Bayern 2

radioWissen

HaushaltMahlzeit! Kulturgeschichte des Haushalts - Mehr als Kochen und Putzen Autorin: Brigitte kohn / Regie: Susi Weichselbaumer Der Haushalt ist eine zentrale Institution menschlichen Zusammenlebens. Wie man ihn führen und gestalten soll, hat in der Antike sogar große Geister wie Homer, Platon und Aristoteles beschäftigt. Vormoderne Haushalte galten als bedeutsame Wirtschaftseinheiten, in denen die meisten Güter noch selbst produziert wurden und die der Hausfrau echte Management-Qualitäten abverlangten. Inzwischen findet die Erwerbsarbeit schon lange außerhalb des Hauses statt, Waschmaschine und Geschirrspülautomat haben die Härten der Hausarbeit gemildert, und das Ansehen der Hausfrau ist gesunken. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir den Haushalt möglicherweise mit dem Smartphone steuern. Schafft sich der Haushalt ab - oder entdecken wir den Charme des Miteinanders in den eigenen vier Wänden neu? Geschichte der Köche - Künstler und Sklaven des Genusses Autorin: Renate Kiesewetter / Regie: Sabine Kienhöfer Spargel-Chârtreuse mit Mousse vom geräucherten Osietra-Stör, Saftbraten vom Lamm mit Artischocken und Tomaten-Confit, Seezungenfilet mit Karotten auf Estragonnage. Bei gebratenen Jakobsmuscheln jubeln die Sinne ebenso wie bei Ingwer-Sesam-Suppe oder bei Gebackenen Schokoladentränen mit Kokosnusseis. Wenn Gourmets diese kunstvoll arrangierten Kreationen in Michelin-Sterne-dekorierten Restaurants genießen, werden sie von internationalen StarköchInnen verwöhnt. Witzigmann, Winkler, Haas und Wohlfahrt, Wiener, Bocuse, Pic, Ducasse, Basselot ... Heute kennt man ihre Namen. Das war nicht immer so. Die Geschichte weist Köche - von Köchinnen wusste man noch nichts - in der Antike noch als namenlose Sklaven aus. Ihre soziale Rolle hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Sie sind zu KünstlerInnen des "guten Geschmacks" geworden, und kulinarischer Genuss ist zu Kultur und Hochkultur avanciert. Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Helfen: Aber wie?

vinzirastFürsorge, Empowerment und Vernetzung (1). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Täglich werden wir mit Armut, Krankheit und Not konfrontiert. Und viele Menschen wollen helfen. Aber wie? Öffentliche Spendenaktionen sammeln für Menschen in Not. Wenn durch Naturkatastrophen ganze Regionen zerstört sind und Menschen ihre materielle Existenz verloren haben, sind diese Spendengelder unverzichtbar, um erste Hilfe zu leisten. Damit werden Häuser wieder aufgebaut, Krankenhäuser ausgestattet, Straßen repariert. Und Spender haben das Gefühl, sinnvoll zu handeln. Noch nie wurde in Österreich so viel gespendet wie heute. Doch: wie ist es mit dem Bettler an der Straßenecke? Caritative Einrichtungen wie die "Vinzirast" errichten Notschlafstellen und sorgen für eine warme Mahlzeit pro Tag. Auch dafür braucht es Spender, und den unermüdlichen Einsatz ehrenamtlicher Mitarbeiter. Aber: sollten soziale Probleme: Armut, Obdachlosigkeit, Hunger nicht in der Agenda eines Sozialstaates stehen? Oft reichen die politisch gesetzten Maßnahmen nicht aus. Manchmal müssen Menschen auch ermutigt werden, ihr Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen. Empowerment ist hier das Schlagwort. Hilfe zu Selbsthilfe soll Menschen in Krisensituationen ermächtigen und handlungsfähig machen. Und dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Gerade im Gesundheitsbereich organisieren sich Betroffene wie Angehörige in Selbsthilfegruppen. In der Kunsthall Wien hat man diese Idee aufgegriffen und erweitert. Mit dem Community College sollen Netzwerke der Solidarität geschaffen werden. Betroffene tauschen sich aus, geben Erfahrungen weiter und unterstützen einander. Wer immer wie hilft, eines bleibt gleich: einander helfen schafft Gemeinschaft. Und diese stärkt alle Beteiligten.
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Boomtown Shenzhen

