Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Radiokolleg

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Marc Aurel in einer (post)pandemischen Welt". Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Klinik Ottakring in Wien, über den Philosophen auf dem Kaiserthron anlässlich dessen 1900. Geburtstages "Bei meiner ersten Interrail-Reise nach Sizilien hatte ich Marc Aurels Selbstbetrachtungen, ?Ta eis heauton', wörtlich ?An sich selbst' in meinem Rucksack", erinnert sich Barbara Maier, Professorin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Vorsitzende der Ethikkommission der Sigmund Freud Universität Wien. 40 Jahre später findet sie die Gedanken des Philosophen auf dem römischen Kaiserthron, dessen Geburtstag sich am 26. April zum 1900. Mal jährt, genauso relevant wie damals. Wenn sich etwa der mächtigste Mann der damals bekannten Welt selbst ermahnt: "Verkaisere nicht". Er ist sich bewusst, dass die Macht Auswirkungen auf seine Persönlichkeit hat. Marc Aurels Kosmos ist der der Stoa, durchwirkt vom Logos, jener Vernunft, die sich in der Natur, der Gemeinschaft der Menschen und im Individuum manifestiert. Alles ist mit allem verbunden - nicht erst seit der Globalisierung unserer Welt. Angesichts der Corona-Pandemie fragt Maier: "Die Gesellschaft schaut in Angst und Panik sich selbst ins Gesicht. Was ist zu sehen? Solidarität oder Egoismus? Vernunft oder Unvernunft?"

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Ulla Pilz. Straßen, Pfade und ein stürmischer Spaziergang am Bach Der Musikwissenschafter Arnold Schering beschäftigt sich in seinen späten Jahren mit Beethoven und der Dichtung. Und obwohl Beethovens vierte Symphonie keinen offensichtlichen Literaturbezug hat, findet Schering, im letzten Satz könnte es sich um einen Spaziergang am Bach handeln - und er stellt eine Verbindung her zu Friedrich Schillers "Der Spaziergang". Die letzten Zeilen dieses Gedichts sind jedenfalls wunderbar demokratisch: Unter demselben Blau, über dem nehmlichen Grün / Wandeln die nahen und wandeln vereint die fernen Geschlechter / Und die Sonne Homers, siehe! sie lächelt auch uns.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Eine seltene Erscheinung. Die Zoologin Karin Ernst spricht über die Kroatische Gebirgseidechse. Teil 1: Grünschillernder Rücken und raue Beine Gestaltung: Julia Grillmayr Die Kroatische Gebirgseidechse ist eine von fünf in Österreich heimischen Eidechsenarten und gilt hierzulande als die seltenste. Sie wird oft mit der häufigeren Mauereidechse verwechselt, mit der sie sich den Lebensraum teilt. Man bekommt sie aber auch deshalb wesentlich seltener zu Gesicht, da sich die Kroatische Gebirgseidechse, Iberolacerta horvathi, vorwiegend auf strukturreichen Felsen aufhält und sich gerne in den kühlen und sicheren Felsspalten zurückzieht. Die Habitate der schlanken, zierlichen Eidechse finden sich meistens zwischen 600 und 1200 Höhenmetern. Neben den Funden in Österreich, ist die Art in Kroatien, Slowenien und Italien nachgewiesen. Weitere sieben Arten der Gattung Iberolacerta, sind auf der iberischen Halbinsel beheimatet. Diese weite Distanz zwischen der Kroatischen Gebirgseidechse zu ihren nächsten Verwandten ergab sich durch die letzte Eiszeit, in der vergletscherte Gebiete die Populationen trennten. 1986 wurde Iberolacerta horvathi das erste Mal in Österreich gefunden. Seither versucht die Forschung weitere Populationen und Lebensräume zu finden und zu dokumentieren. Karin Ernst vom Naturhistorischen Museum Wien hat sich in ihrer Masterarbeit dieser Aufgabe gewidmet, wobei sie eine Computermodellierung benutzte, um potenziell geeignete Habitate zu finden. Unter Berücksichtigung verschiedener Umweltvariablen, etwa über das Klima, die Sonneneinstrahlung oder die Distanz zu Gewässern, wies das Modell passende Lebensräume für die Kroatische Gebirgseidechse auf der österreichischen Landkarte aus. Auf Basis dieser Daten machte Karin Ernst eine Freilandstudie und besuchte 21 Tälern auf der Suche nach der Kroatische Gebirgseidechse. So konnte Iberolacerta horvathi erstmals an weiteren 10 Standorten nachgewiesen werden.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Epikur und Epidemie

