Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Live-zeitversetzt aus der MET - Jules Massenet: "Werther"

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

U. a. mit dem Beitrag: Die Kirche im Dorf - Christentum in Aserbeidschan Vor 200 Jahren gab es viele deutschsprachige Menschen in Aserbaidschan. Um 1820 entwickelten sich auch Dörfer mit deutsch geprägter Architektur und die Familie Nobel hatte gute Verbindungen in das Land. Christliche Gemeinschaften entwickelten sich schon in den ersten Jahrhunderten nach dem Wirken Jesu, etwa die Kirche in dem Dorf Quba - in der umliegenden Region werden berühmte Teppiche geknüpft. Die erste Kirche im Kaukasus in der Stadt Scheki hat heute noch ihre Pforten offen und auch in Baku gibt es viele Kapellen. Hans Groiss bereist im Rahmen des Ö1-Schwerpunktes NEBENAN: Erkundungen in Europas Nachbarschaft - Aserbaidschan die historische und gelebte christliche Glaubensgemeinschaft in diesem Land mit neun Klimazonen.

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"Wunderlich in Ahnung ruht die Welt". Michael Dangl liest Vorfrühlingsgedichte. Von der erwartungsprallen Stille der Bäume, dem Tod als Vergangenheit, den ungenauen Zärtlichkeiten des Raums, von lange geöffneten Fenstern und dem Eintauchen ins Imaginäre - der Vorfrühling in Gedichten von Christian Morgenstern, Paul Gurk, Rainer Maria Rilke, Robert Gernhardt, Paul Boldt, Arno Holz, Alexander von Bernus, Max Dauthendey und Georg Heym. Dazu Musik von Richard Strauss, Joseph Marx, Camille Saint-Saens, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Christian Sinding und Wolfgang Amadeus Mozart. Gestaltung: Edith Vukan und Beate Linke-Fischer

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

Achtsamkeit in der Krise - die Autorin und Journalistin Ursula Baatz

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Alpenüberquerung "light": Entspannt von Bayern nach Meran. Eine sechstägige Wandertour mit Tagesrucksack und viel Zeit für Erkundungen. Zum kleinsten Hochgebirge der Welt - die Hohe Tatra im Süden Polens. Alpenüberquerung "light": Entspannt von Bayern nach Meran. Eine sechstägige Wandertour mit Tagesrucksack und viel Zeit für Erkundungen. Sechs Tage lang wird entspannt und mit Tagesrucksack gewandert, übernachtet wird in komfortablen Hotels: Auf einer Alpenüberquerung "light" können sich auch weniger geübte Wanderer den Traum erfüllen, Europas größtes Gebirge zu Fuß zu bezwingen, von Bayern quer durch Tirol nach Italien. Die Königsetappe verläuft - mit einem Blick ins Schweizer Engadin - hoch über dem Reschenpass nach Südtirol. Das gemächliche Wandertempo lässt Zeit für Erkundungen, etwa für eine Bootsfahrt zum Kirchturm im Reschen-Stausee oder eine ausführliche Runde auf den Waalwegen über dem Dorf Schluderns. Im Vinschgau begleiten riesige Apfelplantagen und malerische Burgen die Wanderer. Über den Tappeinerweg geht es schließlich hinab ins Zentrum des Kurstädtchens Meran, wo bereits ein Hauch des Südens in der Luft liegt. Stefan Spath hat sich für Ambiente auf die panoramareiche Tour über die Alpen begeben. Zum kleinsten Hochgebirge der Welt - die Hohe Tatra im Süden Polens. Diese Wanderreise beginnt am Wiener Hauptbahnhof - mit dem Zug geht es ins südpolnische Zakopane am Fuß der Hohen Tatra. Das einst ärmliche kleine Dorf mit seiner Holzarchitektur der "Goralen" entwickelte sich schon im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Kurort, einem Touristen- und Künstlerort. Heute ist Zakopane ein durch und durch modernes Zentrum des Sommer- und Wintertourismus, ausgestattet mit allem, was ein anspruchsvoller Skiurlauber oder Bergwanderer braucht. Und Zakopane bedeutet vor allem eines: die Tatra. Der "Österreich-Pole" Andreas Scheiterbauer ist ein genauer Kenner der Region. Auf die Gipfel des "kleinsten Hochgebirges der Welt" führt er ebenso wie in die Höhlen der Belaer Tatra oder zu kulturellen Highlights wie der Holzkirche von Debno. Und dazwischen geht es mit Flößern auf dem Dunajec durch eine Karpatenschlucht. - Kristina Pfoser hat sich für "Ambiente" auf den Weg gemacht.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Matinee

