Deutschlandfunk Kultur

Feature

michael lissekAngelradio Der Soundtrack der Erinnerungen Von Michael Lissek Realisation, Stimme, Regie: der Autor Produktion: NDR/RBB/SWR 2015 Länge: 54"30 Ein Radio in Südengland von und für Senioren - mit Musik aus der Zeit vor 1960. Im südenglischen Angelradio läuft nur Musik, die vor 1960 aufgenommen wurde. Die Moderatoren sind allesamt Radio-Laien (was man merkt) und steinalt (was man hört), Margret ist 92. Sie plauschen mit ihren HörerInnen, widmen Songs längst verstorbenen Ehepartnern oder Freunden und schicken Grüße in die umliegenden Krankenhäuser. Das ist charmant, das ist melancholisch und irgendwie auch existentialistisch. Und immer very british. Angelradio: Ein Feature über die Magie des Radios und seine lebensspendende Kraft. Michael Lissek, geboren 1969, Produzent von Radio-Features und Autor von Texten und Büchern. Im September 2015 erschien das gemeinsam mit Christoph Joseph Ahlers geschriebene Buch "Himmel auf Erden und Hölle im Kopf. Was Sexualität für uns bedeutet". Für DKultur u.a.: "Hölle im Kopf" (2008), "Zwei Seiten Leben. Drei Trauerredner" (2013). Zuletzt für Deutschlandradio Kultur: "Was geht ihnen durch den Kopf? - Ein Messer. Nachuntersuchung eines psychochirurgischen Verfahrens." (SWR/DKultur/ORF 2014). "Angelradio" war eine der ARD-Einreichungen auf dem Prix Italia 2016. Angelradio
Mittwoch 00:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Zwischen Romantik und Kalkül

Eine kleine Geschichte der Partnersuche (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Sie sind die meistbegehrten Menschen der Welt: Mr. Right und Lady Perfect. Auf Speed-Dating Events und Partnersuchportalen im Internet tummeln sich Millionen Glückssuchende, um den oder die Richtige zu finden. Aber nach welchen Kriterien wählen wir unsere Liebespartner aus? Sind es wirklich immer Gegensätze, die sich anziehen? Oder gilt vielmehr das Motto: Gleich und Gleich gesellt sich gern? "Wir können es uns nicht aussuchen, mit wem wir zusammen sind", meint die Paartherapeutin Renate Hutterer-Krisch: "Wenn ihnen ein Mensch vorgestellt wird, spüren Sie genau, ob Sie sich angezogen fühlen oder nicht. Das ist ziemlich unabhängig davon, was Sie sich denken oder wollen, wir haben da nicht viele Wahlmöglichkeiten". Der Wiener Verhaltensbiologe Karl Grammer hat die Gesetzmäßigkeiten erforscht, nach denen sexuelle Anziehung funktioniert. Der 67-Jährige kommt zu einem klaren Befund: Attraktiv finden wir vor allem Männer und Frauen, die uns in ihren Eigenschaften und Gewohnheiten so ähnlich wie möglich sind. "Es gibt laut Studien keine einzige Gegensätzlichkeit, die sich anzieht", so Grammer: "Das macht auch Sinn im Bereich des täglichen Lebens: Je ähnlicher Ihnen jemand ist, umso weniger Konflikte haben Sie. Gegensätze tun sich wunderbar darin, sich jeden Tag zu streiten. Ob das Ei jetzt von der Spitze aufgeschlagen wird oder von der runden Seite: Wenn beide die Spitze wählen, gibt es keinen Konflikt". Die romantische Liebe, nach der sich heute so viele sehnen, ist kein natürliches Bedürfnis des Menschen, sondern eine historische Konstruktion, erfunden in den Minne-Konzeptionen des Mittelalters und schwärmerischen Erfolgsromanen des Sturm-und-Drang-Zeitalters. Jahrhundertelang wurden Ehen vor allem arrangiert - unabhängig davon, was Braut und Bräutigam füreinander empfanden. Die Liebe, so war man überzeugt, würde sich dann im Lauf der Zeit von selber einstellen. Andererseits: "Die Suche nach dem romantischen Ideal-Partner ist keineswegs nur eine Erscheinung unserer heutigen Zeit", schreibt die Münchner Kulturwissenschafterin Annegret Braun in ihrem Buch "Mr. Right und Lady Perfect": "Nur die Vorstellung davon hat sich im Lauf der Jahrhunderte geändert. Träumt eine Frau heute von Brad Pitt, so schwärmte früher eine Magd für den Bauernsohn - unerreichbar in beiden Fällen. Und schließlich die Erfahrung: Das Glück liegt oft woanders, als man sucht".
Mittwoch 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