Philosophische Handreichungen für eine kranke Welt (1). Gestaltung: Günter Kaindlstofer Kleines Virus, große Folgen: Der Corona-Erreger hält die Welt in Atem. Millionen Menschen sind in den letzten Monaten gestorben, Krankenhäuser arbeiten an den Grenzen ihrer Belastbarkeit, beschwerliche Lockdowns und massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens zerren an den Nerven. Hat uns die Philosophie - vielleicht sogar die Philosophie der Antike - in dieser Zeit etwas zu sagen? Sie hat. Epikur von Samos zum Beispiel, 341 v. Chr. geboren, hat eine originelle und wohlausgewogene Philosophie des guten Lebens formuliert. Von einer Pandemie, wie wir sie zur Zeit durchleben, hätte sich der hellenistische Denker ganz sicher nicht verunsichern lassen. Oberstes Ziel der Lebensführung war es in Epikurs Sicht der Dinge, einen ausgeglichenen Gemütszustand zu erreichen, einen Zustand, den er - wie viele andere Philosophen im antiken Griechenland - "Eudaimonie" nannte. Zentrales Element eines gelungenen Lebens ist es Epikurs Lehren zufolge, sich von äußeren Umständen so unabhängig zu machen wie möglich. Es komme auf die innere Einstellung an, postulierte der Philosoph, darauf, Herr über die eigenen Begierden und Emotionen zu sein - denen man in Maßen aber nachgeben müsse und dürfe. Wer im Einklang mit seinen Bedürfnissen lebe und sich von äußeren Umständen weitgehend unabhängig gemacht habe, könne einen Zustand des inneren Friedens erreichen, einen Zustand der "Ataraxie", mögen draußen in der Welt auch unerfreuliche Zustände herrschen - zum Beispiel eine Pandemie. Obwohl von Theologen und christlichen Philosophen jahrhundertlang verfemt, haben die Lehren Epikurs und seiner Schüler bis heute eine nicht zu unterschätzende Wirkung entfaltet. Die Liste der bekannten Epikureer der letzten zweitausend Jahre reicht von den römischen Dichtern Lukrez und Horaz über Michel de Montaigne und die führende Köpfe der französischen Aufklärung bis hin zu Erich Fromm und zum Pariser Philosophen Michel Onfray, der zu den prominentesten Epikureern der Gegenwart gehört. Die Corona-Pandemie mag menschliche Tragödien und einiges an Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Sie kann aber auch Anlass sein, sich wieder einmal mit den entscheidenden Fragen des Menschseins auseinanderzusetzen. Was ist es, das im Leben wirklich zählt? Was macht ein geglücktes Leben aus? Und wie lässt sich ein Zustand des inneren Friedens, der "Ataraxie", erreichen? Die epikureische Philosophie bietet interessante Antworten darauf.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

E wie Erbse, F wie Fenchel, G wie Gerste, H wie Hanf (1). Gestaltung: Ilse Huber, Renate Pliem, Kim Shirin Cupal *E wie Erbse* Ein Klostergarten in Brünn brachte das Aha-Erlebnis in der Genetik. Die Hauptdarsteller: Gregor Mendel und 34 Erbsensamen. Der Mönch kreuzte die Pflanzensamen und leitete daraus Regeln ab. Die Vererbungslehre war geboren. Nicht nur ihr Dienst für die Wissenschaft, sondern auch ihr weitverbreiteter Nutzen für Boden, Mensch und Tier verschaffte dem Schmetterlingsblütler große Bedeutung. Als Stickstoffbinder, Futter- und Nahrungsmittel. Die Erbse liefert Proteine und Energie und das seit über 8.000 Jahren im systematischen Anbau in Vorderasien, Syrien, Jordanien. Irgendwann erfuhr die Erbse allerdings einen Imagewandel und wurde zur billigen Kraftnahrung degradiert. Ganz zu schweigen von den Prinzessinnen, die sie als puren Störenfried empfanden. Doch diese Zeit der Märchen ist vorbei. Hoch lebe in Zukunft die Erbse in der biologischen Landwirtschaft. Gestaltung: Ilse Huber

