Studiogast: Jaroslav Rudis Drei Freunde rasen mit einem alten Saab durch Mitteleuropa. Ihr Ziel: Friedhöfe. Lorenzo schreibt eine Doktorarbeit über die toten europäischen Dichter, Miss Detroit träumt davon Friedhofsbotanikerin zu werden, Caspar denkt an seinen Vater im Böhmischen Paradies. Je länger die Autofahrt dauert, je mehr Friedhöfe die Drei besuchen, desto deutlicher hören sie die Stimmen der Toten. Was sagen sie? Was davon möchte man wissen, was lieber nicht? Jaroslav Rudis weiß, wie Geschichten bildhaft zu erzählen sind. Er liebt das Schreiben, das Musikmachen, das Reisen. Mit seiner "Gebrauchsanweisung für Zugreisen" hat Jaroslav Rudis viele Menschen nicht nur großartig unterhalten, sondern vielleicht auch den einen oder die andere überzeugt, doch mal häufiger mit der Bahn zu fahren. Er ist viel unterwegs, regelmäßig zwischen Berlin und Tschechien. Auch in seinen Romanen wird viel gereist. In "Winterbergs letzte Reise", fuhr er auch mit dem Zug. Im neuen Roman "Wo die Toten sprechen" macht er sich mit dem Auto auf den Weg. Wenn in den kommenden Tagen die Frankfurter Buchmesse eröffnet wird, ist Tschechien Gastland, und Jaroslav Rudis wird vielfach auf den Frankfurter Bühnen vertreten sein. Vorher ist er zu Gast bei NDR Kultur à la carte, spricht mit Katja Weise über seinen neuen Roman, über Europas Vergangenheit und Gegenwart.
Moderation: Margarete Wohlan Bulgarien Boom der Rüstungsindustrie schürt Ängste Von Diljana Lambreva Im bulgarischen Tal der Rosen mitten im Spannungsfeld zwischen NATO und Russland entsteht eine der größten Munitionsfabriken Osteuropas. Im Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall soll unter anderem Munition des Kalibers 155 Millimeter nach NATO-Vorgaben gefertigt werden. Das Investitionsvolumen liegt bei rund einer Milliarde Euro. Ein Beispiel dafür, dass Bulgarien zu einem der wichtigsten und strategisch bedeutendsten Akteure der europäischen Verteidigungsindustrie und zu einem der führenden Waffenlieferanten der Ukraine geworden ist. Doch die Einheimischen sind gespalten: Zu gefährlich sei es, ihre Region kann zur Zielscheibe der Russen werden. Und Premier Rumen Radew fährt einen unklaren Kurs: Es scheint, als hätte er eine politische Linie für die EU- und NATO-Partner und eine andere für den innenpolitischen Gebrauch.
Das neue Album "Moondram Sevi" der Kölner Band Keshavara groovt mehr denn je. Am 9. Oktober erscheint das mittlerweile vierte Studioalbum. Was als Soloprojekt des deutsch-indischen Musikers Keshav Purushotham begann, hat sich über die Jahre zu einem eingespielten Bandgefüge entwickelt. Die Rollenverteilung geht dabei sogar über das reine Musikmachen hinaus: Im bandeigenen Studio mit dem klangvollen Namen "Satori Sound" hat Schlagzeuger Niklas Schneider das neue Album eigenhändig aufgenommen und gemischt.
Junge Pflegende Wie viel Verantwortung verträgt eine Kindheit? Von Clara Hoheisel Seit der zehnten Klasse pflegt Louis Aurich seinen Großvater. Er kocht, wäscht ihm die Haare, stellt die Tablettenboxen zusammen und hilft ihm dabei, das Haus zu verlassen. Louis ist damit nicht allein: Ungefähr 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland leben mit einem chronisch kranken oder beeinträchtigten Familienmitglied, viele von ihnen übernehmen regelmäßig Aufgaben im Haushalt oder in der Pflege. Young Carers werden sie genannt. Ihre Hilfe hält den Familienalltag oft erst zusammen und gleicht aus, was professionelle Dienste und staatliche Unterstützung nicht abdecken. Doch diese Verantwortung könnte noch wachsen, denn die Pflegeversicherung steckt in finanziellen Schwierigkeiten, Leistungen und Zugänge stehen zur Debatte. Was bedeutet das für Familien, in denen Kinder schon heute einen Teil der Versorgung tragen? Und wer kümmert sich um die, die sich kümmern?
