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Klassik-Pop-et cetera
Am Mikrofon: Dirigent, Organist und Cembalist Ton Koopman Auch mit 81 Jahren jettet der Barock-Spezialist zu Konzerten um die Welt. Sein Maßstab bis heute: das Musizieren aus dem Herzen. Wenn Ton Koopman Barockmusik auf dem Cembalo spielt, fühle er sich wie der Schlagzeuger im Orchester. Kein Wunder, denn sein Vater war Jazzschlagzeuger. Statt zum Jazz fühlte sich Ton Koopman schon als Kind zur Musik von Johann Sebastian Bach hingezogen. Mit seinem Amsterdam Baroque Chor und Orchester spielte er sämtliche Bach-Kantaten auf CD ein. Geboren wurde Ton Koopman 1944 in der niederländischen Stadt Zwolle. Bis heute gilt er als führender Vertreter der historischen Aufführungspraxis. In "Klassik-Pop-et cetera" erzählt er von musikalischen Weggefährten wie Jordi Savall und Klaus Mertens, über die Begeisterung seiner Tochter für den Jazz und gemeinsame Konzerte mit seiner Frau, der Cembalistin Tini Mathot.
Gesichter Europas
Frauen im Fürstentum - Der lange Kampf um Frauenrechte in Liechtensteinvon Von David Ehl und Katharina Peetz In Liechtenstein dürfen Frauen erst seit 1984 wählen. Das Alpenland war damit der letzte europäische Staat, der das Frauenwahlrecht eingeführt hat. Seit April 2025 steht nun erstmals eine Frau an der Spitze der Regierung, die Ministerpräsidentin Brigitte Haas. Doch vieles andere läuft im Fürstentum wie ehedem: Der Monarch besitzt ein Vetorecht in der Gesetzgebung und eine klare Trennung zwischen Staat und katholischer Kirche existiert nicht. Und doch gibt es Bewegung in der Gesellschaft - aktuell kämpft etwa eine Initiative für die Liberalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Wo steht Liechtenstein in Sachen Gleichstellung, wer setzt sich für Veränderungen ein und wer will traditionelle Rollen lieber aufrechterhalten? Erkundungen in einem der kleinsten Staaten der Welt.
Hörspiel
Ein Geschäft mit Träumen Von Ingeborg Bachmann Bearbeitung, Regie: Heinz von Cramer Mit: Charles Wirths, Gertrud Kückelmann, Wolfgang Kieling, Ernst Jacobi, Stefan Worbes, Alois Garg, Günther Boehnert, Maria Krasna, Laila Freer, Wiltrud Fischer, Maria Barring, Horst Michael Neutze, Erwin Schastok, Susanne Flury, Joachim Johannsen, Alwin Joachim Meyer, Karl Renar Deutschlandfunk 1975 Länge: 66'02 Nach Feierabend gerät der Angestellte Laurenz in ein Geschäft, in dem es Träume zu kaufen gibt. Träume, in denen man die Wünsche und Nöte, die Ängste und Hoffnungen des Alltags kompensieren kann. "Träume kosten viel Geld, manche viel Zeit." Der Büroangestellte Laurenz, eine gründliche, penible Natur, dienstbeflissen und angepasst an die Wünsche seiner Kollegen und Vorgesetzten, gerät eines Tages nach Büroschluss in einen Laden, in dem eine seltsame Ware angeboten wird: Träume. Laurenz erlebt in den Träumen sein eigenes Dasein so, wie ein Kinogänger Filme erlebt. Erst im dritten Traum erkennt er sich wieder. Doch was er hier wagt, das verwehrt er sich im Alltagsleben: Er gesteht seiner Bürokollegin Anna seine Liebe. Das erste Original-Hörspiel von Ingeborg Bachmann. Ein Geschäft mit Träumen
Atelier neuer Musik
Cluster, Collage, Kontrapunkt Bach-Spuren im Schaffen von Ruth Zechlin Von Klaus Gehrke Zweifellos ist Ruth Zechlin die bedeutendste deutsche Komponistin ihrer Generation. 1926 im sächsischen Großhartmannsdorf geboren, studierte sie in Leipzig ab 1943 bei Johann Nepomuk David, Karl Straube und Günther Ramin. Georg Knepler holte sie 1950 als Dozentin nach Berlin, Rudolf Wagner-Regeny und Hanns Eisler waren dort ihre Kollegen. 1969 wurde Ruth Zechlin Professorin für Komposition an der neu gegründeten Berliner Hochschule "Hanns Eisler". In ihrem eigenen Schaffen verarbeitete sie Techniken der damaligen Avantgarde, setzte sich aber ebenso mit der Kontrapunktik Johann Sebastian Bachs auseinander. Bach war für sie einerseits ein Orientierungspunkt in den kulturpolitischen Stürmen in 40 Jahren DDR - zum anderen blieb er durchaus ein Maß für ihre spätes kirchenmusikalisches Schaffen in Bayern.