ZyklenWeltbilder Die Welt in Zyklen - Alles schon mal dagewesen? Autor: Reinhard Schlüter / Regie: Susi Weichselbaumer Die Erde dreht sich, sie kreist um die Sonne. Rechnet man den Mond mit seinen hebdomadischen Zyklen dazu, so sind die drei wesentlichsten Voraussetzungen für zyklisches Geschehen auf der Erde genannt. Dabei geben Tages- und Jahreszeiten, Wochen- und Monatsteilungen nicht nur den jeweils äußeren Rahmen vor, sondern beeinflussen seit Menschengedenken auch den geistig-spirituellen Sektor. Gemeint sind alle Formen von "Ritualisierungen" sowie die in die Weltreligionen hinein wirksamen Vorstellungen vom Werden und Vergehen, von Auferstehen und Wiedergeburt. Reinhard Schlüter nimmt den archaischen Faden auf und folgt dem "zyklischen Denken" durch Epochen und Kulturen, von zyklischen Geschichtsmodellen über Konjunkturzyklen hin zum "Recycling" als bildhaftem Ausdruck zyklischen Wertewandels. Alles fließt - Das Weltbild des antiken Denkers Heraklit Autor: Michael Conradt / Regie: Christiane Klenz "Es ist unmöglich, zweimalin denselben Fluss zu steigen." Denn beim zweiten Mal ist es schon nicht mehr dasselbe Wasser, und auch man selbst ist nicht mehr der, der man beim ersten Mal war. Mit diesem berühmten Beispiel veranschaulicht der antike Philosoph Heraklit (ca. 550-480 v. Chr.) sein Bild einer dynamischen Welt, in der alles im Fluss ist. Sie besteht aus Gegensätzen wie Tag und Nacht, Sommer und Winter oder heiß und kalt. Diese Gegensätze bekämpfen einander, schlagen ineinander um und bilden letztlich in ihrem Kreislauf doch das harmonische Ganze einer gut geordneten Welt. Mit diesem dynamischen Weltbild wurde Heraklit einer der einflussreichsten Denker der Philosophiegeschichte. Moderation: Kummert, Florian Redaktion: Bernhard Kastner Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen: http://br.de/s/5AgZ83
Mittwoch 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Sudan und Südsudan

südsudanReichtum und Katastrophen am oberen Nil (3). Gestaltung: Maria Reininger Vor sechs Jahren, im Juli 2011 wurde der Südsudan nach einem Referendum gegründet - weit mehr als 90 Prozent der Südsudanesen hatten für die Unabhängigkeit vom Sudan gestimmt. Heute herrscht im Südsudan eine Hungerkrise - von den Träumen der Südsudanesen ist wenig geblieben. Mit der Trennung ist auch der nördlich gelegene Sudan zu einem neuen Staat geworden - derzeit Hotspot der Flüchtlingsströme Ostafrikas. Weitab davon, die Institutionen des Sudan zu erneuern, geht das Regime in den neuen Randzonen des Staats brutal gegen die Menschen vor, die ihre Ansprüche an Mitbestimmung und Wohlstand angemeldet haben. Auch wenn die Erdöleinnahmen in den vergangenen Jahren nicht gebracht haben, was man erhofft hatte: der Sudan und der Südsudan wären eigentlich wohlhabend. Sudanesische Historiker, Soziologen und Politikwissenschafterinnen erklären die Geschichte der beiden Staaten an den Oberläufen des Nil - die Geschichte arabisch-afrikanischer Identitätssuche am Ende der Kolonialzeit - und die jüngere Geschichte unter den Bedingungen neuer Raubzüge aus Europa und China. Wissenschafter/innen aus den afrikanischen Staaten haben die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte beobachtet und kommen meist zu anderen Schlüssen als Beobachter/innen aus der EU. Während die EU derzeit vor allem technische und militärische Unterstützung zur Flüchtlingsabwehr plant, haben sich sudanesische Historiker mit der Herkunft vorgeblich ethnischer Rivalitäten und den Lebensbedingungen der Dinka, Nuer, Nubier und anderer Bevölkerungsgruppen beschäftigt. Sie erklären die Lebensbedingungen für Frauen ebenso wie die ökonomischen und rechtlichen Prozesse, die aufgrund der Staatengründung des Südsudan die Zivilgesellschaft verändert haben. Ökonomen untersuchen in Netzwerken die Ursachen der Hungersnot im Südsudan und finden andere Gründe als das, was man früher "Stammeskämpfe" genannt hätte. Und sudanesische Journalist/innen beschreiben, welche Möglichkeiten sie für Flüchtlinge im nördlicher gelegenen Sudan sehen. Die afrikanischen Expert/innen bewerten, was die verschiedenen europäisch-afrikanischen Strategien unter den Bezeichnungen Khartoum-Prozess, Rabat-Prozess und deren mehr aus ihrer Sicht bringen. Sie sehen nach, ob in den noch unfertigen Marshallplänen einzelner europäischer Staaten Projekthilfe und militärische Ausrüstung zu sehr verzahnt werden. Und sie beschreiben, welche kulturellen und politischen Kooperationen stattdessen sinnvoll wären. Ein Radiokolleg von Maria Reininger.
Mittwoch 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Unterwegs in Wien, auf den Spuren der Meister

