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Aus den Archiven
Radiosatiren für das Reich Der Ätherkrieg der BBC London gegen Nazideutschland Von Klaus Pilger Deutschlandfunk 1996 Vorgestellt von Isabella Kolar Durch satirische Überzeichnung dem Naziregime schaden - das war das Ziel von Hitlers Gegnern. Sie hatten die ursprünglich literarische Gattung der Satire als populäres Mittel des Widerstands entdeckt und nutzten Hörfunk und Fernsehen dafür. Der Ätherkrieg begann. Speerspitze der Bewegung war einmal mehr die britische BBC, die sich mit Thomas Manns Reden an die Deutschen aus dem amerikanischen Exil in dieser Hinsicht schon hervorgetan hatte. Satire zielt darauf ab, durch Humor und Ironie gesellschaftliche, politische oder menschliche Missstände zu kritisieren. Satirische Bücher sind oft humorvoll und unterhaltsam, haben aber eine tiefere, kritische Botschaft. Sie nutzen Übertreibung und Absurdität, um auf Probleme aufmerksam zu machen und zum Nachdenken anzuregen. Die Deutschen hörten die BBC heimlich, gerne unter der Bettdecke. Die Nazis versuchten, dies durch Störsender zu verhindern. Aber Reichspropagandaminister Goebbels konnte nicht verhindern, dass auch Gegner der Nationalsozialisten im Radio vorkamen. Bereits 1931 hat die BBC begonnen, deutschsprachige Sendungen zu verbreiten, Beispiel Thomas Mann. Ab 1940 setzt der britische Sender die neue Waffe der Satire in der Rundfunkpropagandaschlacht ein. Satire gegen Nazipropaganda. Das kam gut an.
Im Gespräch
Live mit Hörerinnen und Hörern 08 00 22 54 22 54 gespraech@deutschlandfunkkultur.de
Lesart
Das politische Buch Moderation: Florian Felix Weyh Sighard Neckel: "Katastrophenzeit" Die Gesellschaft im Klimawandel und die Fallstricke der Transformation Gespräch mit dem Autor Anna Pollmann, Christopher Möllmann (Hg.): "Schlüsselbegriffe gesellschaftlichen Zusammenhalts" Ein kritisches Vokabular Rezensiert von Christian Schüle Johannes Drerup: "Moralischer Fortschritt" Geschichte vermitteln und Zukunft gestalten Gespräch mit dem Autor Carl von Ossietzky: "Idiotenführer durch die Regierungskrise" Rezensiert von Ulrike Köppchen
Vollbild
Das Filmmagazin Live von den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin Moderation: Susanne Burg
Feature
Angst, Wut, Hoffnung Das rassistische Attentat von Hanau und die Folgen Von Sebastian Friedrich Regie: Hannah Georgi Mit: Serkan Kaya Ton: Gerd Nesgen Deutschlandfunk Kultur / NDR 2025 Länge: 54'30 (Wdh. am 15.02.2026, 20.05 Uhr, Deutschlandfunk) Beim rassistischen Anschlag von Hanau verlor Serpil Temiz Unvar ihren Sohn Ferhat. Seitdem kämpft sie mit der "Bildungsinitiative Ferhat Unvar" gegen Rassismus. Das Feature begleitet Angehörige, Überlebende und Weggefährten. Am 19. Februar 2020 veränderte sich das Leben von Serpil Temiz Unvar für immer. An diesem Tag tötete im hessischen Hanau ein 43-jähriger Mann ihren Sohn Ferhat und weitere acht junge Menschen mit Migrationshintergrund. Noch im Jahr des Attentats gründete sie die "Bildungsinitiative Ferhat Unvar", die sich für eine Gesellschaft ohne Rassismus einsetzt. Das Feature begleitet Serpil Temiz Unvar und ihre Tochter Nesrîn Unvar in den Jahren nach dem Anschlag - zwischen Trauer, Aktivismus und alltäglichen Anfeindungen. Neben der Familie kommen auch die Protagonistinnen und Protagonisten zu Wort, die bereits in der Vorgänger-Doku von Sebastian Friedrich ("Der erste Tag. Das Attentat von Hanau") zu hören waren: Arjin Civelek-Bicer, die seit ihrer Kindheit mit Ferhat Unvar befreundet war und das Attentat überlebte; Jaweid Gholam, der die letzten Stunden mit Ferhat