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Geistliche Musik
Max Reger Wohl denen, die ohne Wandel leben Susanne Langner, Mezzosopran Ullrich Böhme an der Sauer-Orgel der Thomaskirche in Leipzig Antonín Dvorák Kyrie und Gloria aus der Messe D-Dur, op. 86 Anne Bretschneider, Sopran Christine Lichtenberg, Alt Holger Marks, Tenor Georg Witt, Bass Rundfunkchor Berlin Polyphonia Ensemble Berlin Leitung: Risto Joost Alessandro Grandi "O quam tu pulchra es". Geistliches Konzert für 3 Singstimmen und Basso continuo Massimo Altieri, Tenor Massimo Lombardi, Tenor Guglielmo Buonsanti, Bass I Disinvolti Johann Sebastian Bach "Ich geh und suche mit Verlangen". Kantate zum 20. Sonntag nach Trinitatis, BWV 49 Miriam Feuersinger, Sopran Klaus Mertens, Bass Ensemble der "Bachkantaten in Vorarlberg"
Am Sonntagmorgen
Religiöses Wort Heilen und Halten Medizin und Militärseelsorge Von Pfarrer Markus Bräuer Evangelische Kirche
Essay und Diskurs
Das Recht der Stärkeren - Wie das Leistungsprinzip den Sozialstaat zu verändern droht Von Lea De Gregorio Der Sozialstaat unter Druck: Kürzungen bei Gesundheit, Pflege und Inklusion folgen einer alten Logik - der Macht des Stärkeren. Woher kommt dieses Denken, und welche Gesellschaft entsteht, wenn Leistungsfähigkeit über Teilhabe entscheidet? Menschen sollen mehr arbeiten. Alle müssen vermeintlich mitwirken, um die Wirtschaft voranzubringen. Zugleich sollen die Gelder, die einmal in Gesundheit, Pflege und Inklusion geflossen sind, künftig gekürzt werden. Diejenigen, die in der Gesellschaft als schwach gelten, zurückstecken. Dahinter verbirgt sich eine alte Logik: die Macht des Stärkeren. Eine Macht, die heute, so scheint es, einige als selbstverständliches Recht ansehen. Dieses vermeintliche Recht hat Wurzeln in der Antike. Es findet sich bei Platon, führte später zu beispielloser Vernichtung. Es kommt in verschiedenen Formen immer wieder auf. Was ist das für eine Gesellschaft, in der die Starken, womit wir häufig meinen: die Gesunden, Angepassten, Unversehrten, überlegen sein sollen? Und vor allem: Wollen wir heute in solch einer Gesellschaft leben? Lea De Gregorio ist Schriftstellerin und Journalistin und lebt in Berlin. Sie hat Kulturwissenschaft und Philosophie studiert und schreibt über Macht, Diskriminierung und andere gesellschaftspolitischen Themen. Ihre Texte erscheinen unter anderem bei Deutschlandradio, in der taz und der ZEIT. 2024 erschien ihr Buch "Unter Verrückten sagt man du", eine Psychiatrie- und Gesellschaftskritik, bei Suhrkamp.
Gottesdienst
Übertragung aus der Pfarrkirche Unsere Frau in Bruchsal Zelebrant: Pfarrer Johannes Mette Katholische Kirche
Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person Die Literaturwissenschaftlerin Juliane Vogel im Gespräch mit Florian Felix Weyh Welche Rolle spielt die Schere in der Literaturgeschichte? Was bedeutet es, Auftritte zu absolvieren? Für ihren unkonventioneller Blick auf Kulturpraktiken erhielt Juliane Vogel 2020 den Leibniz-Preis. Sie spürt neugierig Weltzusammenhänge auf.
