um das eigene Leben abzulenken, fährt Lindman in den Norden und ermittelt im Fall seines ermordeten Ex-Kollegen Molin. Schnell verdichten sich die Spuren, die bei der Motivsuche in die Zeit des Zweiten Weltkrieges weisen. Molin war einst SS-Mitglied und scheinbar bis zuletzt den Nazi-Idealen treu geblieben. Aber wie sind die blutigen Fußspuren am Tatort zu deuten, die die Bewegungen eines Tangotanzes zwischen Mörder und Opfer nahelegen? Ein zweiter Mord geschieht: Molins Nachbar, Orchestergeiger und Schlagerkomponist, wird, an einen Baum gefesselt, erschossen aufgefunden. Regie: Thomas Leutzbach Produktion: WDR 2003
Tot im dritten Stock Kein Mucks! Zum 50. Todestag von Agatha Christie Nach Agatha Christie Aus dem Englischen von Adi Oes Mit: Felix von Manteuffel, Friedhelm Ptok, Stephanie Kämmer, Ana Kerezovic u. a. Hörspielbearbeitung: Alexander Schnitzler Musik: Henrik Albrecht Regie: Stefan Hilsbecher (Produktion: SWR/MDR 2006) Pat, Jimmy, Mildred und Donovan stehen vor der Wohnungstür und müssen feststellen, dass der Schlüssel unauffindbar ist. Um in die Wohnung zu gelangen, beschließen die vier jungen Leute, über den Kohlenaufzug einzusteigen, irren sich jedoch in der Etage und landen prompt in einer fremden, stockdunklen Wohnung. Zu ihrem Entsetzen finden sie eine Tote hinter dem roten Wohnzimmervorhang. Gut, dass plötzlich ihr berühmter Nachbar im Treppenflur erscheint und seine Hilfe anbietet. Hercule Poirot mit seinem Riesenschnurrbart ist der einzige Detektiv, der diesen mysteriösen Fall aufklären kann. "Kein Mucks!" finden Sie als Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka in der ARD-Audiothek.
Ein Zimmer für sich allein (2/2) Von Virginia Woolf Weibliche Kreativität braucht Geld und Freiraum, ein Zimmer für sich allein! Charmant und spöttisch, scharfsinnig und melancholisch: Virginia Woolfs berühmtes Essay ist längst ein feministischer Klassiker. Im Jahre 1928 hielt Virginia Woolf, damals schon berühmte Schriftstellerin, vor Studentinnen eines Frauencolleges in Cambridge einen Vortrag zum Thema "Frauen und Literatur". Gleich zu Beginn entschuldigte sie sich: Dieses umfassende Thema hätte sie leider nicht behandeln können, stattdessen nur einen winzigen Teilbereich des Ganzen, nämlich, dass man zum Schreiben ein Zimmer für sich allein brauche. Entstanden ist daraus einer der meistrezipierten Texte der Frauenbewegung: Es geht um Geschlechterdifferenzen, historische Benachteiligung, Poetik und Psychologie. Regie: Hans Helge Ott Produktion RB: 1995
Premiere: «Der Gehülfe» von Robert Walser In «Der Gehülfe» verarbeitete Robert Walser sein eigenes Erleben als Büroangestellter bei dem Wädenswiler Ingenieur Carl Dubler im zweiten Halbjahr 1903. Dessen Erfindungen einer Reklameuhr, eines Schiessapparates oder eines Krankenstuhls übernahm der junge Dichter für seinen zweiten Roman, den er 1907 in Berlin zu Papier brachte. Im Getöse der Grossstadt imaginierte Walser die beschauliche Zürcher Seegemeinde Bärenswil, von wo aus der in Tobler unbenannte Start-up-Unternehmer (wie man heute sagen würde) die Welt mit seinen innovativen Produkten zu erobern versucht. Der Erfolg will sich jedoch nicht einstellen, und die Finanzen werden knapp. Der umtriebige Genussmensch Tobler, dem drohenden Ruin zum Trotz, lässt sein Anwesen immer weiter aus- und umbauen und rauschende Feste feiern. In seiner akustischen Umsetzung konzentriert sich der Schweizer Klangkünstler Stefan Weber auf den kammerspielartigen Kern des Romans. Joseph Marti, ausgeliefert den Launen und Verzweiflungen des Herrn Tobler und gleichzeitig angezogen vom sublimen Begehren der Frau Tobler, versucht sich zwar mit dem Selbstbewusstsein des jungen Aussenseiters abzugrenzen, verliert sich jedoch mehr und mehr in luftig verwegenen Träumereien. Der Untergang des Hauses Tobler bleibt auch den Bürgerinnen und Bürgern von Bärenswil nicht verborgen, die ihn heimlifeiss vergnügt aus nüchterner Distanz beobachten: «Da oben liegt es, still und winterlich vereinzelt, als fröre es ein wenig. Von den Nachbarkaminen steigen zarte, bläuliche Rauchsäulen auf, sich in der grauen Luft verbreitend. Die Landschaft scheint Augen zu haben, und dieselben zu schliessen, ganz ruhig, um nachzudenken.» Mit: Mario Fuchs (Joseph Marti), Urs Jucker (Carl Tobler), Sylvie Rohrer (Frau Tobler), Carina Braunschmidt und Gottfried Breitfuss (Die Bärenswiler) Dramaturgie: Reto Ott (SRF), Philip Scheiner (ORF) 13 Hörspielfassung, Aufnahmen, Klangdesign und Regie: Stefan Weber Produktion: SRF/ORF 2026 Dauer: ca. 55 19