verbrachte und wenige Minuten vor dem Anschlag nach Hause ging; Antje Heigl, die als Sozialarbeiterin im Jugendzentrum Hanau-Kesselstadt viele der Ermordeten über Jahre hinweg begleitet hatte; sowie Said Etris Hashemi, dessen Bruder Said Nesar Hashemi ermordet wurde und der selbst schwer verletzt überlebte. Das Feature zeigt, wie persönliche Verluste, gesellschaftliche Missstände und fragwürdiges Verhalten der Behörden zu Enttäuschungen, Frustrationen und Misstrauen führen - und wie ein unermüdlicher Einsatz gegen Hass und Unterdrückung trotz alledem Hoffnung stiften kann. Im Gespräch mit Freunden, Zeuginnen und Betroffenen stellt sich die Frage nach einem sinnvollen Leben nach dem Verlust - in einer Gesellschaft, in der rechtsradikale Kräfte stark sind wie nie. Für die Protagonisten sind Alltagsrassismus und eine sich zunehmend formierende politische Rechte auf bedrückende Weise spürbar. Der Vater des Täters, welcher nach der Tat seine Mutter und sich selbst getötet hatte, lebt weiterhin in direkter Nachbarschaft zur Familie Unvar und belästigt sie seit dem Anschlag mit rechten Parolen. Und die AfD erzielte 2023 ausgerechnet in Hessen ihr bislang bestes Wahlergebnis in einem westdeutschen Bundesland. Sebastian Friedrich, 1985 in Halle (Saale) geboren, ist freier Journalist und Autor. Er arbeitet u.a. für das ARD-Politikmagazin Panorama, die Wochenzeitung Der Freitag, den NDR sowie den Deutschlandfunk. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit Rechtsradikalismus, der Entwicklung des Kapitalismus und seiner Alternativen, Diskurstheorie und Klassenanalyse. Zuletzt: "Deutsches Denken - Rechte Intellektuelle der Bundesrepublik" (Dlf Kultur 2025, zusammen mit Nils Schniederjann). Das rassistische Attentat von Hanau und die Folgen Angst, Wut, Hoffnung
Oper
Wiener Staatsoper Aufzeichnung vom 06.12.2025 Leos Janáèek "Vec Makropulos - Die Sache Makropulos" Oper in drei Akten Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Theaterstück von Karel Èapek Emilia Marty, vormals Elina Makropulos - Marlis Petersen, Sopran Albert Gregor - Pavel Èernoch, Tenor Vitek - Lukas Schmidt, Tenor Krista - Alma Neuhaus, Sopran Jaroslav Prus - Bo Skovhus, Bariton Janek Prus - Carlos Osuna, Tenor Dr. Kolenaty, ein Anwalt - Wolfgang Bankl, Bassbariton Hauk-Sendorf - Matthäus Schmidlechner, Tenor u.a. Chor und Orchester der Wiener Staatsoper Leitung: Tomás Hanus
Die besondere Aufnahme
"Bach vs. Scheibe" Marie-Sophie Pollak, Sopran Concerto Köln Flöte und Leitung: Max Volbers Produktion Deutschlandfunk / Berlin Classics 2025 Der berühmte Johann Sebastian Bach trifft auf Johann Adolph Scheibe, Thomaskantor auf Musikkritiker. Scheibe griff die "schwülstige und verworrene" Musik des Konkurrenten heftig an und versuchte selbst, mit gutem Beispiel voranzugehen.
Neue Musik
Exzentrischer Mittler Der Komponist Giacinto Scelsi (1905 - 1988) Von Thomas Groetz Der Italiener Giacinto Scelsi ist quasi als musikalischer Sonderfall in die europäische Musikgeschichte eingegangen. Giacinto Scelsi wollte mit seinen intensiven Klangforschungen ins Innere der Töne vordringen. Dabei war er lange Zeit der große Unbekannte der zeitgenössischen Musik. Das Werk des Italieners, der verboten hatte, Portraitfotos von ihm zu veröffentlichen, wurde erst ab den 1980er-Jahren umfassend gewürdigt. Ungewöhnlich sind auch die Entstehungsbedingungen von Scelsis Musik: Er improvisierte auf dem Klavier oder auf der Ondioline, einem frühen elektronischen Instrument, und war dann auf MitarbeiterInnen angewiesen, um entstandene Tonaufnahmen in Notenschrift zu übertragen.