09.45 Uhr
Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

Orange Power/Gino Pertot, The Moreaus, Rainhard Fendrich, Sigrid Horn (1). Gestaltung: Walter Gröbchen, Stefan Trischler, Stefan Niederwieser Im Januar 2017 hat das Radiokolleg das gestartet. Von Ambros bis Qualtinger, von Danzer bis Wanda wird das Leben und Werk einzelner Künstler, Musiker/innen und Bands dokumentiert, ihre Bedeutung für die österreichische Musiklandschaft reflektiert und ihr Beitrag zu einer kritischen Gegenkultur gewürdigt. *Orange Power/Gino Pertot* Es gibt einige künstlerische Kategorien und Genres, die in der österreichischen Pop-Historie nur sehr am Rande vorkommen oder auch weitgehend inexistent sind - einfach, weil sich kaum Akteure fanden, die innerhalb ihrer Definitionsgrenzen aktiv wurden. Glam Rock etwa. Soul. Jazz Fusion. Oder Post-Punk. In gewisser Weise zählt da auch Progressive Rock, kurz: Prog-Rock, dazu. Gewiss, es gab einige Bands, die in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts internationalen Vorbildern wie King Crimson, Emerson, Lake Palmer, Genesis, Yes oder Pink Floyd nacheiferten. Am bekanntesten wurden die Linzer Eela Craig, die wir schon im Radiokolleg-Lexikon der österreichischen Popmusik vorgestellt haben. Aber auch Formationen wie Kyrie Eleison, Isaiah, Paternoster oder Klockwork Orange sind Fans des Genres noch in Erinnerung - auch, weil ihre Platten auf Sammlerbörsen ungebrochen hoch gehandelt werden. Musikalisch von der unbekümmerten Experimentierlust der Siebziger und einem unverkennbaren Epigonentum geprägt, hat Progressive Rock hierzulande keine tiefen Spuren hinterlassen. So dürfen auch die Werke der Wiener Formation Orange Power als rare und reichlich obskure, aber zeitgeschichtlich interessante Tondokumente gewertet werden. Die Band rund um den Keyboarder und späteren Studiobetreiber Peter Janda bestand von 1973 bis etwa Ende des Jahrzehnts und hatte zeitweilig auch einige prominente Namen in ihren Reihen, darunter den späteren Minisex-Gründer Rudi Nemeczek und den Gitarristen und Sänger Gino Pertot. In den 80er Jahren veröffentlichte Peter Janda unter dem Namen Orange Power nur mehr sogenannte "Library Music", die instrumentale Soundteppiche für Werbung, Film und TV lieferte. Die Geschichte dieser Formation ist auch eine der Lebens- und Überlebensbedingungen hiesiger Musikerinnen und Musiker in frühen Underground-Jahren - und gerade deswegen eine denkwürdige Fußnote im Austro-Rock-Lexikon. Gestaltung: Walter Gröbchen

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Gerhard Krammer Der Lehrer und Komponist Johann Rufinatscha Johann Rufinatscha gilt als der bedeutendste Tiroler Komponist im 19. Jahrhundert. Der 1812 im Vinschgau geborene Künstler hat neben Kammermusik, mehreren Orchesterouvertüren und einem Klavierkonzert auch sechs Symphonien geschrieben. Einige dieser Werke erklangen sogar im Wiener Musikverein. Dennoch ist das ?uvre von Johann Rufinatscha in Vergessenheit geraten. Zu Lebzeiten war der Wahlwiener ein gefragter Pianist und Lehrer. Darüber hinaus gehörte er zu der "Tafelrunde der Professoren", die sich in den 1860er Jahren um Johannes Brahms gebildet hatte, um im Hinterzimmer eines Lokals in der Wiener Innenstadt miteinander zu speisen. Johann Rufinatscha verfügte also über gute Kontakte. Dennoch legte sich im Laufe der Zeit das Interesse an seiner Musik. Möglicherweise lag es daran, dass er "ein bescheidener, vielleicht zu bescheidener Komponist" war, wie ein Musikkritiker seinerzeit meinte. Erfreulicherweise ist dieses Interesse seit einigen Jahrzehnten wieder aufgewacht.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Ex libris Nachlese Vitomil Zupan: "Menuett für Gitarre (zu 25 Schuss)". Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler. Es liest Rafael Schuchter Das Leben des slowenischen Schriftstellers Vitomil Zupan ist ebenso schillernd wie tragisch. Nach bewegten Jahren unter anderem als Berufsboxer und Gelegenheitsarbeiter schloss sich der aus Ljubljana stammende Zupan 1941 dem bewaffneten Widerstand gegen die italienischen Besatzer an. Nach der Kapitulation der Italiener kämpfte er auf Seiten des slowenischen Widerstands gegen die Deutschen. 1948 wurde ihm in Jugoslawien wegen unmoralischer Umtriebe und einem Mordversuch der Prozess gemacht. 1954 kam er frei und schrieb bis 1960 unter Pseudonym. In seinem 1975 erschienenen Roman "Menuett für Gitarre - in 25 Schuss" beschreibt Vitomil Zupan den als revolutionär verklärten Kampf der Partisanen gegen die Besatzer in einer multiperspektivischen Montage. Zwischen Chaos, brutaler Willkür und offensichtlichen Wiedersprüchen ist der Volksbefreiungskrieg in seiner Darstellung ein nackter Kampf ums Überleben - ein Krieg ohne Illusionen. Im Mittelpunkt steht der junge Bohemien und Partisan Jakob Bergant-Berk, das Alter Ego des Autors. Er reflektiert über einen Krieg, der gegen die deutschen Besatzer geführt wird, den alle Beteiligten aber im Grunde gegen sich selbst führen. In bilderstarker Sprache, voller Abschweifungen, Erinnerungen und Zeitsprüngen, folgen wir Jakob Bergant-Berk durch die kriegszerfurchte Unterkrain im Herbst 1943. Gestaltung: Peter Zimmermann