Rudolstadt- Festival Große Bühne, Heinepark Aufzeichnung vom 03.07.2026 Manu Delago und Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Manu Delago, Percussion Mad About Lemon (Valerie Costa, Mimi Schid, Anna Widauer), Gesang Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt Leitung: Oliver Weder Moderation: Carsten Beyer Manu Delago ist ein österreichischer Musiker, Komponist und Percussionist, der das Handpan als Instrument weltweit bekannt gemacht hat. Seine Musik verbindet filigrane Klänge mit elektronischen Beats, Jazz, Klassik und Ambient. Dabei arbeitet er genreübergreifend und stand bereits mit Künstlern wie Björk, Ólafur Arnalds und Anoushka Shankar auf der Bühne. Beim Rudolstadt-Festival war Manu Delago zusammen mit dem Vokal-Trio Mad About Lemon und den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt zu erleben - ein Konzertabend zwischen Intimität und großer Klangarchitektur.
Von Philipp Löhle (Wiederholung) "Es ist doch noch nie was passiert. - Ja, aber weil noch nie was passiert ist, heißt das ja noch nicht, dass auch jetzt nichts passieren wird. Ganz im Gegenteil. - Ganz im Gegenteil was? - Na die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt etwas passiert, die wird doch immer größer. Weil ja noch nichts passiert ist." In Randhausen, einem kleinen Ort an der Grenze zu Tschechien, wird die lange vakante Stelle des Dorfpolizisten wieder besetzt. Hier, am Rand der Republik, scheint die Welt zunächst noch in Ordnung. Der neu eingestellte Beamte Frederick Kaufmann erlebt eine ländliche Idylle: Niemand schließt sein Fahrrad ab, Eier, Schraubenzieher und Verlängerungskabel werden ohne Gegenleistung verliehen, teilweise monatelang. Paketlieferungen werden einfach vor Haustüren abgelegt. Es gelingt dem Polizisten sogar, sich mehrfach unbemerkt Zugang zu fremden Wohnungen zu verschaffen. Die Vertrauensseligkeit der Randhausener lässt bei dem jungen Polizisten die Alarmglocken läuten. Als er die Bewohner auf die möglichen Gefahren aufmerksam macht, die jenseits der nahegelegenen deutsch-tschechischen Landesgrenze lauern könnten, werden Maßnahmen zur eigenen Verteidigung ergriffen: Türen schließen sich, Zäune werden gezogen, ein Schlagbaum wird aufgestellt, eine Bürgerwehr gebildet. Geografisch, gesellschaftlich, moralisch - die Setzung von Grenzen ist eine Konstante menschlichen Denkens und Handelns. Der Autor Philipp Löhle macht das zum Grundmotiv seines Hörspiels. Darin wird das fiktive Dorf Randhausen zum Brennglas Europas und der Welt. Und die Grenze zwischen Komik und Tragik wird genauso oft überschritten wie die zwischen Fantasie und Alltag. Philipp Löhle wurde 1978 in Ravensburg geboren. Er studierte Geschichte, Theater- und Medienwissenschaft sowie Deutsche Literatur in Erlangen und Rom. Seine ersten Theaterstücke entstanden noch während des Studiums. Für "Genannt Gospodin" wurde er mit dem Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ausgezeichnet. 2007 gewann er den Werkauftrag des Theatertreffen-Stückemarktes, gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung. "Lilly Link" wurde 2008 mit den Jurypreis des Heidelberger Stückemarkts ausgezeichnet. Löhle war mehrfach für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert: 2008 für "Genannt Gospodin", 2012 für "Das Ding", das mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, und 2014 für "Du (Normen)". Philipp Löhle ist seit der Spielzeit 2018/19 Hausautor am Staatstheater Nürnberg. Regie: Leonhard Koppelmann Bearbeitung: Steffen Moratz Produktion: MDR 2019 Mitwirkende: Rafael Stachowiak - Zensor Finja Skarabis - Zähler, Jan Gisa Flake - Fussnote Charlotte Weise - Lusi Janek Splitter - Paul Nele Rosetz - Hannah Sönke Möhring - Fred Falk Rockstroh - Fabian Peter Trabner - Martin Hilmar Eichhorn - Puffke Barbara Trommer - Inge Teresa Weißbach - Anne Stephan Grossmann - Robert Julischka Eichel - Kati Ole Lagerpusch - Stefan, Oberst Karina Plachetka - Daniel Franziska Troegner - Melind Patrick Güldenberg - Marc Manfred Möck - Färber Corinna Waldbauer - Karoline Henning Nöhren - Konstantin André Szymanski - Rudolf Andreas Keller - Jakob Brian Völkner - Jonathan (48 Min.)
