"Wenn ich mir was wünschen dürfte..." von Karin Köbernick Friedrich Hollaender war mit vielen Begabungen gesegnet und wusste sie auch weidlich einzusetzen: Er war Komponist und Textdichter, er war Regisseur und Pianist.
Der Affe läuft Von Ralf Kleinemas NDR 2021 Bernd ist seit über 40 Jahren drogenabhängig. Seinen ersten Drogenkontakt hatte er mit 12. Im Alter von elf Jahren bekommt er von seinem Vater Schlagzeugunterricht geschenkt. Ralf Kleinemas montiert in diesem Feature Gespräche mit Bernd mit musikalischen Fragmenten, die er im Laufe seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als "Musikgruppenleiter" bei Malteser Nordlicht Hamburg gesammelt hat. In den Aufnahmen äußern sich drogenabhängige Männer in musikalischer Form. In einem Stehgreifgedicht heißt es: "Die Bösen verstecken sich im Dunkel. Ich verstecke mich im Licht, weil da sieht man mich nicht."
Hoffen auf Gold Die deutschen Olympiastarter Minerva Hase und Finn Sonnekalb Von Wolf-Sören Treusch Minerva-Fabienne Hase und ihr russischer Partner Nikita Volodin sind das neue Traumpaar im deutschen Eiskunstlauf. Die beiden harmonieren prächtig miteinander - dabei sprach Nikita kein Wort Deutsch, als er im Sommer 2022 nach Berlin kam. Inzwischen hat er die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Das Paar ist Europa- und Vizeweltmeister und gehört zum Favoritenkreis auf Gold bei den Olympischen Winterspielen im Februar 2026 in Mailand und Cortina d"Ampezzo. Der 18-jährige Finn Sonnekalb aus Erfurt wiederum ist das neue Riesentalent im deutschen Eisschnelllauf. Er ist Mehrkampfweltmeister bei den Junioren und gewann drei Goldmedaillen bei den Olympischen Jugendspielen vor zwei Jahren. Anderthalb Jahrzehnte gab es keine Erfolge mehr im deutschen Eisschnelllauf, mit ihm führt der Weg wieder nach oben. Während die Fachwelt von Minerva Hase und Nikita Volodin eine Medaille fast schon erwartet, kann Finn Sonnekalb unbeschwert an den Start gehen. Sein Traum vom Olympiasieg lebt auch nach Mailand weiter.
Tod. Traum. Liebe Von: Manuela Reichart Mit: Sebastian Blomberg und Ursina Lardi Regie: Ulrich Lampen (Produktion: SWR 2023) Eine Frau besucht ihren Ex-Geliebten am Sterbebett. Sie ist erschüttert. Will sie zum Abschied ihn wirklich noch küssen? Sie hatten eine Liebe nach der Liebe gefunden und jetzt, auch nach dem Tod, ist er immer noch da. Was als klassisches, vielfach durchgespieltes Requiem auf eine vergangene Liebe beginnt, wird bei Manuela Reichart zu einem der Traumlogik folgenden Szenario über die Liebe von Mann und Frau, zu einem multiperspektivischen Spiel, was könnte denn die eigene Wahrheit im Kampf der Geschlechter sein? Und - was hat all das mit Rumpelstilzchen zu tun?
Der Gebrauch des Menschen (2/2) Nach dem Roman von Aleksandar Tisma Übersetzung aus dem Serbischen: Barbara Antkowiak Bearbeitung und Regie: Stefan Kanis Mit: Jördis Trauer, Oscar Hoppe, Birte Schnöink, Werner Wölbern, Franz Hartwig, André Kaczmarcyk, Alexander Khuon und Max Hegewald Komposition: Tommy Neuwirth, Mario Weise Bearbeitung (Musik): Michael Hinze Ton und Technik: André Lüer, Christian Grund MDR/NDR 2025 Länge: 77"34 Nach der Befreiung kehrt Vera in ihre Heimat zurück. Doch die Nachkriegszeit bringt keine Heilung: Zwischen der Erinnerung an Auschwitz, gesellschaftlicher Verdrängung und neuen politischen Zwängen bleibt die Frage offen, welchen Sinn das Überleben hat.
Duke Ellington: Black - Brown - Beige Wolfgang Dauner: Second Prelude to the Primal Scream Miles Davis: Sketches of Spain Simon Höfele, Trompete MDR Sinfonieorchester, Leitung: Dennis Russell Davies (Aufnahme vom 16.03.2019, Dessau, Anhaltisches Theater)
Mit Sebastian Wellendorf Das Kölner KLAENG-Festival ist eine feste Größe in der Jazz-Szene. Die Grenzen des Genres sind dabei bewusst weit gesetzt. Im WDR3 Konzert treffen westafrikanische Trommeln auf irischen Gamben-Klang. Die britische Folk-Newcomerin Maddie Ashman begeisterte mit einer Kombination aus Gesang und Loops, die ihre Spannung durch bewusst verstimmte Klaviersaiten bekam. Das Septett Lanaya aus Burkina Faso sorgte für einen enormen Rhythmus-Schub und eine fast besinnliche Stimmung erzeugte das Gamben-Cembalo-Duo Byrne und Albach im Kölner Stadtgarten. Ein Abend voller klanglicher Gegensätze.
Experiment und Emotion - Die Saxofonistin Sakina Abdou Von Odilo Clausnitzer Wenn sie allein frei improvisiert, dann kann es zärtlich klingen und fordernd, abstrakt und ganz greifbar. Ihr Saxofon vibriert in mächtigen Doppelklängen oder flüstert vertraulich, und bei aller handwerklichen Kontrolle ist ein Zug von Leidenschaft in ihrem Spiel spürbar. Für Sakina Abdou, die nigerianisch-französische Saxofonistin aus Lille, war das Solospiel auf dem Tenor eine Entdeckungsreise zu sich selbst. Dabei musste sie sich von vielen Regeln aus ihrem Musikstudium (Alte Musik/Blockflöte, klassisches Saxofon und Jazz) emanzipieren.
Ein Schal aus Worten - Ein Brief über verlorene Unschuld und die Wehrpflicht Von Artur Weigandt Artur Weigandt, 1994 im kasachischen Uspenka geboren, studierte Ästhetik in Frankfurt am Main und absolvierte die Deutsche Journalistenschule. Er verbrachte längere Zeit in Prag, Kyiv und Tbilissi. 2023 erschien bei Hanser Berlin sein Debüt Die Verräter. Im selben Jahr nahm er als Dolmetscher an der Ausbildung ukrainischer Soldaten am Leopard 1 in Deutschland teil. Sein Essay "Ein Schal aus Worten" ist ein Brief an ein mögliches Kind - über die Angst, dass Unschuld zu früh verloren geht, über die Militarisierung von Kindheiten in Russland und über die Fragilität von Freiheit.