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Fritz von Herzmanovsky-Orlando: Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter Gestaltung: Stephan Pokorny An der Bahnstation Wuzelwang am Wuzel spiegelt sich der Glamour der k. u. k. Monarchie nur bedingt wider. Hier leben Bahnwärter Zwölfaxinger und seine lockige Tochter Innozentia, genannt Nozerl. Das Dasein geht beschaulich vonstatten, täglich passiert nur ein Zug, wenngleich der Zwölfuhrzug auch gerne einmal erst um halb acht am Abend kommt. Eines schönen Tages fährt ein "schlichter, doch vornehmer Reisender" per Sonderzug ein - Wolfram Berger spielt, spricht, tanzt den Teuxelsieder Franz, den Mörder Rinaldo Rinaldini und das schöne, verführerisch naive Nozerl. Er ist Dagobert Pappelberg, zwei englische Pagen, ein k. k. Doppeladler, mehrere Lämmlein, Seine Majestät der Kaiser, die Gräfin Primitiva von Paradeyser und viele andere mehr. Gemeinsam mit dem Akkordeonisten Christian Bakanic verwandelt er das Stück von Fritz von Herzmanovsky-Orlando (1877-1954), in weit mehr als ein Schmunzeln über die k. u. k. Zeit.Edition Ö1. Fritz von Herzmanovsky-Orlando: Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter Gestaltung: Stephan Pokorny

11.30 Uhr
Des Cis

mit Katharina Hirschmann. Bettina und Robert Aust versammeln auf ihrem Album Werke für Klarinette und Klavier aus der Zeit um 1900. Das Fin de siècle ist geprägt von Aufbruchs- und Endzeitstimmung. Das Schlagwort lautet Pluralismus. Diese unbändige Vielfältigkeit spiegelt sich auch in der Musik dieser Zeit wider. Da ist die sensible Musik eines Claude Debussy, dem gegenüber stehen die Werke von Alban Berg oder Igor Strawinsky - und irgendwo daneben jene des um einiges älteren Camille Saint-Saëns. Doch auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein können, findet man doch immer etwas, das Komponisten verbindet. In diesem Fall: die Werke für Klarinette. Bettina Aust hat diese nun auf einem Album versammelt und zeigt die Vielfalt der Musik um die Jahrhundertwende auf. Begleitet wird sie dabei von ihrem Bruder Robert Aust am Klavier. Das Duo besticht durch besonders dynamisches und ausdrucksstarkes Spiel.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Erdbeben in Österreich und Umgebung - Kuriosität oder Gefahr? Gast: Doz. Dr. Wolfgang Lenhardt, Leiter der Abteilung Geophysik, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Moderation: Xaver Forthuber. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79 E-Mails an punkteins(at)orf.at Am 30. März ereignete sich im Bezirk Neunkirchen im niederösterreichischen Industrieviertel das stärkste Erdbeben, das seit über 20 Jahren in Österreich gemessen wurde. Es wurde in weiten Teilen Österreichs verspürt; viele Menschen erschraken oder hatten sogar Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten. Über 12.000 Meldungen gingen bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ein. An einigen Gebäuden entstanden minimale Schäden, vor allem Risse im Verputz. Am Osterwochenende war im Raum Klagenfurt ein Erdstoß von geringerer, aber immer noch deutlich wahrnehmbarer Stärke zu spüren. Anrainerinnen und Anrainer sagten zum ORF Kärnten, man sei dort leichte Erdbeben bereits gewohnt. Immer wieder spürt man dort etwa die Auswirkungen von Beben im kroatischen Mittelmeerraum. Mit einer Magnitude von maximal 4,6 sind diese "österreichischen" Erdbeben noch relativ zahm. In Japan und Neuseeland, die in der geologisch aktiven Zone des pazifischen Feuerrings liegen, gab es allein im vergangenen Monat vier Ereignisse, die 7,0 auf der Magnitudenskala überschritten haben. Dabei werden Gebäude und Stromleitungen schon ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen, Menschen gefährdet, und Tsunamis können entstehen. Als Leiter der Abteilung Geophysik an der ZAMG steht Wolfgang Lenhardt den Medien und der Bevölkerung regelmäßig für Auskünfte und Einschätzungen zu lokalen Erdbeben zur Verfügung. Seine wissenschaftliche Arbeit umfasst etwa das Sammeln von Daten über die tektonischen Spannungen im Ostalpenraum sowie Frühwarnsysteme und Gefahrenanalysen. Dabei geht es ihm auch darum, Erdbebensicherheit stärker im Bewusstsein der heimischen Planerinnen und Planer zu verankern. Beinahe jedes vierte Gebäude in Österreich sei im Erdbebenfall schadensanfällig bzw. unsicher, meldet dieser Tage das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Zusätzlich habe sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht ausreichend mit Erdbeben auseinandergesetzt, um sich im Ernstfall richtig zu verhalten und zu schützen. Was wissen Sie über die Beschaffenheit der Erdkruste in unserer Gegend? Nehmen Sie Erdbeben wahr, und nehmen Sie sie ernst? Bei Xaver Forthuber können Sie mit Wolfgang Lenhardt sprechen: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 - kostenfrei aus ganz Österreich - oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Alte Musik im Konzert. I Barocchisti, Leitung: Diego Fasolis. Walter Zagato und Duilio Galfetti, Violine; Mauro Valli und Alessandro Palmeri, Violoncello; Davide Pozzi, Cembalo. Carl Philipp Emanuel Bach: Cembalokonzert in d-Moll Wq. 23 * Antonio Vivaldi: a) Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo in a-Moll RV 522; b) Konzert für zwei Violoncelli, Streicher und Basso continuo in g-Moll RV 531 * Johann Sebastian Bach: Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo in d-Moll BWV 1043 (aufgenommen am 27. November 2020 im Auditorio Stelio Molo in Lugano, Schweiz). Präsentation: Gerhard Hafner Antonio Vivaldi war zwar zu Lebzeiten gefeiert worden, geriet aber nach seinem Tod bald in Vergessenheit. Julius Rühlmann bezeichnete Vivaldi 1867 in einem Aufsatz als "fast ganz verschollenen italienischen Componisten". Dabei waren damals deutsche Musikforscher wie er die einzigen, die sich überhaupt für den Venezianer interessierten. Und das auch nur, weil Johann Sebastian Bach, den man gerade zum Heros der Musikgeschichte erhob, eine Reihe von Vivaldi-Konzerten für Orgel oder Cembalo bearbeitet hatte. So bot sich ein Vergleich zwischen Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach an - doch nach den Wertmaßstäben des 19. Jahrhunderts konnten Vivaldis Konzerte, die auf Fasslichkeit, Gesanglichkeit und virtuose Wirkung hin angelegt waren, nicht wirklich mit den "tiefgeistigen Arbeiten" Bachs konkurrieren. Antonio Vivaldis Einstufung als Kleinmeister geriet erst ins Wanken, als Ende der 1920er Jahre seine private Manuskriptsammlung entdeckt wurde. Dieser sensationelle Fund, der heute in der Nationalbibliothek Turin aufbewahrt wird, umfasst mehr als 300 Konzerte, 19 Opern und zahlreiche Bände geistlicher und weltlicher Vokalmusik. Erstaunlich ist aber nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Werke, die man seit einigen Jahrzehnten allmählich in ihrem eigenen Wert, unabhängig vom willkürlichen Vergleich mit Johann Sebastian Bach, zu schätzen lernt. Zwei instrumentale Preziosen aus Antonio Vivaldis Manuskriptsammlung wurden bei einem Konzert im Herbst des Vorjahres in Lugano von "I Barocchisti" zum Klingen gebracht. Außerdem setzte Diego Fasolis, der Gründer und Leiter dieses Schweizer Originalklangensembles Werke von Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Sebastian Bach auf das Programm.