"Maigret und die Groschenschenke" von Georges Simenon "Zur Groschenschenke", einem einsamen Ausflugslokal an der Seine, wo früher einmal Schiffer und Arbeiter verkehrten, führt die Spur eines acht Jahre zurückliegenden, niemals ruchbar gewordenen Verbrechens. Kommissar Maigret erfährt davon, als er den zum Tode verurteilten Bandenchef Lenoir wenige Stunden vor der Hinrichtung in seiner Zelle besucht. Lenoir und sein Freund Victor haben damals beobachtet, wie eine Leiche ins Wasser geworfen wurde. Der Täter soll Stammgast in der Groschenschenke sein. In dem seltsamen Lokal trifft Maigret eine ebenso merkwürdige wie gemischte Gesellschaft an, eine Clique von Pariser Geschäftsleuten und ihren Frauen, die dort regelmäßig am Wochenende zum Angeln, Kartenspielen und Tanzen zusammenkommen. Die Gäste machen Maigret und seinen Mitarbeitern die Ermittlungen nicht gerade leicht. Und dann wird vor den Augen des Kommissars ein Mann erschossen. Als Maigret den Zusammenhang zwischen den zwei Todesfällen herausfindet, enthüllt sich ein menschliches Drama... Von Georges Simenon Aus dem Französischen von Bernhard Jolles und Heide Bideau Mit Paul Dahlke, Traute Rose, Reinhard Glemnitz, Rolf Boysen, Heini Göbel, Wolfgang Reichmann, Horst Frank, Ingrid van Bergen, Thomas Braut, Hans Clarin, Dorothea Gmelin, Michael Block, Klaus W. Krause, Fritz Strassner, Rudolf Rhomberg, Lisa Hellwig, Alexander Malachovsky, Ursula Kube, Hermann Göbel, Hans Eichleiter, Elmar Wepper, Robert Klupp und anderen Bearbeitung: Gert Westphal Komposition: Herbert Jarczyk Regie: Heinz-Günter Stamm BR 1961
Lamyas Buch der Scharlatane Von Amal El Ommali und Andrea Geißler Regie: Leonhard Koppelmann und Andrea Geißler Mit: Amal El Ommali, Kauta, Kaouthar Boulfazat, Khalid Bounouar, Anissa Loucif, Benaissa Lamroubal, Meryem Moutaoukkil, Malika Mengouchi, Yonii, Yasin El Harrouk, Younes Tissinte, Boujemaa Tajjiou, Anas Ouriaghli, Axel Gottschick, Sören Wunderlich, Hanin El Mrabet, Salma El Mrabet, Mohammed El Ommali, Sibylle Nicolai, Simon Vogtz, Andreas Reinhart, Walter Renneisen, Miguel Medina Klein Musik: Kauta Ton und Technik: Ursula Potyra, Melanie Inden, Julia Kümmel, Thomas Rombach Regieassistenz: Aran Kleebaur HR 2025 Länge: Die Jury der Akademie der Darstellenden Künste benannte "Lamyas Buch der Scharlatane" zum Hörspiel des Monats Januar 2026. Die Begründung der Jury: Wir prämieren das Hörspiel "Buch der Scharlatane" als Hörspiel des Monats Januar 2026. Uns überzeugte das Manuskript und seine Umsetzung. Es vereint einen tollen Soundtrack, eine ausgefeilte Dramaturgie und Regie, eine überzeugende schauspielerische Leistung und steckt voller Überraschungen. Das "Buch der Scharlatane" erzählt davon, wie es ist, zwischen zwei Welten aufzuwachsen, in Deutschland geboren oder groß geworden, aber in einer anderen Kultur verwurzelt zu sein. Es verbindet gekonnt Mystik mit Politik, Geschichte mit Gegenwart, Trauer mit Hoffnung. In einer leichten und zugleich präzisen Sprache verbindet es nordafrikanische Legenden, popkulturelle und urbane Realität zu einer modernen Heldinnengeschichte über Selbstermächtigung, Sisterhood und Identität. Besonders erwähnenswert ist der Umgang mit Mehrsprachigkeit und deren Einbettung in die Erzählung. So werden kurze Passagen der Inszenierung in Tamazight und Arabisch gesprochen. Nicht alles wird akribisch übersetzt, sondern eher im Nebensatz oder in den folgenden Dialogen in die Erzählung eingebaut und bleibt so ganz selbstverständlich, so wie im Leben der Protagonistinnen auch, Teil des Alltags und Verständniskosmos. Das macht alles sehr authentisch. "Das Buch der Scharlatane" öffnet eine reiche Welt, die voll ist von Erzählungen aus einer anderen Zeit und gleichzeitig spannend ins Heute reicht. Das alles unterstützt von einem fast filmischen Soundtrack, der nordmarrokanische Musik mit aktuellem Deutschrap verbindet und sich den Raum nimmt, den Musik haben kann. Die Jury und der gastgebende Sender 2026 Olga Grjasnowa, Schriftstellerin und Masha Qrella, Musikerin
Von Simone Buchholz, Mareike Fallwickl, Berit Glanz, Karen Köhler Steigen Sie ein und begleiten die Passagiere eines Nachtzugs von Basel nach Hamburg durch eine verschneite Winternacht. Im Mittelpunkt der Fahrt eines vollbesetzten ICE steht weibliches Begehren, Liebe und Lust, erzählt in vier Geschichten: Paulina kann an nichts anderes mehr denken als an ihre heiße Affaire mit einem Kollegen. Einen Waggon weiter genießt das polyamore Paar Kim und Annelie ausgiebig die Vorzüge der Liebe zu Dritt. Zugchefin Caterina entdeckt ihre sexuellen Bedürfnisse neu und in der ersten Klasse kommen Daniel und Verena beim nagelneuen Blind-Dating-Format der Deutschen Bahn ordentlich in Fahrt.