NDR Radiophilharmonie, Dirigent: Andrew Manze; Martha Argerich, Klavier; Shin-Heae Kang, Klavier. Maurice Ravel: La valse * Francis Poulenc: Konzert für zwei Klaviere d-Moll * Zwei Zugaben der Solistinnen: Darius Milhaud: Braziliera aus "Scaramouche" * Sergej Rachmaninow: Pâques aus der Suite Nr. 1 g-Moll op. 5 (Fantaisie tableaux) * Richard Strauss: Suite aus "Der Rosenkavalier" op. 59 * M. Ravel: Boléro (aufgenommen am 10. Jänner im Kuppelsaal in Hannover)

11.50 Uhr
(in der Pause) Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.10 Uhr
Matinee

NDR Radiophilharmonie, Dirigent: Andrew Manze (aufgenommen am 10. Jänner im Kuppelsaal in Hannover)

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz

Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Bernhard Fellinger raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m. Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen Ende Juni in einer öffentlichen Superchampions-Runde um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen, konkret um eine Nilkreuzfahrt ins alte Ägypten. Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter: oe1.orf.at/quiz/anmeldung

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Menschenbilder

Friede ist mehr als das Schweigen der Waffen - Vera Grabe Loewenherz, ehemalige Guerilla-Kämpferin und Friedensaktivistin Vera Grabe Loewenherz, geboren 1951 in Bogotá, ist Anthropologin, Politikwissenschafterin und Autorin; sie war Diplomatin, Abgeordnete zum kolumbianischen Kongress und Senatorin - und davor Mitbegründerin der Guerilla-Bewegung M-19. Ihre Eltern, aus Deutschland stammend, wollten nach dem Zweiten Weltkrieg in Kolumbien ein neues Leben beginnen. Vera Grabe Loewenherz erlebte eine behütete Kindheit, aber als sie an der Alphabetisierung in Armenvierteln mitwirkt, auch die extremen sozialen Gegensätze in Kolumbien. Nach den Wahlen am 19. April 1970, die viele als gefälscht und Scheitern des demokratischen Wegs sehen, wählt Vera Grabe Loewenherz den Kampf in der Guerillaorganisation Movimiento 19 de abril, kurz M-19. Nach der Besetzung des Justizpalasts 1985 mit vielen Opfern und schwindendem Rückhalt in der Bevölkerung handelt die Organisation einen Friedensvertrag aus und wird zur politischen Partei. Vera Grabe Loewenherz wird in den Kongress, später Senat gewählt. Mit ihrer Partei, der Demokratischen Allianz M-19, arbeitet sie maßgeblich an der kolumbianischen Verfassung von 1991 mit. Als Autorin, Pädagogin und Aktivistin der Organisation Observatorio de la Paz (Friedensobservatorium) setzt Vera Grabe Loewenherz sich seither für Frieden ein, verstanden als Ende der Gewalt auch in der politischen Diskussion und Rhetorik, so wie der Gewalt im Alltag, in sozialen Beziehungen und Familien: In diesem Sinn sei Friede revolutionär. In zwei Büchern hat Vera Grabe Loewenherz die Geschichte der Organisation M-19 und eigene Erinnerungen festgehalten, sie handeln unter anderem vom Cellospiel, eine Leidenschaft in jungen Jahren - und von der schmerzlichen Trennung von ihrer Tochter, geboren zur Zeit des Kampfes im Untergrund.

14.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Westernhelden Gestaltung: Stephan Pokorny Die Geschichten um Butch Cassidy und Sundance Kid, um Doc Holliday, Jesse James und andere sind amerikanischer Mythos. Waren es in der Antike die Rhapsoden, die in ihren Gesängen die Heldengeschichten verbreiteten, so besorgt in unserer Zeit hauptsächlich der Film dieses Geschäft. Diese »Helden« sind einerseits ewige Vorbilder für den Willen zur Selbstbehauptung, andererseits sind sie die Gespenster, die aus der kollektiven Erinnerung an das Trauma des amerikanischen Bürgerkriegs aufsteigen. Wie bei allen Mythen löste sich auch bei diesen Geschichten irgendwann die Erzählung von der streng biografischen Wahrheit. Michael Köhlmeier erzählt von den nicht allzu bekannten Seiten der »Westernhelden«, kongenial begleitet von Hans Theessink, der dazu Passendes von Bob Dylan bis zu Eigenkompositionen beisteuert. Ein Mitschnitt aus dem Radiokulturhaus Wien vom März 2019.