15.30 Uhr
Moment

Wie wir zusammen kamen: Anna Weghuber und Sebastian Funk vom Podcast "EduFunk" Kennengelernt haben sie sich "ganz klassisch" in einer Bar. Es ist Sommer 2019, Anna Weghuber und Sebastian Funk -sie Lehrerin in Oberösterreich, er Lehrer in Nordrhein-Westfahlen - nehmen an einer Fortbildung in Amsterdam teil. Beide finden sich auf Anhieb sympathisch. "Außer einigen Litern Bier ist aber nichts gelaufen", betont Sebastian Funk. Dennoch beschließen sie noch in den Niederlanden: "Wir müssen etwas zusammen machen". Nach 100 Folgen mit wöchentlich rund 2000 HörerInnen zählt ihr Podcast "EduFunk" rund um Schule, Unterricht, digitale Medien und Apps zu den Top 3 der deutschsprachigen Bildungs-Podcasts. Getroffen haben sich die beiden seit 2019 nur noch via Webcam. Sprachliche Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich sorgen dabei regelmäßig für Lacher, anlässlich der Weihnachtsfolge hat man sogar online zusammen gekocht. Trotz der räumlichen Distanz wird viel über Privates gesprochen. Gerade deshalb "erzählen wir uns Sachen, die ich meiner Frau glaube ich, nicht unbedingt erzählen würde", verrät Sebastian Funk. Streit gab es übrigens auch schon. "Es ist so eine Art Buddy-Beziehung", findet Anna Weghuber. Ist der Lockdown vorbei steht endlich wieder ein analoges Treffen an. Bis dahin hat es sich Sebastian zur Aufgabe gemacht Anna über den Podcast zu verkuppeln. Gestaltung: Andreas Maurer Randnotizen: Alois Schörghuber