BrahmsVivaldi, Gluck, Brahms und Mahler to go (3). Gestaltung: Nina Prasse Vivaldi, Gluck, Brahms und Mahler haben eine grundlegende Gemeinsamkeit: Wien! Die Stadt an der Donau übte auf das Viererpasch eine gar magische Anziehungskraft aus. Wien gilt bis heute als europäische Musikmetropole, und war bereits zu Zeiten der Barockmusik für Komponistenkarrieren richtungsweisend. Antonio Vivaldi reiste im späten Alter von 62 nach Wien. Wollte der Venezianer gänzlich übersiedeln? Oder vieleher Kaffee in dessen Vielfalt genießen? Huldigte er die schwarze Bohne tatsächlich mit den Intermezzos "La Bottega del caffè?" Der Hamburger Jung Johannes Brahms fühlte sich inmitten der Wiener Gesellschaft so wohl, dass er sein letztes Lebensdrittel zwischen den Österreichern verbrachte. Nur, wieso spazierte er fast täglich über den Karlsplatz? War es etwa ein Ritual, so wie der starke Kaffee, zu seinem Frühstück? Nina Prasse, unsere Reporterin mit norddeutschen Wurzeln, kann gut nachvollziehen, warum die Kaffeehaus-Stadt mit ihrer vielfältigen Musikkultur lockt. Der nuancenreichen Musik-Historie folgt sie per Fuße, sucht markante Plätze in den Wiener Lebenszeiträumen der legendären Komponisten auf, und illustriert die Bedeutungen angebrachter Erinnerungstafeln mit Auszügen aus deren Werken. "Vivaldi, Gluck, Brahms oder auch Mahler to go" lädt zu vier ganz unterschiedlichen Spaziergängen ein. Köstliche 13 Minuten im Schwelgen von nostalgischen Erinnerungen, für Ihre "coffee to go"-Pause.
Mittwoch 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