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

Das Wiener Staatsopernmagazin. Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper. Gestaltung: Michael Blees

16.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen Moderation: Peter Zimmermann Von klassischen und schwierigen Lektüren Jens Malte Fischer: Karl Kraus. Der Widersprecher, Biografie, Zsolnay Verlag Martina Wied: Das Asyl zum obdachlosen Geist, Roman, Milena Verlag Ulrich Becher: New Yorker Novellen, Schöffling Co Edgar Lee Masters: Die Toten von Spoon River, Jung Jung Verlag Andreas Wang: Lob der schwierigen Lesart: Streifzüge durch unlesbare Bücher, Matthes Seitz Verlag Gespräch mit dem Autor

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

"Slowhand" Eric Clapton zum 75. Geburtstag Morgen feiert der legendäre britische Gitarrist und Sänger Eric Clapton seinen 75. Geburtstag. Der 17-fache Grammy-Gewinner und einziges dreifaches Mitglied der "Rock 'n' Roll Hall of Fame" (mit den "Yardbirds", "Cream" und als Solokünstler) hat ein bewegtes Leben hinter sich. Den Beinamen "Slowhand" hat Clapton auch deshalb bekommen, weil er es von Anfang an vorgezogen hat, lieber ausdrucksvolle und strukturierte Gitarrensoli zu spielen als vordergründige virtuose Feuerwerke abzubrennen. Von den Beatles bis hin zu dem Jazztrompeter Wynton Marsalis hat Clapton mit vielen wichtigen Musikerpersönlichkeiten Aufnahmen gemacht. "Spielräume spezial" salutiert vor einer Rockikone. Gestaltung: Klaus Wienerroither

17.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Konstantin Wecker Solo Gestaltung: Stephan Pokorny "Poesie und Musik können vielleicht die Welt nicht verändern, aber sie können denen Mut machen, die sie verändern wollen." Dies ist und bleibt der Wunsch des Liedermachers Konstantin Wecker. Sein Solo, das im April 2017 im Rahmen von "Kabarett direkt" aufgezeichnet wurde, beinhaltet neben musikalischen Klassikern wie "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist" und "Genug ist nicht genug" auch eine Reihe neuer Songs des bekennenden Pazifisten, Ausschnitte aus seinen Texten, gelesen vom Autor - und eine Premiere: "Willy", zum ersten Mal live Solo mit Klavier.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

Die Ressource Schrott und ihre Aufbereitung Die Bestandteile von Autos, Kühlschränken und elektronischen Geräten werden in Zeiten steigender Metallpreise recycelt. In einem Schredder zerschlagen kleine Hämmer die großen Geräte zu kleinen Stücken, die sortiert und anschließend verkauft werden. Schrott ist eine wertvolle Ressource, das aufwändige Trennen der Bestandteile rentiert sich. Damit Geräte dem österreichischen Abfallwirtschaftsgesetz entsprechen, müssen sie recyclebar und daher zerlegbar sein. Die Wiederverwertung beginnt also schon bei der Planung neuer Geräte und Fahrzeuge. Auf den Spuren des Alteisens: zwischen Schrottplatz, Sortierhalle und Planungsbüro. Gestaltung: Matthias Däuble und Johanna Steiner

18.55 Uhr
Magazin des Glücks

Von und mit Franz Schuh

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

Ildir Baydar: "Ghettolektuell" Gestaltung: Bernhard Fellinger. "Dorfer hat frei", Ausgabe 2 Ildil Baydar ist eine deutsche Schauspielerin und Kabarettistin. Ihre Kunstfiguren sind die Berlinerin Gerda Grischke und die 18-jährige Kreuzberger Türkin Jilet Ayse. Im Dezember 2011 schlüpfte sie auf YouTube in die Rolle ihrer beiden Protagonistinnen und stellte sie in Videos vor. Nachdem sie die Millionenklickgrenze durchbrochen hatte, entwickelte sie 2014 ihr erstes abendfüllendes Comedy-Programm. Seitdem tritt sie in verschiedensten Kabarett- und Comedy-Sendungen im Fernsehen auf und spielt in ihrer Rolle als Jilet Ayse in diversen Internetformaten. Angesichts der derzeit verordneten "Bühnenabstinenz" macht sich Alfred Dorfer Gedanken über das Leben des Kabarettisten abseits des Bühnenalltags. Was machen Kabarettisten jetzt mit jenen Ideen, die sie bislang spontan in ihren Programm verarbeitet haben? "Satire ist nichts für Stümper" meint Alfred Dorfer und nützt die Auszeit dafür, über sein Genres, dessen Protagonisten die Welt nachzudenken.