Rock et cetera
Meisterbäcker, Miesepeter, Mittelmeerpoeten Italiens wahre Musikhelden Von Giordana Marsilio und Fabian Elsäßer Nicht nur Pasta und Pizza: Die italienische Musikszene hat mehr zu als die wenigen altbekannten Stars. Italiener schütteln gerne mit dem Kopf, wenn sie erfahren, welche Musiker aus ihrem Land in Deutschland am bekanntesten sind. Eros Ramazotti, Zucchero, Gianna Nannini, eventuell noch Måneskin. Aber wieso nicht Fabrizio de André, der als einer der größten Cantautori aller Zeiten gilt? Der Genua ein Denkmal schuf, indem er ein Album komplett im Dialekt der Hafenstadt aufnahm? Oder dem genial-sensiblen Lucio Battisti, der ab den späten 70ern weder auftrat noch Interviews gab? Dessen Gesamtwerk aber ebenso vielschichtig wie erfolgreich war. Auch die Premiata Forneria Marconi - Die preisgekrönte Bäckerei Marconi - kennen hierzulande allenfalls ein paar Progrock-Experten. Mit Unterstützung seiner römischen Kollegin Giordana Marsilio füllt Fabian Elsäßer in dieser Sendung musikalische Wissenslücken - auch seine eigenen.
Forschung aktuell - KI verstehen
KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag
Feature
Lillo Mein Großvater, der Faschismus, Italien und ich Von Livia Valensise Regie: Stella Luncke mit Livia Valensise Dramaturgie: Julia Illmer Deutschlandfunk 2026 (Wdh. v. 17.10.2026, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur) Jahrzehntelang engagierte sich mein Großvater für die neofaschistische Partei Italiens. Nach seinem Tod begebe ich mich auf Spurensuche, will seinen Lebensweg und den Aufstieg der Rechten in Italien besser verstehen. "Avere il sole in tasca" - Die Sonne in der Manteltasche tragen. Diesen Spruch verbinde ich mit meinem Großvater. Die Falten an seinem Hals, seine ruhige Art zu sprechen. Und die Büste des italienischen Diktators Benito Mussolini in seinem Bücherregal. 26 Jahre saß mein Großvater für die neofaschistische Partei Italiens im Parlament. Um die Jahrtausendwende starb er. Jetzt, wo auch meine Großmutter tot ist, tauchen alte Fotos und Erinnerungen auf. Und mir, der Enkelin, stellen sich alte Frage neu: Wie wurde aus meinem Großvater ein überzeugter Faschist? Das Thema sei zu komplex, heißt es in der Familie. Doch dann reden mein Vater und seine Geschwister dennoch: über ihren Vater, die Geschichte Italiens und den Aufstieg der Rechten in Italien. Livia Valensise, geboren 1989 in Rom, Drehbuchautorin, studierte an der deutschen Film- und Fernsehakademie DFFB. Ihr Hörspiel "Fiktive Gelände" (Deutschlandfunk Kultur 2023) war für den max15-Preis nominiert. "Lillo" ist ihr erstes Radio-Feature. Mit zwei weiteren Autorinnen gründete sie das Kollektiv Fieber.
Konzertdokument der Woche
Musikfest Bremen 2026 "Lighten mine eyes" - Psalmen, Lieder und "Harp Consorts" von William Lawes Près de votre oreille Leitung: Robin Pharo, Viola da gamba Mitschnitt vom 27.8.2026 aus der Alten Rheder Kirche, Rhede Am Mikrofon: Hannah Bernitt Die subtile Vokal- und Instrumentalmusik von William Lawes: eine Art "Missing Link" zwischen William Byrd und Henry Purcell William Lawes war im 17. Jahrhundert Hofkomponist unter dem englischen König Charles I. Damals geschätzt für seine Consort-Musiken für Gambenensemble, verblasste sein Ruhm schnell nach seinem Tod im Jahr 1645. Das Vokal- und Instrumentalensemble Près de votre oreille bringt den Komponisten entsprechend dem Ensemblenamen "nah an Ihr Ohr" und verdeutlicht, dass Lawes' Werke heute häufiger gespielt werden sollten. Also, Ohren auf für Lawes' harmonische Einfälle und die auffallende Expressivität seiner Musik.