Lange Nacht
Literatur schlägt Leben Eine Lange Nacht über Ingeborg Bachmann Von Helmut Böttiger Regie: Vera Teichmann Ingeborg Bachmann, die vor hundert Jahren am 25 Juni 1926 geboren wurde, gilt als eine der größten Schriftstellerinnen ihrer Zeit, und sie eignete sich schon sehr früh als Projektionsfläche. Die Porträts von ihr widersprechen sich oft. Für viele ist sie, etwa durch ihren Roman "Malina" von 1971, eine feministische Ikone, andere wiederum sehen in ihr eher eine haltlose, drogenabhängige Frau. Je nach dem jeweiligen Zeitgeist wechseln die Zuschreibungen, zwischen Heiligenlegende und Boulevardmelodram. Vor allem ihr früher Tod 1973 im Alter von 47 Jahren scheint das zu befeuern: Sie war nach der Einnahme von Tabletten im Bett mit einer brennenden Zigarette in der Hand eingeschlafen. Die Lange Nacht zeigt Ingeborg Bachmann vor allem als eine Frau, die zu früh kam. Ihre Gedichte waren in den fünfziger Jahren aufsehenerregend, und sie versuchte, als freie Schriftstellerin ein emanzipiertes Leben zu führen - in einer Zeit, als das noch nicht vorgesehen war. Das ist das Zentralmotiv ihrer Biografie und erklärt auch ihre spätere Lebenskatastrophe. Der Vergleich mit Gottfried Benn wirkt dabei sehr erhellend: Benns viele Altersaffären verstärken heute eher seine Aura, bei Bachmann hingegen wird wieder von "Sich Jedem an den Hals werfen" gesprochen, von "Selbstzerstörung". Die Literatur diente Ingeborg Bachmann bereits früh zur Selbstdefinition. Sie inszenierte ihr Leben als Spiel, als Theater - aber im Lauf der Zeit wurde das zu einer Überforderung. Für eine Radionacht ist ihr Verhältnis zur Musik besonders ergiebig. Einmal schrieb sie über Maria Callas - und insgeheim über sich selbst: Die Callas habe "auf der Rasierklinge gelebt", sie sei "das letzte Märchen" gewesen, "die letzte Wirklichkeit". Und sie fasst zusammen: "Die Callas - ja, wann hat sie gelebt, wann wird sie sterben? - ist groß, ist ein Mensch, ist unvertraut in einer Welt der Mediokrität und der Perfektion." (Wdh.v.17./18.06.2023)
Lange Nacht
Literatur schlägt Leben Eine Lange Nacht über Ingeborg Bachmann Von Helmut Böttiger Regie: Vera Teichmann Ingeborg Bachmann, die vor hundert Jahren am 25 Juni 1926 geboren wurde, gilt als eine der größten Schriftstellerinnen ihrer Zeit, und sie eignete sich schon sehr früh als Projektionsfläche. Die Porträts von ihr widersprechen sich oft. Für viele ist sie, etwa durch ihren Roman "Malina" von 1971, eine feministische Ikone, andere wiederum sehen in ihr eher eine haltlose, drogenabhängige Frau. Je nach dem jeweiligen Zeitgeist wechseln die Zuschreibungen, zwischen Heiligenlegende und Boulevardmelodram. Vor allem ihr früher Tod 1973 im Alter von 47 Jahren scheint das zu befeuern: Sie war nach der Einnahme von Tabletten im Bett mit einer brennenden Zigarette in der Hand eingeschlafen. Die Lange Nacht zeigt Ingeborg Bachmann vor allem als eine Frau, die zu früh kam. Ihre Gedichte waren in den fünfziger Jahren aufsehenerregend, und sie versuchte, als freie Schriftstellerin ein emanzipiertes Leben zu führen - in einer Zeit, als das noch nicht vorgesehen war. Das ist das Zentralmotiv ihrer Biografie und erklärt auch ihre spätere Lebenskatastrophe. Der Vergleich mit Gottfried Benn wirkt dabei sehr erhellend: Benns viele Altersaffären verstärken heute eher seine Aura, bei Bachmann hingegen wird wieder von "Sich Jedem an den Hals werfen" gesprochen, von "Selbstzerstörung". Die Literatur diente Ingeborg Bachmann bereits früh zur Selbstdefinition. Sie inszenierte ihr Leben als Spiel, als Theater - aber im Lauf der Zeit wurde das zu einer Überforderung. Für eine Radionacht ist ihr Verhältnis zur Musik besonders ergiebig. Einmal schrieb sie über Maria Callas - und insgeheim über sich selbst: Die Callas habe "auf der Rasierklinge gelebt", sie sei "das letzte Märchen" gewesen, "die letzte Wirklichkeit". Und sie fasst zusammen: "Die Callas - ja, wann hat sie gelebt, wann wird sie sterben? - ist groß, ist ein Mensch, ist unvertraut in einer Welt der Mediokrität und der Perfektion." (Wdh.v.17./18.06.2023)
Klassik live
Musikfest Bremen 2024 Camille Saint-Saëns Le carnaval des animaux. Grande Fantaisie zoologique (Auszug) Olivier Latry Improvisation für Orgel Olivier Latry, Orgel Konzertmitschnitt vom 01.09.2024, Papenburg, St. Antonius Kirche