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Wie alles begann...! Rudi sinniert mit Kinderkollegen über ein Jahr Corona Rudi und Kater sind Lockdown-müde und starren den ganzen Tag an die Decke. Seit über einem Jahr beschäftigen sich alle nur mehr mit dem verflixten Coronavirus. Und jetzt ist auch noch das Wetter schirch und kalt! Alle Tage fühlen sich gleich an, findet Kater. Und Rudi kann sich oft gar nicht mehr erinnern, was er gestern gemacht hat, weil es wenig Neues gibt. Der Radiohund spricht mit den beiden Volksschülern Felix und Julian aus dem oberösterreichischen Gallspach über ein Jahr Corona und wie es ihnen damit geht. Felix: "Ja, kann ich mich noch erinnern. Zuhause lernen war ziemlich blöd. Da haben wir Wochenpläne mitbekommen und dann mussten wir zuhause lernen und konnte keine Freunde sehen." Julian: "Ja, das war wirklich blöd. Eben keine Freunde und lernen mit den Lehrern ist einfach besser, weil es ist einfach lustiger ist und geht schneller und dann kann man gleich Pause machen mit den Freunden." Gestaltung: Kathrin Wimmer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Passagen

Aprés-Ski und Pandemie Robert Weichinger im Studiogespräch mit Max Gruber über Wolfgang Bauer Am 18. März dieses Jahres wäre Wolfgang Bauer 80 Jahre alt geworden. 2005 ist er mit 64 Jahren verstorben. Wolfgang Bauer war Österreichs bester Beat-Poet, er stand mit seinem exzessiven Lebenswandel einem Kerouac oder Ginsberg in nichts nach. Seine Stücke wie "Magic Afternoon", "Change" und "Die Gespenster" sind Klassiker des modernen Theaters. Bauer war auch ein hervorragender Vortragskünstler, und er konnte auch äußerst beseelte Gedichte schreiben. Ein Gespräch mit - und ein großartiger Text zu - Wolfgang Bauer von Max Gruber in dieser Ausgabe der Passagen. Max Gruber ist promovierter Jurist, studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Wien, den USA und Frankreich, danach war er Unternehmensberater und Investmentbanker in Amerika, Asien und Europa. Es folgt eine Regie-, Autoren- und Schauspielausbildung an der USC Film School in Los Angeles. Seither freier Autor und Regisseur. Neben seiner filmischen Tätigkeit agiert Gruber als Texter, Mastermind und Frontman seines Ensembles "Des Ano".