Sinfonischer Kammerjazz voller Überraschungen Michael Nyman: "Song for Tony" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Andrea Falconieri: Ciaccona aus "Componimenti Diversi" Gero Körner: Klavierimprovisation John Surman: "Caithness to Kerry" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Roger Hanschel: "Was weite Herzen füllt" Etienne Crausaz: 1. Allegro 2. Adagio malinconico 3. Cadenza/Vivace aus "Eastern Folk Dances" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Jonce Hristovski: "Macedonsko divojce" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Roger Hanschel: Interlude Johann Sebastian Bach: Choral "Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ" BWV 639 (Bearbeitung von Roger Hanschel) Gero Körner: "Shall we be loved" Astor Piazzolla: Suite aus "María de Buenos Aires" (Bearbeitung von Steven Verhelst) Quartett am Ende der Zeit Naomi Binder Violine Roger Hanschel Alt- und Sopransaxofon Gero Körner Klavier Attila Benkö Tuba Aufzeichnung des WDR vom 19.04.2026 in der Evangelischen Kirche in Lohmar-Honrath 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter
Mit Johannes Zink Das Quartett am Ende der Zeit ist eine einmalige Spezialbesetzung mit Geige, Saxofon, Klavier und Tuba und verschmilzt Barock, Klassik, Balkanklänge und Minimal Music zu verblüffendem "Sinfonischen Kammerjazz". Die vielseitige Naomi Binder, österreichische Geigerin mit japanischen Wurzeln, trifft auf Roger Hanschel mit virtuosen Saxofonklängen und reichhaltigenen Kompositionen. Gero Körners feinsinnige Klangkultur am Klavier zwischen Klassik und Jazz ist das Brückenglied zu den kammermusikalischen Wurzeln des aus Ungarn stammenden Tubisten Attila Benkö, der mit seinem Instrument neue Wege im Konzert beschreitet. "Was weite Herzen füllt" hat das Quartett diesen Abend überschrieben und baut damit eine Brücke zwischen Barock, Klassik, osteuropäischen Tänzen, Minimal Music und Jazzimprovisation. Michael Nyman "Song for Tony" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Andrea Falconieri Ciaccona aus "Componimenti Diversi" Gero Körner Klavierimprovisation John Surman "Caithness to Kerry" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Roger Hanschel "Was weite Herzen füllt" Etienne Crausaz 1. Allegro 2. Adagio malinconico 3. Cadenza/Vivace aus "Eastern Folk Dances" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Jonce Hristovski "Macedonsko divojce" (Bearbeitung von Roger Hanschel) Roger Hanschel Interlude Johann Sebastian Bach Choral "Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ" BWV 639 (Bearbeitung von Roger Hanschel) Gero Körner "Shall we be loved" Astor Piazzolla Suite aus "María de Buenos Aires" (Bearbeitung von Steven Verhelst) Quartett am Ende der Zeit Naomi Binder, Violine Roger Hanschel, Alt- und Sopransaxofon Gero Körner, Klavier Attila Benkö, Tuba Aufnahme vom 19. April 2026 in der Evangelischen Kirche in Lohmar-Honrath Moderation: Johannes Zink Redaktion: Martin Bürkl
Wundertüte Nr. 150 5. Oktober - ein schöner Musik-Tag! Viele Geburtstagskinder gibt es zu feiern! Bob Geldof! Den Münchner Harold Faltermeyer zum Beispiel, der in Hollywood Karriere gemacht hat. Oder Abi Ofarim, der mit seiner damaligen Frau Esther 60 Goldene Schallplatten bekam. Aber auch weniger bekannte Muskanten wie B.W. Stevenson ("My Maria") oder Wolf Preuss ("Inga & Wolf") bekommen ein Stück der Geburtstagstorte.