narzissmusWenn sich alles um das Ego dreht Narzissmus - Von ganzem Herzen Ich Autorin: Anja Mauruschat / Regie: Irene Schuck "Liebe zu mir selbst verbrennt mich, ich selbst entzünde die Liebesflammen, die ich erleide." Diese Erkenntnis legte vor 2.000 Jahren der römische Dichter Ovid in seinen "Metamorphosen" dem Jüngling Narziss in den Mund, als dieser verzweifelt verliebt sein Spiegelbild in einem Quell betrachtet. Damit artikulierte Ovid ein Motiv, das seit der Antike in der Literatur- und Kulturgeschichte immer wieder in Variationen auftauchte: Von Ovids mythischem Jüngling über die Stiefmutter in dem Gebrüder-Grimm-Märchen "Schneewittchen". In diesen Geschichten scheint das Wissen um eine tiefe Wahrheit gespeichert: Selbstbewunderung, Selbstverliebtheit und übersteigerte Eitelkeit finden sich seit jeher bei einigen Menschen, die mit diesen Eigenschaften anderen Menschen das Leben zur Hölle machen können. Wenn heute von Narzissmus die Rede ist, spricht man allerdings in der Regel von einem komplexen Konstrukt, das sowohl normale als auch krankhafte Züge annehmen kann. Schon Sigmund Freud unterschied 1914 zwischen einem primären und einem sekundären Narzissmus, und Alice Miller betonte, dass es sowohl eine gesunde Selbstliebe gibt, die unverzichtbar ist, um sich im Leben durchzusetzen, als auch eine krankhafte, übersteigerte Form der Selbstliebe, die es unmöglich macht, mit anderen Menschen Beziehungen einzugehen. Nachdem Narzissmus Jahrzehnte lang als rein männliches Phänomen galt, weiß man heute außerdem, dass Frauen genauso wie Männer anfällig sein können für pathologische Grandiositätsvorstellungen, auch wenn sich diese bei den weiblichen Narzissten meist auf andere Weise zeigen als bei den männlichen. Narzissmus ist schwer zu fassen. Klar scheint nur zu sein, dass er sich seit einigen Jahren wie ein Virus ausbreitet. Der US-amerikanische Historiker Christopher Lasch sprach bereits in den 70er Jahren vom "Zeitalter des Narzissmus". Zum Teil mag diese mit Selbstdarstellungsplattformen wie "Facebook" zu tun haben. Der Autor, Pädagoge und Therapeut Heinz-Peter Röhr sieht die Zunahme des Narzissmus jedoch in einem größeren Zusammenhang: "Der typische Narzisst, selbstbezogen und rücksichtslos, erfüllt vorzüglich die Bedingungen, die in der Wirtschaft gefragt sind und hat alle Chancen, Karriere zu machen." Wehe nur dem, der einen Narzissten oder eine Narzisstin zum Chef hat. Max Stirner - Ein Verfechter des Egoismus Autor und Regie: Martin Trauner Von den meisten Philosophen kennt man nicht mehr, als einen einzigen markanten Ausspruch. Mehr nicht. Und verbindet damit ihr Leben, ihre Philosophie. So ergeht es dem in Bayreuth geborenen Max Stirner (1806-1856) auch nicht anders: Bekannt, wenn überhaupt gekannt, ist einzig sein Leitsatz: "Mir geht nichts über mich!". Ein Satz aus seinem Hauptwerk "Der Einzige und sein Eigentum". Schon seine Zeitgenossen hatten so ihre Probleme mit dem Philosophen, der sich nicht einordnen lassen wollte. Jungheglianer oder Anarchist? Egoismus oder Nihilismus? - Aber gerade seine Nichtfassbarkeit macht Max Stirner zu einem der interessantesten Denker der jüngeren Philosophie. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Fruchtbringende GesellschaftSprache und Nation Die Fruchtbringende Gesellschaft und die Pflege des Deutschen Von Tobias Barth und Lorenz Hoffmann Als erste deutsche Sprachakademie wurde die Gesellschaft vor 400 Jahren gegründet, kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. Als 1617 im anhaltischen Köthen die "Fruchtbringende Gesellschaft" ins Leben gerufen wurde, war diese honorig besetzte Sprachakademie von ihrem Ziel einer das Deutschtum befördernden einheitlichen Sprache weit entfernt. Zwar hatte Luther hundert Jahre zuvor mit seiner Bibelübersetzung das Deutsche gleichberechtigt neben das Lateinische gestellt - allein: es gab gar keine deutsche Sprache, die diese Bezeichnung verdient hätte. In deutschen Landen sprach man, wie einem das Maul gewachsen war - Plattdeutsch, Fränkisch, Bayerisch, Badisch, Sächsisch... Die allmähliche Formung und Normung des Deutschen waren verwoben mit der Herausbildung der Nation - sei es in der Juristensprache des 17. Jahrhunderts, in den patriotischen Bemühungen um die Muttersprache zur Napoleonzeit im frühen 19. Jahrhundert oder im Nationalismus und seiner Sprachputzerei in der Wilhelminischen Ära. "Vom Joch des Fremdworts" wollten auch die Völkischen späterer Jahrzehnte das Vaterland und die Muttersprache befreien - Debatten, die heute in den Streit um die neudeutsche "Lightkultur" münden.
Mittwoch 19:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

PartnersucheZwischen Romantik und Kalkül. Eine kleine Geschichte der Partnersuche (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Sudan und Südsudan. Reichtum und Katastrophen am oberen Nil (3). Gestaltung: Maria Reininger Unterwegs in Wien, auf den Spuren der Meister. Vivaldi, Gluck, Brahms und Mahler to go (3). Gestaltung: Nina Prasse
Mittwoch 22:08 Uhr

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