19.30 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

19.33 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

"Killah Tofu" interpretiert Miles Davis' "Bitches Brew" Am 30. März 1970 wird ein richtungsweisendes Doppelalbum des Trompeters Miles Davis veröffentlicht: "Bitches Brew" wird häufig fälschlicherweise als erste Rock-Jazz-Platte überhaupt bezeichnet, ist aber definitiv ein einflussreiches Tondokument. Davis verarbeitet Elemente der Musik von James Brown und Sly Stone, die Kompositionen entstehen in lockeren, ergebnisoffenen Aufnahmesessions. Das Wiener Trio "Killah Tofu", bestehend aus Keyboarder Aaron Steiner, E-Bassist Joachim Huber und Schlagzeuger Michael Naphegyi, verstärkt sich mit dem Saxofonisten Lukas Schiemer zu einem Quartett und interpretiert einerseits Tracks aus diesem epochalen Album. Andererseits lässt sich der Vierer zu Eigenkompositionen im Geiste von "Bitches Brew" inspirieren. Gestaltung: Klaus Wienerroither

20.15 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Meister und Margarita. Michail Bulgakows Opus Magnum. Feature von Julia Reuter Eine mysteriöse Teufelsfigur namens Woland erscheint im Moskau der 1930er Jahre und sorgt dort gehörig für Aufregung und Verwirrung. Die komplexe Handlung von "Meister und Margarita" lässt sich schwer zusammenfassen, sie erstreckt sich über unterschiedliche Zeitebenen, wechselt laufend Perspektiven, spielt mit Realität und Fantasie. Der Autor dieses Werks, Michail Bulgakow, war zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (1966/67) bereits fast 30 Jahre tot. Um die Entstehung des Romans, den Bulgakow auch als politische Satire geschrieben hat, ranken sich zahlreiche Mythen. Sein Inhalt enthält literarische Referenzen wie zum Beispiel auf Goethes "Faust", inspirierte zu unzähligen Interpretationen und Mick Jagger zum Rolling-Stones-Hit "Sympathy for the Devil". Die Tonspuren gehen dem Mythos "Meister und Margarita" auf den Grund.

21.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Vor 50 Jahren veröffentlicht: Miles Davis' "Bitches Brew" Da ist es also endlich, das nächste ikonische Miles-Davis-Album: nach "Milestones" von 1958, das dieser Sendereihe im Ö1 Kunstsonntag den Namen gespendet hat, sowie dem Soundtrack zum Louis Malle-Film "Ascenseur pour l'échafaud" (1957) nun das monumentale "Bitches Brew", erschienen im März 1970, also vor genau einem halben Jahrhundert. Eine Doppel-LP, die mit ihren langen Stücken nicht nur zeitlich den Rahmen sprengt; auch klanglich erschließen Miles Davis und seine 14 Mitstreiter (nach den ersten Vorstößen auf dem Vorgängeralbum "In a Silent Way" von 1969) weiteres Neuland für den Jazz: rhythmusbetonte, orchestrale Klänge mit elektrifiziertem Instrumentarium, der Einsatz von Bass, Schlagzeug und Keyboards in Mehrfach-Besetzung und Elemente aus Rock, Funk und Latin - das ergab Musik, die bei Erscheinen des Albums einerseits auf verständlichen Widerstand bei Puristen stieß, andererseits aber auch von vielen als die längst fällige Wiederbelebung oder Neuerfindung des seit dem Siegeszug der Rockmusik zumindest in kommerzieller Hinsicht oft totgeglaubten Jazz gefeiert wurde. Gestaltung: Michael Neuhauser

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

"Amalia und Amelie. Oder: Wie ich lernte, neben mir zu stehen. Monolog für zwei Lebensalter." Von Sonja Harter. Es lesen Elisabeth Orth und Silvia Meisterle. Gestaltung: Edith-Ulla Gasser Eine alte und eine junge Autorin. Eine, von der bis jetzt noch nichteinmal jemand weiß, dass sie schreibt. Und eine, die schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit ist. Beide sind hochsensibel, beide fühlen sich immer wieder von ihrer Umwelt bedrängt. Die steirische Autorin Sonja Harter lässt in ihrem Doppelmonolog zwei weibliche Biografien einander begegnen. Als Vorbild für die ältere Figur der "Amalia" nennt Sonja Harter die Dichterin Friederike Mayröcker. Elisabeth Orth leiht der "Amalia" für diese Sendung die Stimme, die jüngere Figur der "Amelie" wird von Silvia Meisterle gelesen. Erstsendung: 18.April 2016