shenzhenVon der Werkbank zum High Tech Hub (1). Gestaltung: Anna Masoner und Alexandra Siebenhofer Shenzhen ist Teil des Perlflussdeltas im Südosten Chinas, mit 60 Millionen Menschen der weltweit größte Ballungsraum und einer der wichtigsten Handels- und Finanzzentren. Die 15 Millionen Stadt gilt als Hardware Mekka. Ob Smartphone oder Elektromotor: 90 Prozent aller Elektronik aus China wird hier hergestellt in großen Fabriken und winzigen Hinterhauswerkstätten - eine Stunde von Hongkong entfernt. Shenzhen ist drauf und dran seinen prominenten Bruder Hongkong wirtschaftlich zu überflügeln. Hong Kongs Hafen war einst der wichtigste Warenumschlagplatz der Welt. Heute ist er nur noch auf Platz 5. Hinter Shanghai und Shenzhen. Hongkong ist zwar noch das ausgemachte Bankenzentrum. In Sachen Technologie und Innovation hat Shenzhen die Nase vorn. Tech Giganten wie Huawei und Tencent, die Firma hinter dem größten chinesischen Chat- und Bezahldienst WeChat haben hier ihren Sitz. Gewachsen ist Shenzhen rasend schnell. Anfang der 1980er Jahre befanden sich auf dem heutigen Stadtgebiet eine 30.000 Einwohner Stadt und eine Reihe von Fischerdörfern. Dann erklärte Staatschef Deng Xiaoping Shenzhen zur Sonderwirtschaftszone und damit zum Testgelände für eine marktbasierte Wirtschaft. Ausländische Firmen bauten Fabriken, China stellte billige Arbeitskräfte aus dem ganzen Land zur Verfügung. Hier entstand Chinas Ruf als Werkbank der Welt. Die Wanderarbeiter siedelten an den Rändern in informell gebauten mehrstöckigen Häusern und Baracken. Diese "urban villages" waren lange Merkmal der Stadt und für ihren steilen Aufstieg mitverantwortlich. Dem Bild des neuen, innovativen, sauberen Shenzhen stehen sie im Weg und so fallen sie in den letzten Jahren Abrissbirnen und neuen Hochhäusern zum Opfer. Anna Masoner war unterwegs in der Stadt, die sich immer wieder neu erfindet. Das Projekt wurde von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Programms "Grenzgänger China-Deutschland" unterstützt.
Montag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Asiatisch - österreichische Musikszenen

maultrommelButi nagkakilala tayo! Schön, dass wir uns kennengelernt haben! (1). Gestaltung: Maria Reininger Der Gruß im philippinischen Tagalog wird von tausenden Menschen in Österreich gesprochen. Ihre Musik ist westlich - Hiphop und US-Popsongs, die in den monatlichen Asian Nights gemeinsam abgefeiert werden und mit Inbrunst bei Karaoke-Auftritten gesungen werden, aber kaum Worldmusic, also Mischungen, wie man sie von in Österreich lebenden Immigranten aus afrikanischen Ländern, der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien kennt. Das ist eine der Besonderheiten, wenn man sich in den asiatischen Immigrantenszenen Österreichs umhört. Auch ehemalige Flüchtlinge aus Vietnam und zahlreiche Chinesen und Chinesinnen haben Herkunftstraditionen zurückgelassen. Dem Feiern selbst, den Parties im Wiener Volksgarten tut das keinen Abbruch. Hervorgetan haben sich dagegen in jüngster Zeit einige Musiker aus Indien: Pintoo, Haidar und Iqbal Khan, drei Brüder aus dem westindischen Rajasthan, mischen die österreichische Worldmusicszene auf. Mit dem Trommelpaar Tabla und Dholak, mit den Vorläufern der Gypsiekastagnetten Khartal und den indischen Maultrommeln Morchang zaubern sie in ihre Melodien behende Rhythmen, deren Komplexität die europäische überschreitet. Damit haben sie auch schon Mitglieder der Wiener Tschuschenkapelle auf ihren Teppich geholt. Die indische Khataktänzerin Kaveri Sageder hat bei der A-cappella-Formation Bauchklang angedockt und bewegt sich seither in zwei Welten, Österreich und Indien, die sich hinsichtlich der Funktion ihrer Lieder und der Organisation ihrer Konzerte stark unterscheiden. Und schon vor Jahren hat der Tabla-Spieler Jatinder Takur die damals entstehende Worldmusicszene beeinflusst. Mitunter entdecken migrierte Musiker Besonderheiten ihres Herkunftskontinents, die gar nicht aus der unmittelbaren Nachbarschaft stammen. So konzentriert sich der indisch-österreichische Komponist und Dirigent Vijay Upadhyaya mit seine Symphonie Chang An Men nun auf chinesische Mythen und Musiktraditionen. Traditionen, die dem Chor des Symphonieorchesters der Uni Wien einiges abverlangen. Wie sich die Musiker und Musikerinnen verstehen, was sie in Europa neu entdeckt haben, was sie mitgenommen und was sie weggelassen haben, das erzählen sie im Radiokolleg Buti nagkakilala tayo! Asiatisch-österreichische Musikszenen, von Maria Reininger.
Montag 09:45 Uhr

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WDR5

Neugier genügt

KinderarmutFeature: Kinderarmut in NRW Redezeit mit Bruder Martin Wiederholung: Di 04.05 Uhr
Montag 10:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

FrontierAmerika und die First Nations Im Grenzland - Die "Frontier" in den USA Autorin: Elsbeth Bräuer / Regie: Sabine Kienhöfer Das Grenzland, "the frontier" - der amerikanische Westen war im 19. Jahrhundert das Land zwischen den alten Kolonien an der Ostküste und dem Pazifik. Als die US-Regierung 1803 den Franzosen Louisiana abkauft, verdoppelt sich auf einen Schlag das Staatsgebiet. Plötzlich gibt es im Westen unermessliches Land, das es zu erschließen gilt. Das Grenzland ist den Weißen so fremd, wie es uns heute der Mars ist, schreibt ein Historiker. Man glaubt an ein modernes Kanaan, ein Land voll Milch und Honig und goldbeschlagenen Bergen. Die Wirklichkeit sieht anders aus: "ein Paradies für Männer und Hunde - die Hölle für Frauen und Pferde", meint bald ein Reisender. Zuerst zieht es die Pelzhändler, Landvermesser und Abenteurer in den Westen. Mitte des Jahrhunderts folgt ihnen eine Massenbewegung an Auswanderern tausende von Kilometern quer durch die USA. Mit der Besiedlung bringen sie dem Land die Zivilisation - so zumindest rechtfertigen sie ihren gewaltsamen Umgang mit den Indianern. Das Leben an der Frontier war ein ständiger Kampf ums Überleben - und gegen die Vereinsamung. Doch in den USA verbinden noch heute viele die Geschichte des Grenzlands mit dem amerikanischen Traum: mit Aufbruch und Neuanfang, mit dem Glauben an harte Arbeit - und mit dem Streben nach Glück. Indianer im Spielfilm - "Edle Wilde" und "Bestien" Autor. Michael Zametzer / Regie: Martin Trauner Indianer haben ihren festen Platz auf der Leinwand, seit es das Kino gibt. Schon um die Wende zum 20. Jahrhundert drehte Thomas A. Edison kurze Westernfilme unter Mitwirkung des berühmten Buffalo Bill und seiner Wildwest-Showtruppe. Das Bild, dass die Ureinwohner Nordamerikas seitdem vor der Kamera abgegeben mussten, war dabei meist weder besonders authentisch noch ehrenvoll: Entweder waren sie dem Feuerwasser verfallene, bettelnde Lumpengestalten, oder aber blutrünstige Rothäute, die in schier endlosen Attacken auf weiße Siedler als Zielscheiben für mutige Revolverhelden herhalten mussten. Da sah man schon mal den großen John Wayne einmal schießen - und zwei Indianer fielen vom Pferd. Dieses oft rassistisch gefärbte "Cowboy und Indianer"-Spiel änderte sich erst in den 1960er-Jahren: Der Western wurde zum Spiegelbild aktueller Politik, die Massaker an Indianerstämmen zu Sinnbildern für die Grauen des Vietnam-Kriegs. Erst in den Späten 1980er-Jahren - vor allem mit Kevin Kostners "Der mit dem Wolf tanzt", haben die Sioux, die Cheyenne, die Pawnee oder Apachen eine Stimme und - ihre eigene Sprache auch im Film. Radiowissen über die Indianer und ihre Rolle als Stereotypen und Projektionsflächen im Hollywood-Film. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Niklas LuhmannWenn die Gemeinschaft über dem Individuum steht Tschetschenen in Deutschland Von Ute Zauft Familie ist wie die Luft zum Atmen, sagt eine Tschetschenin, die mit ihren acht Kindern seit fast sieben Jahren in Deutschland lebt. Doch was ist, wenn just die Familie die Luft zum Atmen nimmt? Die junge Tschetschenin Deshi versucht, ihr Leben so zu leben, wie sie will: Sie wohnt allein, will selbst entscheiden, ob sie heiratet, und trifft sich, mit wem sie will. Aber öffentlich reden will sie darüber nicht. Denn in der tschetschenischen Gemeinschaft ist für Frauen ein selbstbestimmtes Leben, ein Leben ohne Mann nicht vorgesehen - und: Wenn die junge Frau damit zu offen umgeht, habe das nicht nur Auswirkungen auf sie selbst, sondern auch auf ihre gesamte Familie. Die tschetschenische Gesellschaft sei eine Stammesgesellschaft wie der Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann sie definiert hat, sagt die Soziologin Marit Cremer: Das Kollektiv steht über dem Individuum, und die Handlungen des Einzelnen wirken sich unmittelbar auf das Kollektiv aus - das gilt auch für die Tschetschenen, die hier in Deutschland leben. Ein Feature über fremdbestimmte Leben in einer von Individualismus geprägten Umgebung.
Montag 19:30 Uhr

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NDR Info

Das Forum

KaribikDie Karibik - von Orkanen gezeichnet Feature von Anne-Katrin Mellmann Das Forum
Montag 20:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

engelhardt-krajanekHelfen: Aber wie? Fürsorge, Empowerment und Vernetzung (1). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Boomtown Shenzhen. Von der Werkbank zum High Tech Hub (1). Gestaltung: Anna Masoner Asiatisch - österreichische Musikszenen. Buti nagkakilala tayo! Schön, dass wir uns kennengelernt haben! (1). Gestaltung: Maria Reininger
Montag 22:08 Uhr

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