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz. Das Debütalbum von Gazelle the Bear und Neues vom Duo Dramas "Weird Shaped Clouds" nennt sich der Erstling des österreichischen Duos Gazelle the Bear. Die Sängerin und Musikerin Ines Kolleritsch und Schlagzeuger und Komponist Julian Berann haben einander vor fast zwei Jahren gefunden und sind seitdem musikalisch so gut wie immer einer Meinung. Ihre erste Single Mai 2020 war mehr als vielversprechend und mit ihrem Debüt haben sie das nun eingelöst. Einflüsse aus Jazz, Pop und R'n'B vermischen sich mit der souligen Stimme von Ines Kolleritsch, die davor in anderen Bandprojekten aktiv war. Ebenso wie Julian Berann, der neben anderem am Burgtheater als Perkussionist engagiert war. Gemeinsam darf alles sein, aber nichts muss. Gefühlsschwangere Texte ebenso wie gesellschaftspolitische Statements. Die 80er-Jahre waren stilprägend für ihr zweites, selbst betiteltes Album "Dramas", erzählen Viktoria Winter und Mario Wienerroither. Es war ihr Wunsch sich frei durch unterschiedliche Stile zu bewegen, sich nicht einschränken zu lassen und damit vor allem einer Schubladisierung vorzubeugen. Mit ihrem Debüt "Nothing is permanent" im Jahr 2018 hat sich das österreichische Duo quer durch die Indie-Hitlisten Europas gespielt und Einladungen zu Festivals abgeräumt. Das vergangene Jahr nutzten die beiden, um ihr fast fertiges zweites Album noch einmal neu zu denken, sodass komplett neue Songs entstanden, die ein abwechslungsreiches Stimmungsbild zeichnen.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Die erste Weltumseglung unter dem Kommando von Ferdinand Magellan mit: Christian Jostmann, Historiker und Publizist Gestaltung: Caroline Wolf Über einen Freund erfuhr Ferdinand Magellan vom Reichtum der "Gewürzinseln", den heutigen Molukken. Weil sein Heimatland Portugal ihn nicht unterstützte, stach er am 20. September 1519 mit fünf Schiffen und rund 250 Mann in See, um die Inseln zu finden. Der Vertrag von Tordesillas teilte die damalige Welt in eine spanische und portugiesische Hemisphäre. Die Lage der "Gewürzinseln" war aber umstritten. Um nicht in den portugiesischen Machtbereich einzudringen, wählte Magellan die Westroute. Er war überzeugt davon, einen Wasserweg zwischen dem Atlantischen- und dem Pazifischen Ozean zu finden. Erst nach Schiffsverlusten, Meutereien und einer mühevollen Überwinterung durchquerte er an der Südspitze Amerikas eine enge Wasserstraße - die heute nach dem Entdecker benannte "Magellanstrasse". Von dort dauerte es, quer über den Pazifik, mehr als drei Monate bis die verbliebenen drei Schiffe wieder Land entdeckten. Bei Christianisierungsversuchen auf den Philippinen wurde der streng gläubigen Ferdinand Magellan am 27. April 1521 getötet. Fast eineinhalb Jahre später torkelten 18 Mann, die Reste seiner Armada, in Spanien an Land. Sie waren die Überlebenden der ersten Weltumsegelung. Als Beute brachten sie 26 Tonnen Gewürze mit.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Der weltweite Trend zu XXL-Schiffen hält an. Gestaltung: Astrid Plank Der Unfall der "Ever Given" im Suezkanal hat der staunenden Öffentlichkeit vor Augen geführt, wie sehr der internationale Warenverkehr von riesigen Containerschiffen abhängig ist. Wenn eines von ihnen ausfällt oder gar eine wichtige Wasserstraße verstopft, gerät der weltweite Handel rasch ins Stocken. Einige tausend dieser Schiffe sind auf den Weltmeeren unterwegs, die größten davon können über 20.000 Container mit Waren aller Art rund um die Welt transportieren, und noch ist keine Grenze nach oben erreicht. Gemessen an den CO2-Emissionen pro transportierter Tonne sind die Monsterschiffe sogar die umweltfreundlichsten Transportmittel - verglichen mit Flugzeug, LKW und Zug. Allerdings stoßen sie auch viele schädliche Stoffe wie Schwefel- oder Stickoxide aus - ein Umstieg auf umweltfreundlichere Antriebsarten ist bei den Stahlriesen aber nicht so leicht. Wie sinnvoll ist es überhaupt, dass Unmengen von Waren und Fertigungsbestandteilen für die Industrie zwischen Asien, Europa und Amerika hin- und hergeführt werden? Wo ist die vielbeschworene Eindämmung der Globalisierung nach der Corona-Pandemie geblieben? Schifffahrts- und Umweltexperten, Hafenmanagerinnen und Wirtschaftsfachleute geben Auskunft.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Konzernverantwortung Mit Lieferkettengesetzen gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung Von Alexander Behr Es ist ein offenes Geheimnis, dass manche europäische Unternehmen von Menschenrechtsverletzungen profitieren, die entlang ihrer Lieferketten begangen werden. In nahezu jeder Tafel Schokolade steckt Kinderarbeit, nahezu jedes Handy oder Auto enthalten Rohstoffe, bei deren Abbau Menschenrechte verletzt werden. Der 24. April 2013 markiert diesbezüglich einen drastischen Wendepunkt in der Diskussion um die Verantwortung der Konzerne: Nach einem verheerenden Brand in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch sterben mehr als tausend Menschen. Nach diesen schrecklichen Ereignissen stieg der gesellschaftliche Druck, westliche Unternehmen für Verbrechen haftbar zu machen, von denen sie profitieren. Seitdem haben die Debatten um einklagbare menschenrechtliche Pflichten für Unternehmen an Schwung aufgenommen. Auf UN-Ebene und in der EU wird intensiv über Konzernverantwortung diskutiert. Auch in Österreich mehren sich die Stimmen für ein Lieferkettengesetz.

19.30 Uhr
On stage

Little Rosies Kindergarten live im Wiener RadioKulturhaus Das 13-köpfige Kollektiv Little Rosies Kindergarten hat als eine Art All-Star-Ensemble der jungen Wiener Jazzszene von sich reden gemacht. Im Dezember 2020 erschien die zweite CD "Jeder gegen jeden", für deren Kompositionen die Saxofonist/innen Lisa Hofmaninger und Werner Zangerle, Vokalistin Anna Widauer, Cellist Clemens Sainitzer, Bassist Philipp Kienberger sowie Schlagzeugerin Judith Schwarz verantwortlich zeichnen. Ein Werk zwischen vielschichtig-dunklen Klangtableaus, grooviger Improvisation, orgiastischen Eruptionen und unbekümmerten Stilbrüchen - und mit Sprecher Christian Reiner als Gast. Reiners erratische, assoziationsträchtige Textimprovisationen werden auch zu hören sein, wenn die Musik von Little Rosies Kindergarten heute live und direkt aus dem Großen Sendesaal im Wiener RadioKulturhaus übertragen wird. Gestaltung: Verena Göltl