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

22.08 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended

Neue und experimentelle Musik aus Aserbaidschan (5). Die Musik von Faradsch Karajewitsch Karajew Ein "Zeit-Ton"-Portät des 1943 in Baku geborenen Komponisten Faradsch Karajewitsch Karajew. Gestaltung: Gerhard Krammer

22.55 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Abenteuer von Udo Moll Das Hörstück Abenteuer befasst sich mit einem relativ neuen Genre von Computerspielen, den so genannnten "audio games". Ursprünglich als Spiele für Menschen mit Sehbehinderung und blinde Spieler konzipiert, haben diese Spiele in den letzten Jahren auch außerhalb der blinden gamer-community an Popularität gewonnen. Ihre erste Blütezeit hatten die audio games, als Mitte der 1970er Jahre die ersten Computerspiele überhaupt auftauchten. Diese waren rein textbasiert, da Computer damals noch keine Grafiken darstellen konnten. Das Erste dieser Text-Spiele, das dem ganzen Genre auch seinen Namen gab, war "Adventure" (auch bekannt als ADVENT oder Colossal Cave Adventure), das 1976 von Will Crowther geschrieben und erstmals im ARPANET, dem militärisch-akademischen Vorläufer des World Wide Web, veröffentlicht wurde. Da all diese frühen Text-Adventures fast ohne grafische Darstellung auskamen waren sie für sehbehinderte Spieler und Spielerinnen relativ gut zugänglich: es mussten ja lediglich die Texte durch Text-to-Speech-Systeme in gesprochene Sprache übertragen werden. Dies änderte sich natürlich, als die Computer schneller wurden und die Spiele immer mehr grafische Elemente und Videosequenzen verwendeten. Von da an entstand innerhalb der Bilnden-Community eine lebendige Untergrundszene von Hackern und Programmierern, die begannen, ihre eigenen Spiele zu programmieren oder versuchten, bestehende Videospiele zu modifizieren und anzupassen. Seit kurzem interessieren sich einige kleine Spielehersteller wieder für audio games und versuchen, einen Markt für ihre Kreationen zu finden. Die meisten Spiele dieser neuen Generation klingen wirklich professionell und werden mit viel Liebe zum Detail produziert. Von der Darstellung nicht zu sehender Vorgänge durch Sprache und Klang bei den audio games hin zur sprachlichen Beschreibung klingender Phänomene durch Dichtung ist es nur ein kurzer Weg. Der Barockdichter Georg Phillip Harsdörffer veröffentlichte 1647 sein Hauptwerk "Poetischer Trichter oder Die Teutsche Dicht- und Reimkunst/ ohne Behuf der Lateinischen Sprache/ in VI Stunden einzugiessen. Samt einem Anhang Von der Rechtschreibung / und Schriftscheidung/ oder Distinktion". Die für Abenteuer aus dem "Trichter" ausgewählten Passagen beschäftigen sich mit den mannigfaltigen onomatopoetischen Möglichkeiten, Klänge aus der Natur und der Tierwelt zu beschreiben. Ein weiterer Aspekt des Stückes ist die Geschichte der computergestützten Sprachsynthese. Der momentane Höhepunkt dieser Entwicklung ist das neue "Google-Cloud-Text-zu-Sprach-Synthese"-System, das auf künstlicher Intelligenz basiert und extrem naturalistische Ergebnisse in unterschiedlichsten Sprachen produziert. Im letzten Teil des Stückes werden die berühmten Eröffnungssequenzen des ersten Text-Abenteuers "Colossal Cave Adventure" von den gleichen Google Cloud-Stimmen, aber diesmal mit deutschen Sprechern, gesprochen. Obwohl die Verständlichkeit der Sprache selbst extrem gut ist, sind wir hier immer noch verwirrt, denn die Kommunikation mit den Textparsern, die von den frühen Text-Adventures verwendet werden, ist ziemlich schwierig: das Vokabular, das die Maschine versteht, ist sehr limitiert.

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Ursula Strubinsky dazw. 3:00 Uhr Nachrichten