Die Ruhe im Sturm - Camila Nebbia und ihr Saxofon Von Konrad Bott Ein Fluss fragt nicht, ob er fließen darf. Ein Vulkan bricht nicht aus, weil er bösartig ist. So stoisch und doch gleichzeitig dringlich wie Naturgewalten, zeigt sich auch Camila Nebbia mit ihrem Saxofon. Woher kommt es, dass sie einen so chaotisch komplexen Klang entwickelt hat? Warum sind Reibung im Klang und Zerstörung von Sicherheiten beim Hören so wichtig für die Saxofonistin, die so umgänglich und sanftmütig scheint? Lassen Sie sich überraschen und lernen sie Camila Nebbia kennen, die 2026 beim traditionsreichen NEWJazz Meeting den Ton angeben wird.
Primetime Von Oliver Bukowski Regie: Alexander Schuhmacher Mit: Janna Horstmann, Maria Hartmann, Astrid Meyerfeldt, Fritz Hammer, Jördis Triebel, Bernhard Schütz, Lisa Hrdina, Margarita Broich, Janet Rothe, Michael Rotschopf und Romanus Fuhrmann Komposition: Daniel Cordes Ton und Technik: Martin Eichberg und Philipp Adelmann Deutschlandradio Kultur 2013 Länge: 54"21 "Hörst du nicht sofort auf, machen wir dich platt." Auf dem Schreibtisch von Reality-TV-Produzent Josh van de Berg landet ein Drohbrief. Beim Casting explodiert dann eine Briefbombe. "Watch-Watch", die Reality-Show eines privaten Fernsehsenders, ist ein Erfolgsformat. Während der Ausstrahlung der neuen Staffel erhält Produzent und Moderator Josh van de Berg einen anonymen Drohbrief: "Hörst du nicht sofort auf mit deinen öffentlichen Menschenversuchen, machen wir dich und dein Schweineteam platt." Während Kommissar Beilharz Sicherheitsmaßnahmen einleitet, bewirbt sich seine junge Kollegin Kalske als Show-Kandidatin. Beim Casting explodiert eine Briefbombe. Oliver Bukowski studierte Philosophie und Sozialwissenschaften und lebt als Autor in Berlin. Er schreibt Theaterstücke Primetime - Verdeckte Ermittlung in der Sendeanstalt
Mit Antje Hollunder Aktuelle Alben von den Kapverdischen Inseln Traditionelle kapverdische Stile wie Batuque, Funaná und Morna in moderner Form finden sich auf den Alben von Elida Almeida, Mariana Ramos, Cremilda Medina und begeistern nicht nur Antje Hollunder. Mit viel Drive und prominenten Landsleuten wie Nancy Vieira, Grace Evora u.v.m. hat Elida Almeida ihr Album "Spedju" eingesungen. Elegant klingen die Lieder, die Mariana Ramos auf "Sinfonico" im sinfonischen Umfeld anstimmt und auf "Lágrima" transportiert Cremilda Medina als "Stimme der Morna" Meisterwerke und vergessene Schätze des Nationalgenres ihrer Heimat in die Gegenwart.