21.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Im Innersten Von Kerstin Tretina Gestaltung: Stephan Pokorny Vermutlich seit Jahrtausenden werden sie von Menschen in unterschiedlichsten Kulturkreisen geschildert: Erfahrungen des Einsseins mit der göttlichen oder höchsten Wirklichkeit, Erfahrungen der Ergriffenheit, der Erleuchtung. Mystische Elemente spielen in den spirituellen Wegen aller Traditionen eine Rolle, durch die Religionsgeschichte hindurch einmal mehr und einmal weniger, je nach soziokulturellem, historischem Kontext. Die vier Folgen aus der Ö1-TAO-Reihe "Im Innersten - Mystik in den Religionen", die auf dieser Produktion der Edition Ö1 zu finden sind, rücken je eine religiöse Tradition in den Mittelpunkt: Judentum, Christentum, Islam, indische Religionen. Sie sollen nicht nur Einblicke in heute mitunter oft versteckte spirituelle Traditionen geben, sondern auch zum Nachdenken und Überdenken von konstruierten religiösen Gegensätzen und Feindbildern anregen.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Epikur und Epidemie. Philosophische Handreichungen für eine kranke Welt (1). Gestaltung: Günter Kaindlstofer Das ABC der Speisepflanzen. E wie Erbse, F wie Fenchel, G wie Gerste, H wie Hanf (1). Gestaltung: Ilse Huber, Renate Pliem, Kim Shirin Cupal Lexikon der österreichischen Popmusik. Orange Power/Gino Pertot, The Moreaus, Rainhard Fendrich, Sigrid Horn (1). Gestaltung: Walter Gröbchen, Stefan Trischler, Stefan Niederwieser

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Wolfgang Rihm und sein "Stabat Mater" mit Christian Gerhaher und Tabea Zimmermann Eine Singstimme und ein Instrument, mehr ist nicht nötig. Bloß für Bariton und Viola ist Wolfgang Rihms "Stabat Mater" komponiert, das im September 2020 in Berlin uraufgeführt wurde: durch Widmungsträger von hervorragendem Rang, nämlich Tabea Zimmermann und Christian Gerhaher. Wenige Tage später haben die beiden das Werk in München nachgespielt, nachgesungen, neu durchlebt - immerhin behandelt die mittelalterliche und seither durch alle Epochen immer wieder vertonte Dichtung den Schmerz Mariens unter dem Kreuz. Der BR-Mitschnitt von der Saisoneröffnung der traditionsreichen Reihe "musica viva" im Prinzregententheater (vor einem Publikum, das pandemiebedingt nur ein Fünftel der Plätze füllen durfte) steht im Zentrum einer Sendung, die Schlaglichter auf Rihms jüngeres Schaffen wirft. Schon vor zwanzig Jahren wurde er als der "allerletzte Großkomponist" bezeichnet: Wolfgang Rihm trägt es sowohl mit Fassung wie auch mit dem ihm eigenen Format, dieses bedenkenswerte Etikett, das ihm damals der bedeutende Musikpublizist Hans-Klaus Jungheinrich zugedacht hat - womit er den gebürtigen Karlsruher übrigens in die Nachfolge von Hans-Werner Henze einreihte. "Für mich ist Kunst eine andere Form von Atmung, von Hingabe, von Erschrecken und Umarmung und Schönheit und Furcht, von Erhabenem und Niedrigem in unauflöslicher Mischung", stellte Rihm einmal fest. Jahrgang 1952, wurde der Schüler von Fortner, Stockhausen und Klaus Huber Anfang der 1970er zum auffälligsten Vertreter einer jungen Generation, die gegen die Vorgaben der seriellen und postseriellen Schule aufbegehrte: "Uns muss es schütteln vor Energie, oder wir müssen lautlos sein vor Leere, dann sind wir Komponisten", schrieb er emphatisch. In Misskredit geratenen Kategorien wie "Gefühl" und "Innerlichkeit" half der ebenso wortgewaltige wie fleißige Rihm in der Folge mit einer intuitiv-emotional wirkenden Tonsprache wieder auf die Sprünge, die mit besonderer Rücksicht auch auf die ältere Musikgeschichte formuliert war. Etikettierungen wie "Neue Ausdrucksmusik" oder "Neoromantik" tat er freilich stets ab. Anders als Pierre Boulez, in dessen Schaffen verschiedene Werkfassungen zu einem Ideal als Ziel fortschreiten, generieren bei Rihm ältere Werke und Werkteile immer wieder neue, gleichberechtigte "Zustände", in denen Früheres partiell "überschrieben" und in neue expressive Zusammenhänge verwoben wird. Gestaltung: Walter Weidringer

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Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)

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Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten